Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179263
Eifennioäelkies 
Eifenportlandzement 
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die nicht den erforderlichen Gehalt an Eifenoxyd betitzen. In Deutfchland verlangt die Behörde 
einen Minimalgehalt von 80 01„ Eifenoxyd, in Belgien und Holland einen folchen von 60  
die Farbe muß frei von Schwefelmetallen und fchwefelfauren Salzen fein. J. K. Andes 
Eifennickelkies, ein Mineral, Schwefeleifen und Schwefelnickel, (FeNz) S, 
mit 20-40 "[0 Nickelgehalt, kriitalliiieit regulär; meiit derb und in körnigen 
Aggregaten; helltombakbraun, fpröde, mit dunkelm Strich, nicht magnetifch; 
I-lärte 3,5-4, fpez. Gew. 4,6-5,1. Fundgebiete: Norwegen, Kanada. 
Eifennitrat, Fe (NOQB, entiieht durch Auflöfen von Eifenfpänen in Salpeter- 
faure und bildet in Waffer leicht lösliche Kriitalle von brauner Farbe. Es dient 
als Beizmittel in der Färberei. Mezger 
Eifenoolith, Eifenrogenftein, oolithifches Eifenerz, ein Eifenerz, das aus 
kleinen, dunkelkaltanienbraunen oder roten runden Körnern von Toneifenltein und 
Brauneifenerz befteht. Das fpez. Gew. beträgt 2,68 bei dem Eifenoolith der 
braunen Juraformation in Württemberg. 
Die Eifenoolithe bilden Lager in den Schichtgefteinen, befonders in der Juraformation. 
Wichtig für die Eifendarftellung ift befonders das oolithifche Eifenerz, auch ,Minette' genannt, 
aus der braunen Juraformation (Dogger) im weltlichen Lothringen und im fiidlichen Luxemburg. 
Es bildet hier mehrere (bis 10), itellenweife bis 6 m mächtige Lager, deren Eifengehalt zum 
größeren Teil als Eifenoxydhydrat, zum geringeren Teil als Eifenkarbonat, Eifenoxyduloxyd, 
Eiienfilikat vorhanden ift und fich bis zu 40010 beläuft. Die Farbe der etwa 0,25 mm großen 
oolithifchen Körner iit braun, rot, fchwarz und bei Karbonatgehalt auch wohl grünlich. Zwifchen 
den Oolithkörnern befindet {ich eine eifenfchüffige kalkig-tonig-kiefelige Grundmaife. 
Zwifchen den einzelnen, in ihrer Mächtigkeit und in ihrem Eifengehalt wechfelnden Minette- 
lagern ericheinen Kalk und Mergel in verfchiedener Ausbildung und wechfelnder Mächtigkeit. 
Die Erzlager neigen wie die hangenden Dogger- und liegenden Liasfchichten in geringem Maß 
nach Südweft, werden von Südweft nach Nordoii gerichteten Sprüngen durchfetzt und teils in 
Tagbauen, teils durch Schächte unterirdifch abgebaut. Die Eifenproduktion des lothringifch- 
luxemburgifchen Minettereviers ilt die zweitgrößte der Erde und lieferte 1900 in 130 Hochöfen 
4206288t Roheifen. Die Erzförderung betrug-1903 in Lothringen 10683042, in Luxemburg 
6010012 t. Nach Kohlmann wird der Erzvorrat im luxemburgifchen Gebiet auf 200 Millionen, 
in Lothringen auf über 3000 Millionen Tonnen gefchätzt. 
Literatur: van Werveke, L., Bemerk. über die Zufammenfetz. u. Entiteh. der lothn-luxemb. oolith. 
Eifenerze (Minette), Ber. über die 34. Verf. des Oberrhein. geol. Ver. 1901 ; Kohlmann, Die Minette- 
ablag. des lothr. Jura, in „Stahl und Eifen", DiilTeldorf 1902; Villain, Franc, Le gisement de 
mineral de fer oolithique de Ia Lorraine, in Annales des mines, Paris 1902. Brduhdufer 
Eifenoxyde: l. Eifenoxydul, Ferrooxy_d, FeO, gewinnt man durch Reduzieren 
des Eifenoxyds im Waiierttoff- oder Kohlenoxydftrom als ein fchwarzes, pyrophorifches Pulver. 
2. Eifenoxyd, Ferrioxyd,Fe,O3, findet man in der Natur als Blutftein, Eifen- 
glimmer, Eifenglanz. Es bildet iich beim Glühen von Eifenhydroxyd, Ferri- und Ferro- 
fulfat fowie Ferrinitrat unterhalb 1200 o. Es fteilt ein rotes Pulver vom fpez. Crew. 5,1 und dem 
Schmelzpunkt 15650 vor, bei etwa 9500 geht es in eine fchwarze Modifikation über. Aus 
Eifenoxyd beltehen faft alle roten Erdtarben (roter Bolus,Eifenmennige,Englifchrot). Es ift 
die billigtte rote Anltrichfarbe der Technik. 
3. Eifenhydroxyd kommt als Brauneifenttein, Gelbeifenltein fowie in Form von Roft 
vor. Man erhält es auch beim Fällen von Eifenfalzen mit Alkalien oder Ammoniak. Das natür- 
liche Eifenhydroxyd wird auf Eifen verarbeitet, in großen Mengen auch auf Eifenmennige (rote 
Erdfarbe). Eifenhydroxyd betitzt eine große Abforptionskraft und wird daher auch zur AbwätIer- 
reinigung verwendet, ferner in der Medizin als Gegengift bei Arfenvergiftung. 
4. Eifenoxyduloxyd, P2304, kommt natürlich als Magneteifenfiein (Magnetit) vor. 
Zur technifchen Herftellung wird rohe Eifenchlorürlöfung mit Ei enabfällen zur Trockene ver- 
dampft, das Chlorür in Waffer gelöft und nach dem Filtrieren das Eifen mit Ammoniak gefällt 
als Ferroferrihydroxyd. Diefes wird durch Einleiten von Luft und Erhitzen in Fe3O4 übergeführt. 
Literatur: Ullmann, Enzyklopädie der techn. Chemie, Berlin 1914 ff. Mezger 
Eifenportlandzement iit ein hydraulifches Bindemittel, das aus mindettens 
 Portlandzement und höchftens  gekörnter Hochofenfchlacke beliebt. 
Die Hochotenfchlacken iind Kalk-Tonerde-Silikate, die beim Eifenhochofenbetrieb ge- 
wonnen werden. Sie follen auf 1 Gewichtsteil löslicher Kiefelfäure und Tonerde mindeltens 
l Gewichtsteil Kalk und Magnefia enthalten. Portlandzement und Hochofenfchlacken iollen im 
Fabrikbetriebe miteinand-er fein vermahlen werden. Zufätze zur Regelung der Abbindezeit lind 
in Höhe von 30A, der Gefamtmaffe zuläifig. Der Eifenportlandzement fteht unter der regel- 
mäßigen Kontrolle des Vereins Deutfcher Eifenportlandzementfabrikanten, Düffeldorf, deffen 
Mitglieder {ich gegenfeitig verpflichtet haben, den Eifenportlandzement genau nach der vor- 
fiehenden Begriffserklärung herzuftelien. Für den Eifenportlandzement gelten diefelben ltaat- 
lichen Normen wie für den Portlandzement. Die nachitehende Tabelle gibt eine Ueberlicht 
über die chemifche Zufammenfetzung von Portlandzement, granulierter Schlacke und Eifen- 
portlandzement. 
Eifenportlandzement ilt für alle Bauzwecke geeignet, zu denen auch Portlandzement ver- 
wendbar ift. Ein gewiffer Vorzug ift unter Umltänden fein geringer Kalkgehalt namentlich 
bei Bauten in Moor- oder Seewaffer.
        

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