Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3176450
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Drainage 
drainage zweckmäßig; in andern Fällen kann [ich eine Mengung, ein Uebergang von einer in 
die andere Methode von felbit als notwendig ergeben. Vollltändig als Querdrainage ilt die 
Entwäfferung dann auszubilden, wenn es lich darum handelt, die Wirkung der Drainage zeit- 
weife aufzuheben, das Drainagewaffer wieder in den Boden zurückltauen zu können. Stauventile 
an den Einmündungen der Saugftränge in den Sammelftrang ermöglichen das letztere. Die 
Staudrainage ilt ein wichtiger Beitandteil des Peterfenfchen Wiefenbauiyftems, 
LBewäfferungsfyfteme. 
Die Ausdehnung der einzelnen Drainagefyfteme iit, abgefehen von den natürlichen, 
durch die Terrain- oder Belitzverhältniffe gegebenen Bedingungen, abhängig von der abzu- 
führenden Waifermenge, von dem gegebenen Gefälle und von der gewählten Länge, Tiefenlage 
und gegenfeitigen Entfernung der Drains. 
Durch die Drains ilt zunächlt diejenige Waffermenge abzuführen, die als Niederfchlag 
auf die betreffende Fläche gefallen ilt. Wollte man aber nur während eines Jahres gleichmäßig 
die durchfchnittliche Regenmenge abführen, fo würden {ich die Verhältniffe des naüen Geländes 
nicht ändern. Es müfien größere Waffermengen und diele auch fchneller aus dem Boden ent- 
fernt werden können. In der Praxis hat lich die zuerft von Vincent [5] aufgeliellfe und von 
Percls  [7] gufgeheißene Regel ausgebildet, daß die Maximalmenge der in einem Monat 
niedergehenden Niederfchläge in 14 Tagen foll abfließen können. Legt man die für regenreiche 
Gegenden paffende Zahl von 180 mm monatliche Maximalregenhöhe  fonft 100-120 mm, 
nach Angaben der jeweils nächlten meteorologifchen Station  zugrunde, fo lind vom Hektar 
in der Sekunde abzuleiten :0,0015 m3: 1,5 l. Außer den unmittelbar auf die 
zu entwäffernde Fläche niederfallenden Regenmengen haben die Drains oft auch von oberen 
Bezirken herunterdringendes Grundwaffer zu bewältigen. Meiit kann dies jedoch außer acht 
gelaffen werden, da das Grundwaffer, wenn es einmal durch die Drainage bis zu einer gewilIen 
Tiefe gelenkt wurde, fich nur ausnahmsweife, durch außergewöhnliche Zuflüffe, wieder be- 
deutend hebt. Auch lind bei der Vincentfchen Annahme die im Sommer fehr bedeutende 
Verdunftung und Aufnahme durch die Pflanzen nicht berückliclitigt. Auf befondere Weife ift 
zu rechnen, wenn große Waffermengen künltlich aufgeleitet, vom Boden filtriert und durch die 
Drainage abgeführt werden miiflen wie auf einem Riefelfeld bei der Beriefelung mit ltädtifchem 
Kanalwaffer. Hier ift zu den berechneten Regenmengen die durchfchnittlich auf das Hektar 
kommende Kanalwaffermenge zuzufchlagen, dabei jedoch zu berücklichtigen, daß oft monate- 
lang wegen der Beltellung größerer Abteilungen mit Getreide, Kartoffeln ufw., die nicht be- 
rielelt werden dürfen, nur kleine Teile (113 bis 112 des ganzen Riefelfelds) die ganze Waffer- 
menge aufnehmen müffen. Man wird alfo beim Projektieren der Drainage eines Riefelfelds die 
ungunltiglie Art der Bewirtfchaffung in der Weile in Rechnung zu ziehen haben, daß man lich 
die hochlte durchfchnittliche Monatsmenge auf der halben Flache des Riefelfeldes gleichmäßig 
verteilt denkt und die Drainage fo anlegt, daß lie diefe Menge in 14 Tagen abfuhren kann. 
Maßgebend für die Menge des abzufuhrenden Waffers ift jedoch die Große der vernäßten 
Fläche allein nicht. Denn auf diefer ltenenbleibendes Waffer kann auch unterirdifch von höher 
gelegenen Orten kommen (Unferfuchung durch Bohrungen). ln folchen Fällen ift es zuweilen 
möglich, das von oben kommende Walter durch einen oben um die Fläche gelegten Strang, 
Koprdrain (vgl. Fig. 13), abzufangen. 
Die liefenlage und die gegenfeitige Entfernung der Drains lind voneinander abhängig. 
Eine beftimmte Tiefe muß nur dann eingehalten werden, wenn eine eigentliche wafferführende 
Schicht im Untergrund vorhanden ilt, die angelchnitfen werden foll. Sonit itt zu berücklichtigen, 
daß die Wurzeln mancher Nutzpflanzen 1-l,5 m in den Boden hinuntergehen und einerleits 
nicht ftandig im Waffer liehen durien, anderfeits nicht in die Röhren hineinwachfen follen. Unter 
1,2 m Tiefe lollte keine Drainage angelegt werden; beffer aber ilt eine größere Tiefe. 
Aus Fig. 2 geht hervor, daß mit der Tiefe eines Drains die Breite des entwafferten Ge- 
ländeitreifens, mithin die zuläflige Entfernung des Drains wächfi, und ebenfo ilt lchon bemerkt 
worden, daß bei durchlaffendein Boden diele Entfernungen größer lein können als bei un- 
durclilaffendem. Die Tiefe ilt natürlich begrenzt durch die Vernaltniffe der Vorfluf. Wenn ferner 
ein 2,5 m tiefer Graben mit einem Drainrohr infolge ungunltiger Bodenbefchaffenheit mehr 
koftet als zwei folcher Gräben von 1,25 m Tiefe, fo wird man vielleicht beffer zwei Drains 
mit der halben Entfernung einlegen. Endlich geht bei dichten Boden und längerer Regendauer 
die Abtrocknung des Bodens langfam vor (ich, wenn die Drains allzu tief hegen. Beltimmte, 
auf wiffenfchaffiichem Wege oder durch umfallende Verfuche erhaltene Anhaltspunkte über die 
bette Draintiefe und über die Wirkungsbreite eines Drains in den verfchiedenen Boden hat 
man nicht. Man muß lich mit praktifchen Regeln begnügen. Als zweckmäßige durchfchnittliche 
Draintiefe gilt falt allgemein 1,5 m. Als Entfernung verlangt Vincent [5] bei mittlerem, 
lehmigem, mit Sandadern durchzogenem Boden die zwölffache Tiefe; Perels  [7] gibt für 
1,25 m Tiefe und ganz dichte Boden in Gegenden, die hoch liegen und geringe Verdunltung 
haben, die Entfernung zu 9 m an und geht je nach der Durclilalligkeit feiolt bis zu 36 m bei 
grobkörnigem Sand. ßefonders große Tiefe der DlulIlS ift auf den Riefelfeldern, bei Beriefelung 
mit llädtilcher Kanaljauche, zu wählen. Dort hat die Drainage nicht nur die Aufgabe, eine fur 
den Pflanzenwuchs ungünltige Höhe des Waffers im Boden unmöglich zu machen, fondern es 
muß dort auch ltets eine möglichli mächtige trockene Bodenfchicht mit offenen Poren vorhanden 
fein, damit die mit dem Walter in die Tiefe gehenden Schmutzltoffe der oxydierenden Wirkung 
der Bodenluft ausgefetzt lind. Auf Riefelfeldern lollte man darum eine Tiefe von 2 m im Durch- 
fchnitt wählen.  
Das Gefäll und die Rohrweite eines Drainltranges, die Gefchwindigkeit des Waffers in 
demfelben und die von ihm geführte Waffermenge lind früher vielfach nach befondeien Formeln
        

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