Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179571
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Elektrizität auf Sdzifjen 
Nlotorleittung die größtmögliche ftündliche Hakenleiltung zu erzielen ift, fo daß die Hubgefcltwin- 
digkeit 1Il dem gleichen Maße wächtt, wie die Lalt abnimmt. Die AEG hat eine felbfttätig arbei- 
tende Steuerung gelchaffen, bei der die Anpaffung der l-lubgefchwindigkeit an die Laft weiteft- 
gehend erreicht wird ohne Verwendung von umzukuppelnden Rädervorgelegen. Die Ladewinden 
lind vorzugsweife mit Schützenfteuerung ausgerültet, die vereinzelt mit den Anlaßwiderftänden 
von 12 Ladewinden gefchützt unter Deck zufammengeiaßt werden (Fig. 3). Die überragende Wirt- 
fchaftlichkeit der elektrifchen Ladewinden gegenüber der Dampfwinde ergibt üch für 1 t Ladung 
wie folgt: Dampfladewinden Brennftoffverbrauch etwa 2,3 kg 
Elektrifche Winden mit Dampfdynamos desgl. 1,7 , 
Elektrifche Winden mit Diefeldynamos Oelverbrauch 0,17 „ 
    Befonders vielfeitig ift der elektrifche Antrieb der Kohlenwinden auf 
Kriegsfchtffen ausgebildet, da neben geringem Gewicht und Platz noch die Bedingung der 
Zerlegbarkeit hinzukam, um die Winden leicht unter Deck verltauen zu können (Fig. 4 und 5). 
Um das Deck beim Kohlen ganz i" 
H frei zu halten, iind ferner kleine u, w  
 i" Kraftrollen entltanden, bei denen    
 i"  mit Bezug auf Gewicht fowie 1'" '   i,  . 
 "I   Gedrängtheit der Konttruktion ein    n"  f, f- 
 ß i , Höchitmaß erreicht worden m. a äaw e. 1,    
  .1  t Die Kraftrolle belteht aus einem "i  q g 1331:"  
IV    Spillkopf, welcher den Antriebs- I" l i  VÜFV 
i  rnotor umgibt und mit dem r0tie- igft ' 1. i  a, 
   t renden Gehäufe des Motors durch   "44   
 " federnde Reibklötze während der   um, L.  g 
9T  "Q, Hubperiode gekuppelt werden    "ääyß  i, 
  kann, und zärar guiich [Anzäehen  W I,  s; 
  "i- des ablau en en ei s. ie raft-       
  Q2?"   rolle wiegt 190 kg bei einer Hub-  ) i   
 lt  i kraft von 120kg bei 2m Umfangs- m12, j   W  
  Äfßißr-  gßfßhwindigkeiftllig-ö) 112].     Q3?    .1 
     Für die fonltigen Hilfs- z"  "  
 p - 9.1„ mafchinen, wie Lüfter, Kreifel-   
   pumpen, Eismafchinen, Kom- Fix-ö- 
]  C    prefforen, Aufzüge, Krane, Werkzeugmafchinen fowie Winden aller 
"trifft-Jg v     Art, ilt der elektrrfche Antrieb allgemein eingebürgert, da die wärme- 
   f;   ftrahlenden Dampfzu- und -abgangsrohre vermieden werden und 
     eine fofortige Betriebsbereitfchaft fichergetlellt ift. Die Konftruktion 
     der elektrifchen Schiffslüfter hat in den letzten Jahren eine wefent- 
   MWW w" liche Verbefferung erfahren. Zur Raumerfparnis werden die Elektro- 
      " rnotoren in axialer Richtung direkt mit dem Gehäufe des Flieh- 
Fig. 4. kraftlüfters zufammengebaut (Fig. 7). Die Zahl folcher Lüfter ift bei 
den Riefenfchiffen auf 40-70 geltiegen, dazu kommen für MefTen und 
Kammern noch die elektrifchen Fächer oder Schraubenventilatoren. Für die Lenzpumpen findet 
vielfach der elektriiche Antrieb mit vertikaler Pumpenwelle wie bei den Schwimmdocks 
(lIDock) und der Drainageeinrichtung(i.d.) Anwendung.   
  Einen der wichiigften Beltandteile der elek-     i.   
 a trifchen Kraftübertragung an Bord der Kriegs-  "Ä; 91,. Ä 
1., r fchiffe bildet der Antrieb zum Drehen der    i  
l  Panzertürme und zum Einltellen der Höhen-    
 richtung der fchweren Gefchütze. Während in   Ü  
 einigen Marinen der rein elektrifche Antrieb    J_  
, . mit Hilfe der Leonard-Schaltung mit einem   f"  
 s ' Regulierbereich von 1 :6O0 eingeführt ift, wird  w; zumal.   
   in andern der elektrifch-hydraulifche Antrieb      
Qi l bevorzugt (rotierende Pumpe von Hele Shaw  l 1,1    
und Univerfal-Gear). Mit Hilfe des Leo-     
 nard-Generators von minimallter Remanenz-    
fpannung ift es gelungen, 80 PS-Motoren mit   Ä 
s j einer geringlten Tourenzahl von 4 i. d. Min.    w   
x- laufen zu lafien. Daneben werden alle Bewe- "  
Fig. 6. gungen zum Laden und Richten der Gefchütze H; 7_ 
iowie für den Munitionstransport von der 
Kammer bis zum Rohr auf mechanifchem Wege mit elektrifchem Antrieb ausgeführt   
  123]. Der elektrifche Antrieb der Schiffsfchraube, der bis vor wenigen Jahren 
auf U-Boote und Spezialfchiffe (f. Bergungsdampfer) befchränkt blieb, ilt neuerdings mit 
der Dampfturbine mit Ueberletzungsgetrieben in beachtenswerten Wettbewerb getreten. lm 
befonderen haben die Vereinigten Staaten den turbo-elektrifchen Propellerantrieb in größerem 
Maßltab für Kohlenfchiffe als erfuchsfchiffe und dann für Großkampifchiffe eingeführt mit 
Mafchinenleiltungen bis zu 180000 Wellen-PS. Neuerdings findet der elektrifche Propeller- 
antrieb auch für l-landelsfchiffe vorwiegend als diefel-elektrifcher Antrieb Verwendung für 
Frachtfchiffe, Schlepper und Spezialfchiffe. Näheres f. Schiffsmafchine.    
Eine beachtenswerte Gruppe der Bordelektrizität bilden die mannigfachen Einrichtungen 
zur elekfrifchen Befehlsübertragung zur Verftändigung im lnnenverkehr des Schiffes,
        

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