Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3175425
Deüterformation 
Dekapieren 
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lage (l. d.) bildet. Eine Verltärkung des Deichs läßt lich in diefem Falle durch Herllellung 
eines Fangdammes auf der Außenböfchung (vgl. Fig. 1) bewirken, während alle derartigen 
Arbeiten auf der durchweichten Binnenböfchung zu vermeiden lind.  Ablackungen der 
Außenböfchung lind feltener und können nur vorkommen, wenn der Strom den Fuß des 
Deiches unterwalchen hat, diefem alfo das nötige Vorland fehlte. Hier helfen Steinfchüttungen 
oder befler mit Steinen gefüllte Senkfafchinen oder Sandläcke in größerer Menge, die als Erfatz 
für die fortgeriffene Böfchung dienen müflen.  Die Durchweichung des Bodens am Fuße 
der binnenfeitigen Bölchung und ihr Fortlchieben oder Herauspreflen während des Hochwaffers 
ift dann möglich, wenn der Deich in der Nähe eines Kolkes eine „Auslage' bildet und diefe 
nicht durch einen Kuverdeich umgrenzt ift. Die hierdurch hervorgerufene Gefahr ilt befonders 
groß. weil der in Bewegung geratene Untergrund den Einfturz einer längeren Deichltrecke zu 
bewirken pflegt und gewöhnlich auch bedeutende Auskolkungen entliehen. Diefer Gefahr läßt 
{ich nur dadurch vorbeugen, daß der fehlende Kuverdeich in möglichlier Eile hergeftellt oder 
durch einen Fangedamm erfetzt wird.  Die Befchädigung durch Wellenlchlag an 
Deichen, die an der See oder in breiten Flußlirecken liegen, beginnt damit, daß zunächft in 
die glatte Fläche der Außenbölchung kleine Vertiefungen (Spülftellen) gerillen werden, die licli 
allmählich zu Schöllöchern vergrößern und die darüberliegenden Bodenteile ihres Halts be- 
rauben. Diefer Vorgang pflanzt lich bei anhaltendem Wellengange allmählich bis zur Kappe 
des Deiches fort und bereitet dadurch die fogenannte Kappftürzung vor, bei der ein Teil 
der Kappe abrutfcht.  Hat man es mit einem Seedeich zu tun, lo lind bei Eintritt der Ebbe 
die Befchädigungen der Außenbölchung nach erfolgter Abfchrägung der lleilen Bodenkanten 
durch eine Spreutlage aus Bulch einzudecken, und zwar auf einer Unterlage von Stroh, Rohr 
oder Heidekraut, oder es ift die möglichft gut eingeebnete Fläche mit Stroh zu belticken. Unter 
Umftänden lalfen fich auch geflochtene Hürden von 4-6 m Länge und O,6-1,5 m Breite 
(logenannte Flecke), ferner Lagen von Brettern, die durch Querhölzer und Pfähle befeftigt 
werden, oder mit Sandfäcken belchwerte Segel mit Erfolg verwenden.  Bei Flußdeichen ilt 
den durch Wellenlchlag herbeigeführten Befchädigungen der Außenböfchungen am betten durch. 
Fafchinen, Strohdecken, Flecken oder Aufbringen einer Lage Schüttltroh vorzubeugen; die 
Beteiligung gefchieht durch Pfähle unter 
Mitverwendung von Würften oder Stroh-  STMPYIIÜ (ß  
feilen. Etwa entltandene Löcher lind vor   
Aufbringen der Schutzdecke mit Sand-    
fäcken, Dünger, tonigem Boden oder Stroh  M, er      
auszufüllen. Bei beginnendem Kappfturz  f  
eines Deiches hilft am fchnellften das Ein- F, 2 
fchlagen von fenkrechten, durch ein Gurt- g'  
ftück verbundenen Brettern auf der Außenfeite des Kapplturzes; hinter diele wird Milt, Stroh 
oder gute Erde gepackt. Haltbarer, aber zeitraubender ift die Verwendung ftärkerer Hölzer 
nach Fig. 2. Aus ihnen llellt man eine Holzwand her, die tunlichft in der Linie der Kappe 
liegt und gleichfalls in befchriebener Weile hinterpackt wird. Sduulze 
Deifterformation oder -fChlChtEfl, auch Wealden- oder Hilsformation 
werden in der Geologie die älteiten Kreidebildungen in Norddeutlchland (Welt- 
falen, Hannover und Braunfchweig) genannt. 
Es lind Ablagerungen lüßen und brackigen Walters, Schiefertone, Sandfteine und Kohlen- 
flöze, letztere gelegentlich abbauwürdig. Als gefchätztes Baumaterial gilt die untere Abteilung 
der Deifterfchichten, der fogenannte Deifter-, Wealden- oder Hilsfandftein, ein weißer, hell- 
gelber oder hellgrauer, ftellenweife durch Kohlebeimengung dunkel gefärbter, mittel- bis fein- 
körniger, dickbankiger Sanditein. Er belieht wefentlich aus gerundeten Quarzkörnern, die ein 
kiefeliges, feltener toniges Bindemittel verkittet. Durch Fehlen des Bindemittels geht er in Sand, 
durch Aufnahme von Geröllen in Konglomerate über. Die Druckfeltigkeit lchwankt zwilchen 
500 und 1000 kglcmz; lie beträgt bei dem fogenannten Obernkirchener Sandltein vom Kamm 
des Bückeberges 687 kg. Der Sandliein dient vorzugsweife zu Hochbauten, Verkleidungen, 
Ornamenten ulw.- Brduhdufer 
Dekagonalzahlen (Zehneckzahlen), Polygonalzahlen von der Form 
n (4 n  3), alfo 1, 10, 27, 52.  wenn man n der Reihe nach I1, 2, 3, 4   fetzt. 
Dekameter (Kette oder Stab), Längenmaß von 10 m Länge. 
In Deutlchland als Maßbezeichnung nur bei einer Wiederholung der Eichung bis zum 
31. Dezember 1896 zugelalfen. 100 Dekameterzl km. S. a. Metrilches Syftem und 
Längenmaße. Plato 
Dekapieren, Verfahren, Metalle von anhängendem Oxyd oder Glühfpan 
durch Eintauchen in verdünnte Säure (meilt (Salzläure) zu befreien. 
Zink wird meilt mechanifch durch Scheuern mit Sand und Bimslteinpulver dekapiert, 
aber auch das beim Gelbbrennen benutzte Bad leiltet ausgezeichnete Dienfte. Für größere, 
nicht zu tauchende Gegenftände nimmt man eine Löfung von weinlaurem Kali-Ammoniak, ver- 
dickt diefe mit fo viel Ton, daß ein flülliger Brei entltelit, und trägt diefen auf. Nach wenigen 
Stunden reibt man den Gegenliand mit einer Bürlte ab und verwendet dabei auch feinen, mit 
der Beize angefeuchteten Sand. Mefling, Tombak, Kupfer und Neulilber werden durch Ein- 
tauchen in eine Mifchung von l Teil Schwetelläure auf 8710 Teile Waffer dekapiert, indem 
man lie in dieler beläßt, bis die fchwarze Oxydhaut gelöft ift, und lie dann dem Gelbbrennen 
unterwirft. gr, K, Amre,
        

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