Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3176558
472 
Drehwerkzeuge 
Drehen, Drehbank, 
Docken bezeichnete Reitltöcke, zwifchen deren Spitzen c, d das Arbeitsltück unmittelbar oder 
mittels eines fchwach konifchen und das Arbeitsftück durch Reibung fefthaltenden oder (zum 
Auffchrauben des Arbeitsftücks) mit Gewinde und Anfatz veriehenen Drehftiftes gehalten wird. 
Für Arbeitsftücke mit Spitzen lind die Drehftifte mit Vertiefungen verfehen. Die Drehung der 
Werkttücke erfolgt durch eine auf den Drehltift aufgefchobene Schnurrolle und einen Fiedel- 
bogen. Die Werkzeugauflage (Vorlage) e iit wie die Docken auf der Stange b verfchiebbar; 
bei a findet die Einfpannung des Drehltuhls in einen Schraubftock ftatt.  Meilt werden diefe 
kleinen Drehbänke wie Fig.2 mit einem Spindelftock mit Stufenrollen und Schnurantrieb ausgeführt. 
Spitzendrehbänke nach Fig. 3 werden nur mit Werkzeugauflage h oder auch mit Handfupport 
gebaut. Der obere Schlitten a läßt {ich durch die Spindel c längs, der mittlere Schlitten b durch 
die Spindel d fenkrecht zur Drehachfe und der unterfte Schlitten e auf den Drehbankwangen ver- 
fchieben, auf denen er durch eine Schraube feitgeftellt werden kann. Die Bewegung des Fußbe- 
triebs wird durch eine Kette auf eine Exzenterfcheibe übertragen. An Stelle des Fußbetriebs kann 
auch Kraftbetrieb treten. Eine kleine Mechanikerdrehbank zeigt Fig. 4 (Boley, Eßlingen), 
eine Spitzendrehbank für kleine und mittelgroße Spitzenhöhen Fig. 6 (Defries, Düffeldorf), 
und eine Spitzendrehbank für größere Spitzenhöhen Fig.? (Gebr. Böhringer, Göppingen). 
Von Einzelheiten der Spitzendrehbänke lind zu erwähnen: 
u) Supporte (Schlitten) und -Bewegungen. Auf dem Drehbankbett itt der Bettfchlitten 
geführt, auf dem gewöhnlich zum Einftellen des Drehftahls auf einen beitimmten Durchmeffer, 
fowie zum Plan- ufw. Drehen ein Schlitten (Planfchlitten, Kreuzfupport) aufgefetzt ift, deffen 
Bewegung fenkrecht zu jener des Bettfchlittens erfolgt. Bei den meilten Drehbänken trägt 
diefer einen weiteren Schlitten (Oberfchlitten) mit dem Stichelhaus; die untere Führung diefes 
Schlittens ift gegen den Planfchlitten um eine fenkrechte Achfe  meiit nach Skala  ein- 
ftellbar, Fig. 20, um für das Drehen von Kegelflächen (f. S. 484) den Stahl fchräg zur Drehachfe 
verfchieben zu können. Beim Support Fig. 21 (Schuchardt 8: Schütte, Berlin) bildet der 
Spannfchlitz zur Schlittenführung einen Winkel von 60", wodurch eine bequeme Stellung der 
Handkurbel und nahes Heranfchieben des Supports an das Arbeitsltück bei kurzer Einfpannung 
des Stahls ermöglicht wird. 
Die Bewegung des Planfchlittens erfolgt von Hand oder felbtttätig (f.  Auch die 
Bewegung des Oberfupports gefchieht bisweilen felbtttätig, wobei die Bewegungsübertragung 
vom Leit- oder Zugfpindelantrieb auf die Supportfpindel mittels einer Telefkopwelle oder vom 
Planfchlitten aus gefchieht. Beim Drehen mit dem Plan- oder dem Oberfupport wird der 
Bettfchlitten auf feiner Führung feftgeklemmt. 
Die Verfchiebung des Plan- und Oberfchlittens erfolgt meilt durch Schraubenfpindel 
(Transportfpindel) und Mutter. Bei kleinen Drehbänken und geringen Schnittdrücken findet 
man auch Verfchiebung der Schlitten von Hand oder mittels Handhebels ohne oder mit An- 
ordnung von Zahnftange und Rad (vgl. hierzu Fig. 57).  
Für die Bewegung des Bettfchlittens erhalten die Drehbänke meitt eine Schrauben-(Leit-) 
fpindel, die von einer (meift in der Schloßplatte [Bettfchürze], Fig. 10) gelagerten zweiteiligen 
Mutter (Mutterfchloß) umfaßt wird, fo daß durch die Drehung der Leitfpindel die Verfchiebung 
des Supports erfolgt; durch Entfernen der beiden Mutterhälften von der Leitfpindel (Oeftnen 
des Mutterfchloffes) wird der Vorichub unterbrochen, und die Verfchiebung des Schlittens 
kann von Hand oder in anderer Weife erfolgen. Eine zweite Art der Verfchiebung, die meitt 
mit der erften kombiniert wird, erfolgt durch Abwälzen eines im Support gelagerten Zahnrads 
an einer am Bett feften Zahnttange; die Bewegungsübertragung vom Spindelttock auf diefes 
Zahnrad erfolgt durch Zwifchengetriebe (Vorgelege), die zum Teil am Spindelftock, zum Teil 
im Support angebracht lind, und die durch eine genutete Welle (Zug-, Transportfpindel, Schaft- 
welle) verbunden find. Sind bei einer Drehbank Leit- und Zugfpindel vorhanden, fo wird 
erftere nur beim Ciewindefchneiden, letztere für alle übrigen Dreharbeiten benützt. 
Fig.10 (Gebr. Böhringer, . 
  ä     Gö in en ibt ein Beifpiel 
      eine)? dgr viegen Ausführungen  
  ggf  "r    der Schloßplatte eines Supports s 
  r im  1 mit Leitfpindel und geteilter Qs b 
     
       "   befindlichen enuteten Zu f indel und einem Ke el- 
 " " nägäfflttitmttttFpttmwt-lamm   radwendegetäebe für Vorärgrts- und Rückwärtsgäng 
i       des Supports oder des Planfchlittens, deren wahl- 
     a-igii-r-ld       weite Betätigung durch eine Wechfelkupplung (meift 
g'  ein fchwenkbares Zahnrad) erfolgt. Mutterfchloß 
und Zugfpindelkupplung dürfen nicht gleichzeitig im Eingriff fein, es muß deshalb eine Ver- 
riegelung (Blockierung) ttattfinden, z. B. Fig. 11, bei der durch den linken Hebel das Mutter- 
fchloß und den rechten Griff die Kupplungsmuffe betätigt werden und durch die ausgefchnittenen 
  Schleiben du unld bhdiet Verrjiäegeflirligßttattfinldet. Aehrälighes gilt 
I    auc ür en eic zei i en us c u von an  un anzu  
 Bei manchen gDrehbänkän wird auch Leit- undgZugfpindel ags 
   genutete Leitfpindel kombiniert; bei einfacheren Ausführungen 
   wird oft entweder nur eine Leitfpindel oder  wenn kein Ge- 
  winde gefchnitten werden foll, alfo befonders bei Schruppdreh- 
   x  bänken  nur eine Zugfpindel angeordnet- Die Schruppdreh- 
 bank von L.Löwe 8: Co., Berlin (Fig. 12), beiitzt zwei am 
Fig.12. Drehbankbett fefte Zahnftangen, deren zugehörjge, im Support
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.