Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3175627
Dial 
Diamant 
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Krümmung erfahren. Die Fig. 5, 6, 7 und 8 zeigen die in Betracht kommenden Stücke der 
bei einer brechenden Kugeltläche auftretenden Diakaultik, und zwar Fig. 5 für parallel der 
Achle eintretende Strahlen, Fig. 6 für Strahlen, deren Ausgangspunkt um das Doppelte des 
l-lalbmelfers der Kugel von ihrem Mittelpunkte entfernt ift, Fig. 7 für Strahlen, die von einem 
Punkte des Kreifes ausgehen, und Fig. 8 für Strahlen, deren Ausgangspunkt innerhalb des 
Kreiles liegt. Bei allen Figuren gilt die obere Hälfte für den Uebergang der Strahlen aus dem 
dünneren in das dichtere, die untere Hälfte für den Uebergang der Strahlen aus dem dichteren 
in das dünnere Mittel und für n:l,5. 
Literatur: [1] Cayley, A., Phil. Transact. 1857 und 1867.  [2] Pafch, M., Crelles Journal 
1872.  [3] Schellbach, K., Zeitfchr. f. d. phyl. u. chem. Unt. 1.185, 283, 1888; 2. 291, 1889; 
4. 129, 1891. e [4] Derf., und Engels, F., Darltellende Optik, Halle 1878.  [5] Kiefer, A., 
Programm der Thurgauer Kantonlchule für 189lj92, Frauenfeld 1892.  [6] Böklen, H., Math.- 
naturw. Mitteil., Tübingen, III, 1890.  [7] Meifel, Geometrifche Optik, Halle 1886.  [8] Derf., 
Lehrbuch der Optik, Weimar 1889.  [9] Derll, Elemente der geometrifchen Optik, Hannover 
1908.  Auch die Lehrbücher der geometrifchen Optik von Coddington, Loyd und Heath; für 
die Konltruktion der Bilder unter Wafler befindlicher Körper ferner Meilel, Lehrbuch der Per- 
fpektive, Leipzig 1908.   Mgifel 
Dial ilt Diallylbarbiturfäure und dient als Schlafmittel. 
Dialon ilt ein medizinilches Streumittel, das aus gepulvertem Bleipllafter 
und Borläure belteht. 
Dialyfator, Vorrichtung zur Scheidung kriftallinilcher und gelatinöler Sub- 
{tanzen in Löfungen (Krillalloide und Kolloide). 
Die Scheidung (Dialyfe, Osmole, l. d.) beruht auf dem verfchiedenen Verhalten 
diefer beiderlei Subllanzen bei der Diffulion ihrer Löfungen durch feinporöle Scheidewände. 
Der Dialylator, ein flaches Gefäß mit membranölem Boden (Pergamentpapier), läßt auf Walter 
fcliwimmend Zucker- und Salzlölungen ins Waffer diffundieren, hält aber Subllanzen, wie Gummi, 
Eiweiß, nicht kriftallilierbaren Zucker ufw., zurück. Daher verwendet man ofmotilche Vor- 
richtungen, z. B. zum Trennen des Zuckers von der Metalle in der Zuckerfabrikation. R. Ambronn 
Dialyfe nennt man die Trennung gelölter kriltalloider und kolloider Stoffe 
mit Hilfe einer Membran aus Pergament oder tierilcher Haut, die nur die Kri- 
ftalloide durchläßt. Technilche Verwendung findet die Dialyle insbefondere zur 
Reinigung von Eiweiß, Gelatine ulw. S. a. Kolloide. Mezger 
Diamalt ilt ein dialtatifcher Malzextrakt, der von der Diamalt-A.-G., München, für 
Bäckereizwecke zur Lockerung des Gebäcks hergeftellt wird. 
Diamant, reiner Kohlenlloff C, ohne anorganifche Beimengungen. 
Kriftallilierr regulär, meilt als Oktaeder, befonders mit ilachgewölbten Flächen; felten lind 
Aggregate von Kriltallen und derbe Steine. Die einzelnen Kriftalle lind meilt Zwillinge. Spalt- 
bar nach dem Oktaeder. Farblos und wallerhell („Steir1e vom reinllen Walter"), eigenartig und 
ltark glänzend (kleiner Winkel der Totalreflexion), durchlichtig, felten trüb; mitunter gelblich 
und dann weniger gelchätzt. Selten und hoch im Preis lind dunkle, rote, grüne, blaue und 
fchwarze Farben. Die Lichtbrechung und Farbenzerllreuung („Feuer') ift fehr ftark, daher im 
gefchliffenen Zuftand prächtiges Farbenfpiel. Durch llarke Beftrahlung wird Diamant phosphoref- 
zierend, durch Reibung pofitiv elektrifcli; das Leitungsvermögen für Elektrizität ilt fehr gering. 
Seine Härte ilt die größte unter den Mineralien, nämlich zehn in der Härielkala (aullralilche 
Steine lind härter als andere); dabei ilt er lpröde und läßt lich leicht zertrümmern und lpalteii; 
lpez. Gewicht 3,50 bis 3,53. Vor dem Lötrohr ilt Diamant unfchmelzbar, verbrennt dagegen in 
der Rotglut und im Sauerlloffftrom unter Bildung ätzfigurenartiger Vertiefungen zu Kohlen- 
faure, auch nach Entfernung der Wärmequelle; an der Luft geglüht, verbrennt er nur fo lange, 
als die Glühflamme wirkt. Nach Despretz verwandelt {ich der Diamant beim Glühen an der 
Luft vor dem Verbrennen in Graphit. ln größeren Stücken erträgt er bei Abfchluß von Sauer- 
ltoff Temperaturen bis zum Schmelzpunkt des Eifens. In Säuren ift Diamant felblt bei hoher 
Temperatur unlöslich; auch alkalifche Bafen greifen ihn nicht an. Dagegen wird er von einem 
Gemenge von chronifaurem Kali und Schwefelfäure bei 200" gelöft, indem er lich oxydiert. 
Die meilten Diamanten werden auf fekundärer Lagerftatte, alfo da, wo lie nicht gebildet, 
wohl aber mit anderm Material abgelagert wurden, gefunden: In Sanden, Kies, Breccien (Indien, 
Bralilien), Tonen (Wettgriqualand), Gelenkfandltein oder ltakolumit (Bralilien, Ural), in logenannten 
Goldfeifen (Auftralien). Das eigentliche Muttergellein ilt nur in den wenigften Fällen bekannt 
geworden, in Indien foll es nach Chaper ein pegniatitifches Geltein, in Minas Geraäs (Bra- 
iilien) ein granitifches oder lyenitifches Geftein fein. ln Südafrika ilt das Muttergeltein der 
fogenannte ,blue ground" (Blauer Grund), ein vulkanifches Tuffgeltein, das als Ausfüllung 
vulkanifcher Schußröhren („pipes") die Schichten der logenannten Karrooformation durchletzt. 
Ueber die Entltehung des Diamants lind verfchiedene Erklärungen vorhanden. Es wird ver- 
mutet, daß er im Granit unter hohem Druck und Temperatur aus fehr löfungskräftigen Dämpfen 
lich gebildet habe; andere nehmen eine Kriftallilation aus gefchmolzenem Eilen bei fehr hohem 
Druck an (nach dem Vorkommen in Meteoriten). Es fehlte nicht an Verfuchen, Diamanten im 
Laboratorium zu erzeugen, doch haben dielelben lange keinen befriedigenden Erfolg gehabt; 
ertl Moilfan ltellte Diamant durch Auskrillallifation aus einer Lölung von Kohlenltoff in 
llüfllgem Ellen unter Druck dar. Als N a ch ahmun g en von Diamanten werden Bergkriltall und 
farblofe Abarten des Korunds gebraucht. Kiinllliche falfche Diamanten werden aus Bleiglas 
erzeugt. Die befonders gefchätzte blaue Farbe mancher Diamanten wird durch Eintauchen von
        

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