Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3175461
Derivation 
Desinfektion 
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Derivation, die konflante feitliche Ablenkung der Gefchoffe (f. Balliftik). 
Dermatine, lfoliermittel aus Schwefel, Bleioxyd, Eifenoxyd, kohlenfaurem 
Kalk und kohlenfaurer Magnelia, nebft 4001„ organifcher Subftanz. 
Dermatol ift Wismutfubgallat und dient als Erfatz für Jodoform in der 
Wundbehandlung. 
Derrick-Krane, zuerft in Amerika für Bauzwecke verwendete Drehkrane, deren 
hoher Maft durch Spannfeile fenkrecht gehalten wurde, und deren wagrechter 
Schwenkarm eine fahrbare Katze trug. S. a. Hubförderer für Hochbauten. 
Literatur: Handb. d. lngenieurwiffenfch, 4. Teil, 3. Bd., 2. Aufl., i  
Kap. 11, S. 103, und Kap. 12, S. 436, Leipzig 1908. Senßt  f" 
Desalgin ifl kolloidales Chloroform. y" 
Descartesfches Blatt (Folium von Descartes), eine f"; 
Kurve dritter Ordnung.   
Gleichung xß lya- 3p xy : O, oder: x zäii-iq y z Tä-ipl: f "  
Literatur: Rychlicki, S., Das Folium von Descartes, Wongrowitz 1884. H!  
  Wölffing  
Defenlibilifatoren. Manche Farblloffe und auch farblofe Subftanzen nehmen dem 
Bromfilber faft gänzlich die Lichtempfindlichkeit (Entwicklungsfähigkeit), ohne das latente Licht- 
bild wefentlich anzugreifen (fogenannte „Defenfibilifatoren", endeckt von Lii ppo-C ramer 1920). 
Man badet die belichtete Trockenplatte in verdünnten Löfungen folcher ,D efenfibil i fatoren" 
2 Minuten lang im Finllern und kann fie dann bei verhältnismäßig hellem Lichte fertig ent- 
wickeln, z. B. Phenofafranin oder das kräftiger wirkende Pinakryptalgrün der Höchfter Farb-  
werke in Löfungen 115000. Eine Löfung von Amidol 1:l0000 als Vorbad wirkt ähnlich. Auch 
für farbenempfindliche Bromtilberfchichten, Autochromplatten verwendbar. J. M. Eder 
Desinfektion, Desinfektionsmittel, Desinfektionsapparate. Unter 
Desinfektion im engeren Sinne verfteht man die Vernichtung der Bakterien 
und ihrer Dauerformen (Sporen). In weiterem Sinne wird unter Desinfektion 
auch die Vernichtung tierifcher und pflanzlicher Paraüten verftanden. 
Als lnfekfionsträger kommen bei den anfteckenden Krankheiten fämtliche menfchliche 
Ausfcheidungen fowie bei Wunden Blut und Eiter in Betracht. Die Urfache der Infektions- 
krankheiten ift auf gewiffe Bakterien (Spaltpilze), kleine einzellige pflanzliche Gebilde zurück- 
zuführen. Ihre Dauerformen (Sporen) lind durch befondere Widertlandsfähigkeit ausgezeichnet. 
Bei den Bakterien unterfcheidet man faprophytifche, d. h. 
folche, die nur auf totem Material leben, und pathogene, die lt 
im Tierorganismus Krankheitszuftände hervorrufen, ferner unter- w. 
fcheidet man aerobe und anaerobe Arten fowie fakultativ-  i 
anaerobe; erftere Art braucht Luft zu ihren Lebensbedingungen, "l l" (l 
die zweite Art gedeiht bei Luftabfchluß, und die dritte Art kann llll llll  
auch ohne Luftabfchluß leben. llllllll  
Bei den Desinfektionsmethoden ift zu unterfcheiden zwifchen l-ll  
den phyfikalifchen und den chemifchen. lt lll it'll 
Zu den phyfikalifchen Methoden zählen: 1. das Ver- ll wl"  
brennen, 2. das Austrocknen, 3. die Anwendung von Licht, ins-   7-  
befondere von ultravioletten Strahlen, z. B. beim Sterilitieren von  ltljl  {f  
Trinkwaffer, ferner Röntgen- und Radiumftrahlen, 4. trockene Hitze  wlll  l. l  
(160-170"), 5. kochend heißes Waffer (mindeflens 15 Minuten), lllllllllllll v   
6. Dampf, eventuell unter Anwendung von Druck. Ollwllll   
Zu bemerken ift, daß Kälte ohne befonders fchädigenden Ein- Wllllllllll" ä   
fluß auf Bakterien ift.    
Bei den chemifchen Methoden unterfcheidet man zwifchen     
deriftnwendung von 1. gasförmigen Stoffen, 2. flüftigen und feften  W  ll  l I? 
Sto en_ ivä W w"! Wllülg.  1M u! 
Von den gasförmigen Stoffen fpielt die Anwendung von   Ihre- 
Chlor, ferner die von Kohlenoxyd und Kohlendioxyd zur   "'15 lllk.iiuittrr;rttttti. l  
Vertilgung von Ratten in Schiffen, ferner die Anwendung von l Wl-{lll Jlllh BIFIMN  
fchwefliger Säure (Schwefeldioxyd, S02), namentlich im Gä- y  l jßllyflll  
rungsgewerbe eine Rolle, ferner zur Bekämpfung der Obftfchädlinge l tll f. jll, "llxr,  
fowie zur Zerftörung der Mehlfchädlinge in Mühlen die Blau- l   gl-ll,  
faure, bei der Wohnungs- und Raumdesinfektion vergaftes Form-  lll  llflll   K? 
aldehyd (f. unten).  "  Vl llivllll     
Vondenflüffigen und feften Desinfektionsmitteln jäßwiw   
follen die wichtigiten nacheinander befprochen werden: F191- 
Brom und Jod ähneln in ihrer Wirkung der des Chlors, arfenhaltige Mittel werden 
bei der Bekämpfung der Pflanzenkrankheiten fowie in Form von Salvarfan zur Blutdes- 
infektion bei Protozoenkrankheiten (Syphilis) verwendet. Bei den Hyd roxy d en der Alkalien 
und lirdalkalien fowie den Alkalikarbonaten ift zu bemerken, daß nur konzentriertere 
Löfungen desinfizierend wirken, während fchwach alkalifche Reaktion das Gedeihen der Bak- 
terien fördert. (Laugen müffen wenigftens in l0ofuiger Stärke angewandt werden.) Eines der
        

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