Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3178946
Eifenbeton, Eiferzbetonbau 
Das in der Nähe der Zwifchenfiützen negative Biegemoment M wird in diefe Formel ohne 
Vorzeichen nur mit feinem Zahlenwert eingefetzt. 
Die Wirkungsweife der abgebogenen Eifen und der Bügel und damit die 
Art ihrer Berechnung ergibt iich aus folgenden Betrachtungen. lft ein hochgehender Schubriß 
unter etwa 45" in der Nähe des Auflagers eingetreten, fo wirken in der Rißfläche des Betons 
keine Zugfpannungen mehr, und der links abgefchnittene Teil (vgl. Fig. 43) ift im Gleichgewicht 
unter dem Einfluß der Querkraft Q, der Eifenzugkraft Z und der Kraft D im Betondruckgurt. 
Diefe drei Kräfte müffen fich in einem Punkt fchneiden, alfo wirken D und Z geneigt. Daß Z 
am linken Teil in geneigter Richtung von oben nach unten wirken muß, erkennt man aus 
Fig. 44, denn beim Oeffnen des Riffes 
p p f p drehen fich beide Balkenteile um den 
Druckgurt. Wenn dann der Zufammen- 
4' ß hang der Eifen mit dem Beton infolge 
ihres Herunterdrückens gegen das 
Balkenende hin zerltört ift, fo wird 
die Zugkraft- vom Riß bis zum End- 
Z haken gleichgroß bleiben, und der 
.1 Bruch tritt ein, fobald die l-laken dem 
Fig.43. Zug nicht mehr itandhalten können. 
  Je mehr der wagrechte Riß über den 
Elfen fortfchreitet, um fo mehr wirkt Z horizontal, um fo mehr geneigt muß dann die Druck- 
kraft D werden,_ da beide Kräfte {ich auf Q fchneiden müffen, und die Folge ift gewöhnlich, 
daß {ich auch die Deckenplatte rechts vom Steg losreißt (vgl. Fig. 39). 
Sind nun Bügel vorhanden, welche die unteren Trageifen umfaffen und oben verankert 
find, fo zeigt (ich, daß die Zertlörung des Balkenendes wirkfam verhindert wird. Es treten zwar 
bei holieren Belaftungen auch fchräge Riffe in der Nähe der Balkenenden auf, aber fie kommen 
fpater und bleiben feiner. Das Herunterdrücken der Eifen links und das Abheben der Platte 
rechts vom Riß wird ebenfalls verhindert. Nach Fig. 45 ift die günftige Wirkung der Bügel fo 
zu erklären, daß im fchief geführten Schnitt außer den fchiefen Zugfpannungen des Betons und 
den Gurtkraften Z_und D noch die Zugkräfte in den Bügeln den äußeren Kräften am linken 
Teil das Gleichgewicht halten. Dadurch bleiben zunächft  
die fchiefen Zugfpannungenkleiner, der fchiefe Riß tritt 
alfo ertt fpäter auf, und dann wird die Drehung beider  D 
 
ir  
  
ß  1: 
. ß   
 Z  i 
 
Fig- 44- Fig. 45. 
Balkenteile und die dadurch bedingte Zerftörung des Verbunds durch die Bügel gehindert. 
Die Bügel werden alfo auf Zug beanfpruclit und nicht auf Abfcherung, wie früher teilweife 
angenommen wurde. 
Befteht alfo die Schubficherung nur aus Bügeln, fo find fie in folcher Zahl anzuordnen. 
daß fie in einem unter 45" geneigten Schnitt die Querkraft durch ihre Zugbeanfpruchung auf- 
nehmen können. Die Länge, auf welche die Bügel der Querkraft Q widerftehen müffen, kann 
ungefähr gleich dem Abltand von Zug und Druck, alfo gleich z gefetzt werden. Ilt der Bügel- 
abltand e, und bezeichnet B die auf einen Bügel entfallende Zugkraft, fo ift 
Q 2B  ä; oder der Bügelabitand e I g  z 
oder die auf einen Bügel kommende Zugkraft 
Ca; ß ßrärzbirß-ei 
Z wo bo die Stegbreite bedeutet. Die Bügel können 
v alfo auf Zug fo gerechnet werden, als ob die 
 Schubfpannung T  Q 
0- z  bo 
l 
1 Xi wie eine vertikal gerichtete Zugfpannung im Ste 
  p wirken würde. g 
In der Anwendung dürfte es kaum vorkom- 
1 Fig.46. men, daß die Bügel allein die Querkraft auf- 
nehmen. Zweckmäßig werden die gegen die 
Trägerenden hin für die Momente entbehrlich gewordenen Trageifen nach oben fchräg ab- 
gebogen und im Druckgurt verankert. Die Verfuche haben gezeigt, daß man fo imftande ift, 
die fchiefen Zugfpannungen am betten aufzunehmen und die Trägerenden auch ohne Bügel 
bruchficher auszubilden. Man verzichtet indeffen niemals auf Bügel, Weil man lie zur Ver- 
ankerung der Deckenplatte mit der Rippe benötigt. ln Wirklichkeit wird alfo mit beiden 
Mitteln den Querkräften entgegengewirkt. 
Durch die fchrägen Aufbiegungen der Trageifen werden die Schubriffe wohl etwas ver- 
zögert, ihr Verlauf jedoch nicht geändert. Nach Eintritt eines folchen fchiefen Riffes wird die 
in Fig. 43 angegebene geneigte Richtung von Z und D vermieden, d. h. beide können hori-
        

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