Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3177312
Duemen 
Düne 
Duernen werden in der Buchdruckerei zwei Bogen genannt, die ineinander- 
gelteckt werden müffen, um richtige Seitenfolge zu erzielen. 
Diefer im erften und zweiten Jahrhundert des Buchdruckes wohl von den Gewohnheiten 
der Abfchrelber auf die Drucker übergegangene Brauch wird heute nur angewendet, um ein 
einfaches Durchheften zu ermöglichen. Steckt man drei, vier, fünf oder feclis Bogen ineinander, 
fo fpricht man von Triternen, Quaternen, Quinternen, Sexternen. A. W. Unger 
Duim, niederländifches LängenmaBII cm. 
Dukaten, Goldmünze, angeblich unter Roger II., Herzog von Apulien, 
zuerlt 1140 geprägt. 
Seit dem 12. Jahrhundert wurden die Dukaten in Italien häufig geprägt, feit dem Ende 
des 13. Jahrhunderts befonders in Venedig (Zechinen). Im I4. Jahrhundert verbreiteten Iie tich 
über Oelterreich und Ungarn (Kremnitzer Dukaten), dann über Deutfcliland. Die geringwerti- 
geren Stücke nannte man dort Goldgulden. 67 Dukaten wurdenzl kölnifche Mark gerechnet 
bei 23,66 Karat:9861l„ Taufendteile Feingehalt. Die Prägung folcher Stücke fand in deutfchen 
Ländern, befonders in Oelterreich, bis in die neuere Zeit ilatt. Der Goldwert eines Dukaten beträgt 
9,602 m. Früher prägte man Stücke von 2-I0 Dukaten, auch Teilftücke bis zu V32 (Linien- 
dukaten). Dem fogenannten Randdukaten fehlt höchftens lofoo vom Normalgewicht. Das 
Minimalgewicht des llärker abgenutzten fogenannten Pa ffi erd ukaten rechnete man in Leipzig 
zu 65 früheren Dukatenas:3,4369 g. Die Länder des Zollvereins ltellten 1857 die Prägung 
ein, während in Oefterreich noch lange Dukaten als Handelsmünze geprägt wurden. Von großer 
Bedeutung wegen ihrer weiten Verbreitung waren die holländifchen Dukaten. Sie wurden in 
andern Ländern, zum Teil auf Grund von Verträgen, häufig nachgeprägt; Feingehalt 983 Taufend- 
teile bei 3,494 g Gewicht und 9,582 J! Geldwert. Seit 1834 prägte Rußland fogenannte Im- 
perialdukaten (Rubelimperials) zu 3 Silberriibel oder 20 polnilchen Gulden für Polen; 
Feingelialt Qlözfa, feit l. Auguft 1886 nur noch 900 Taufendteile. Der Halbimperial itt 120,001 
Frank:l6,2 alt bei 5,80675 g Gehalt an reinem Gold.  Plato 
Düker (Duker), allgemeine Bezeichnung für eine unter Straßen, Elfen- 
bahnen, Flüffen, Kanälen ufw. angeordnete Unterführung von Wafferleitungen. 
Die Unterführung beginnt und endigt meift in zwei Schächten, die lie verbindet, llellt 
alfo eine unter Druck tlehende kommunizierende, in ihrem Querfclinitt beliebige Röhre dar. 
Näheres tÄRohrleitung und Kanaliiation der Städte und Ortfchaften. fweyraudz 
Dulong-Petitfches Gefetz befagt: „Bei den meilten Elementen ilt das 
Produkt aus fpez. Wärme und Atomgewicht ungefähr  
Dulzin (Dulzit, Melampyrin, Evonymit) p-Phenetolkarbamid wird 
erhalten durch Erhitzen von Harnltoff mit falzfaurem Phenetidin. Es bildet farb- 
Iofe Krittalle vom Schmelzpunkt 174" und ttellt einen Sü ßftotf vor, der 200 mal 
IQ   WIE ROIIYZIJCKGI". Mezger 
Dumpfhölzer, die in flachen Schächten am Liegenden horizontal ein- 
gebauten Hölzer, auf denen die Leitung für das Schachtfördergefäß (Tonne) be- 
teiligt wird. Das Wort dürfte aus Tonnenfachholz (f. Grubenzimmerung) 
entilanden fein. Treptow 
Dündtelmafchine, Flechtmafchine zur Herllellung der Dündtelfchnüre, das 
ünd die geflochtenen Schnüre für den Antrieb der Spindeln an Spinnmafchinen. 
Düne, wallartige Anhäufungen von Sand. 
Die Dünenwälle entliehen vornehmlich an fandigen und flachen Meeresküflen dadurch, 
daß der flach über die Wellen nach den flachen Ufern ftreichende Wind den zur Zeit der Ebbe 
trockenen Sand aufnimmt, ihn landeinwärts trägt und im Windfchatten fallen läßt und aufhäuft. 
Die Dünen find den Küllen parallel, zu der vorherrfchenden Windrichtung fenkrecht. Ihre 
der Küfte zugewendeten Abhänge find flach; die landeinwärts gerichteten zeigen den natürlichen 
Bötchungswinkel des Sandes. Durch den Wechfel in der Windllärke wird der abgelagerte Sand 
meift alsbald wieder vom Wind aufgenommen und weiter landeinwärts befördert: die Düne 
„wandert'. Ueberall, wo lockerer, trockener Sand vom Wind getroffen wird, können Dünen 
erzeugt werden, auch inmitten des Felllandes. Jnlandsdüneri" zeigen z.B. die Sahara, die 
Libyfche Wütle, das Norddeutfche Tiefland, die Rheinebene (Heften) ufw. Dünengebiete haben 
meilt eine durchaus kahle, nackte, unfruchtbare Befchaffenheit. Täler zwiichen Dünen befitzen 
mitunter feuchten Untergrund und dann auch ziemlich kräftigen Pflanzenwuchs. Der Dünenfand 
belteht vorwiegend aus abgerundeten_Quarzkörnern, zum geringen Teil aus andern Matten, 
z. B. aus zerriebenen Mufchelfchalen. Die Gegenwart letzterer und damit von_kohlenfaurem_Kalk 
ilt für die landwirtfchaftliche Benutzung der Dünen belonders wichtig. Die Korngroße itt in 
der l-lauptfache ungefähr 1 mm, bei den Sanddünen wäclift fie mit der Annäherung gegen die 
Küfte. Die Höhe der Dünen erreicht im Oflfeegebiet 70 m.  
Um das Wandern der Dünen und deffen nachteilige Folgen zu verhüten, hat man zunachlt 
verfucht, durch Erbauung von Vordünen am Strand die Aufnahme des Sandes durch den Wind 
zu verhindern. Dann wurde die Anpflanzung mit tiefwurzelnden, harten Grasarten verfucht, die 
das Ueberlanden und den Anprall der gefchleuderten Sandkörner ertragen, z. B. wie Arundo 
arenaria, Elymus arenarius. llt durch lie die Oberfläche der Düne leidlich beteiligt, fo gefchieht 
die weitere Bepflanzung durch Kieferarten, die Seeftrand- und Krummholzkiefer, nachdem eine 
Verbefferung des Bodens durch Zufulir von Lelim, Moorerde vorausgegangen ift.
        

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