Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3178528
Eijenbahnwagen 
669 
 
 
 
 A e; aus.    v" "M"       x  i 
Fig. 2. Krupplches 38 cm-Eilenbahn- und Bettungsgefchütz. Rohr von 45 Kaliber Länge, Gefamtgewicht 272,9 t. 
I8 Achten. Beim Schuß fteigert {ich der Achsdruck auf 26 t. Größte Erhöhung beim Feuern vom Gleis: 18", 
beim Feuern von der Bettung: 45 0 
pivotgefchütz umgewandelt. Die notwendigen Hebe- und Senkvorrichtungen führt das Gefchütz 
mit lich. Die Gefchütze mit mehr als 28 cm Kaliber (f. Fig. 2) machen andere Ausführungs- 
formen zum Abfetzen auf die Bettung notwendig. Hierfür wurden von der Firma Krupp Dreh- 
fcheiben ausgebildet, auf welche der mittlere Teil des Lafettenrahmens aufgefetzt und befeltigt 
wird. Das Eilenbahngelchütz wird hierdurch in ein Mittelpivotgefchütz umgewandelt. 
Als Bettung dienen entweder Fundamente aus Eifenbeton oder Unterbauten, welche aus 
Walzeilen und Blechen zulammengefetzt werden. Die Eifenunterbauten können fchneller als 
Betonfundamente eingebaut werden und laffen lich auch leicht auseinandernehmen; zudem ift 
ihr Transport einfacher als der Materialtransport für die Eifenbetonbauten.  Die Vorzüge der 
Eilenbahngefchütze liegen darin, daß lie fchnell und überralchend eingefetzt, fchnell in eine 
neue Stellung oder in Sicherheit gebracht und der feindlichen Einwirkung entzogen werden 
können. Bei Befchädigungen kann man lie in kurzer Zeit in die Urfprungswerkltatt zurückführen. 
Der Munitionsnachfchub ilt einfach. Sie allein ermöglichen den Einfatz fchwerlter Kaliber im 
Stellungskrieg. Für den Küllenfchutz ift das Eifenbahngefchütz belonders geeignet. Die Bet- 
lungen können fchon in Friedenszeiten vorbereitet werden; lie lind der Kenntnis des Feindes 
leichter zu entziehen als vollltandige Batterieanlagen. Die Eilenbahngefchütze können fchnell 
an bedrohte Punkte herangeführt werden und werden auch bei überralchenden Angriffen noch 
rechtzeitig in den Kampf eingreifen.  Mit den Gefchützwagen werden Munitionswagen, 
welche befondere Ladeeinrichtungen (Laufkatze, Schrägaufzug, Fördergeltell, Ladetifch) haben, 
Bedienungswagen und Wagen zum Transport der Bettungen zu ganzen Zügen vereinigt. 
Vor dem Weltkrieg waren verfchiedene Staaten in Verfuche mit großkalibrigen Eifenbahn- 
gefchützen zur Küftenverteidigung eingetreten. Frankreich verwendete diele Verfuchs-Eilen- 
nahngefchütze fchon zu Beginn des Krieges, um das Uebergewicht der deutfchen fchweren 
Artillerie auszugleichen. 1916 verfügte Frankreich über 16 Arten von Eifenbahngefchützen, von 
9,5 bis 52 cm Kaliber, die fchwereren Gefchütze meift der Küften- bzw. Schiffsartillerie ent- 
nommen. England führte Eifenbahngefchütze fchweren Kalibers von 30,5 bis 37 cm. Wille 
Eifenbahnwagen dienen zur Beförderung von Perfonen (Perfonenwagen), 
von Gepack- und Poltlendungen (Gepäck- und Poltwagen), von Gütern aller 
Art (Güterwagen) und auch zu befonderen dienltlichen Zwecken (Bahndienlt- 
wagen). Die Hauptbeltandteile der Eifenbahnwagen lind das Untergeltell mit 
dem Laufwerk und der Oberteil (Wagenkalten). 
Allgemeines. Aufbau: Das Untergeltell hat den Wagenkalten zu unterltützen, die Laft 
mittels der Tragfedern auf die Achfen zu übertragen, diefe in richtiger Lage zu halten und 
die in den Zug- und Stoßvorrichtungen auftretenden Kräfte aufzunehmen bzw. zu übertragen. 
Es belteht aus den beiden Langträgern, an denen die Federltützen, Achshalter und die Kalten- 
ftützen angebracht lind, den beiden Kopfltücken (Pufferbohlen), welche die Puffer und die 
Zugltangenführungen tragen, und den Zwifchenträgern (Quer-, Längs- und Schrägltreben), an 
denen die Bremseinrichtungen, Gasbehälter ulw. beteiligt lind, und wird aus Formeifen her- 
geltellt. Mit dem Untergeltell ift der Wagenkaften gewöhnlich felt verfchraubt und gegen 
Längsverfchiebung durch befondere Winkeleifen gelichert. Bei Drehgeltellwagen liegt der 
Wagenkalten, deffen Boden untergeltellartig durchgebildet ilt, unmittelbar auf den beiden 
Drehgeltellen auf.  Zum Laufwerk rechnet man die Radfätze mit den Tragfedern und der 
Federaufhängung. Als Tragfedern dienen meift _Blattfedern (Schneckenfedern nur bei Dreh- 
geftellen) und als Federaufhängung in der Regel Lafchen, Ringe oder kettenartige Gehänge, 
l. Tragfedern und Federaufhängung. Die Zugvorrichtungen ünd zur Aufnahme 
plötzlich auftretender Kräfte federnd ausgebildet. Im Gebiet des Vereins Deutfcher Eifenbahn- 
Verwaltungen lind befondere, unter dem Wagen durchgehende Zugltangen vorgefchrieben, 
an deren Enden die Zughaken ritzen; in England, Frankreich, Belgien, Amerika werden die 
Zugkräfte meift durch das Untergeltell (ohne belondere Zugftange) übertragen. In Europa ilt 
heute noch die Schraubenkupplung üblich, während Amerika die felblttätige Mittelkupplung 
(Klauenkupplungen) bevorzugt. Als Stoßvorrichtung werden Puffer verwendet, welche 
die in der Fahrtrichtung auftretenden Druckkräfte und Stöße aufnehmen und vernichten tollen. 
Man unterfcheidet die Einpuffer- und die Zweipufferbauart. Bei erfterer ift der Puffer 
in der Mitte des Wagens angeordnet und meilt fo ausgebildet, daß er auch die Kupplungs- 
vorrichtung des Fahrzeugs enthält. Diele Bauart ilt in Europa falt nur bei Schmalfpur- und 
Straßenbahnen in Anwendung, während lie in Amerika fehr verbreitet ilt; lie bietet die Vor- 
teile, daß Zug und Druck in der Mittellinie des Fahrzeuges erfolgen, das Kuppeln der 
Wagen weniger gefährlich ilt und felblttätige Kupplungen leichter angebracht werden 
können. In Europa wird die Zweipufferbauart bevorzugt, die namentlich bei größerer Fahr- 
gefchwindigkeit eine lichere Führung und daher einen ruhigen Gang der Fahrzeuge
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.