Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3175188
Dauerverfudze 
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geftellt Wird. Durch Anftellen der Schraube S kann das Zurückfedern des Probettabes be- 
grenzt, alfo eine untere Spannungsgrenze erzielt werden. 
Bei der Zugmafchine Fig. [25] itt der Probeitab P an H angelenkt und H1 zur 
Kraftmeffung durch F belaftet. Der Kraftangriff erfolgt bei K über eine zwifchengefchaltete 
Feder zur Vermeidung {toßweifer Beanfpruchung des Probeftabes. 
Bei der Mafchine für Drehbeanfpruchung Fig. 4 [25] ruhen beide Enden des 
Probeitabes P in Lagern L und tragen außerhalb der letzteren je einen Hebel H. Von ihnen wird 
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der eine durch Exzenterantrieb in fchwingende Bewegungen verfetzt, denen der andere H unter 
Drehen von P folgt, bis die Stellfchrauben S {ich auf die Hebel h auflegen. Hierbei werden die 
Federn F fchließlich {oweit angefpannt, daß die gewünfchte Drehbeanfpruchung des Probeftabes 
erreicht wird. Alsbald kehrt auch der Exzenterhub um. Zum Verdrehen nur nach einer Rich- 
tung wird einer der Hebel h ausgefchaltet. Aus den Ergebniffen folgerte Wöhler: 
1. Glatte Stäbe befitzen größere Dauerhaftigkeit als {olche mit fcharfen Querfchnitts- 
änderungen. Hohlkehlen milderten den {chädlichen Einfluß der letzteren. 
2. Erfchütterungen befchleunigen den Eintritt des Bruches. 
3. Mit wachfender Gefchwindigkeit der Laitwechfel nimmt Z3 ab. 
4. Bleibende Formänderungen durch Beanfpruchungen über die Elaftizitätsgrenze hinaus 
vollzogen {ich zu Anfang des Verfuches und blieben hernach unverändert. 
5. Je geringer die bleibende Durchbiegung unter ruhender Belaitung war, detto dauer- 
hafter war das Material bei derfelben Spannung. 
6. Bruch läßt {ich auch durch vielfach wiederholte Schwingungen herbeiführen, von denen 
keine die abfolute Bruchgrenze erreicht. Maßgebend für den Eintritt des Bruches 
ift der Unterfchied zwifchen der oberen und unteren Schwingungs{pan- 
nung, mit Zunahme der oberen nimmt der zuläffige Spannungsunter- 
fchied ab. (Wöhlerfches Gefetz.) 
Spangenberg hat die Verfuche von Wöhler fortgefetzt  
b) Die Baufchingerfchen Dauerverfuche (1881) unter Zugbelaitung mit Mafchinen, 
Bauart Wöhler, führten zu folgenden Ergebniffen   
1. .Wenn bei wiederholten Anitrengungen auf Zug, deren untere Grenze Null ift, die 
obere Grenze in der Nähe der urfprünglichen Elaitizitätsgrenze liegt, {o wird auch durch 
 Wiederholung diefer Anftrengungen der Bruch nicht erreicht." Voraus- 
efetzt iit hierbei, daß das Material vollkommen fehlerfrei ift. Geringe Fehlftellen auf der 
äberfläche und auch im Innern des Stabes machen {ich befondes bei dem homogenen Fluß- 
eifen in einem frühzeitigen Bruch geltend. Schweißeifen fcheint dagegen für kleine Ober- 
flächenfehler {alt unempfindlich zu fein. Ferner iit zu berückfichtigen, ob die gefundene Ela- 
itizitätsgrenze des Materials nicht fchon vorher durch mechanifche Bearbeitung künfilich allzu 
noch gehoben war. 
2. ,Durch oftmals wiederholte Anitrengungen zwifchen Null und einer oberen Spannung, 
die in der Nähe oder auch mehr oder weniger über der urfprünglichen Elaftizitätsgrenze gelegen 
iß, wird diefe gehoben, und zwar bis über, manchmal weit über die obere Grenze der An- 
mengungen hinaus und um {o höher, je größer die Anzahl der Anftrengungen iit, ohne jedoch 
eine gewiffe Höhe überfchreiten zu können.' ln diefer Beobachtung liegt zugleich eine Be- 
[Iätigung des .Wöhlerfchen Gefetzes' (f. vorftehend). 
3. .Wiederholte Anftrengungen (Schwingungen) zwifchen Null und einer oberen Grenze, 
welche die urfprüngliche Elaitizitätsgrenze noch über ihre obere Spannung hinauszuheben ver- 
mögen, führen den Bruch nicht herbei; wenn aber ihre obere Grenze {o hoch liegt, daß die 
Elaitizitätsgrenze nicht mehr darüber hinausgehoben werden kann, {o muß der Bruch nach einer 
befchränkten Anzahl folcher Anilrengungen erfolgen." 
4. „Die Zugfeiligkeit zeigt {ich durch millionenmal wiederholte Anitrengungen nicht ver- 
mindert, eher erhöht." 
5. .Oftmal, millionenmal wiederholte Anftrengungen des Eifens und Stahls bringen kein e 
Aenderung der Struktur hervor.' Die eigentümlichen Zeichnungen, die an Brüchen ertichtlich 
find, die während folcher wiederholten Anitrengungen entitanden, rühren von einer Struktur- 
änderung her, die {ich lediglich auf die äußerfte Oberfläche der Bruchftellen befchränkt. 
2. Die neueren Dauerverfuche. 
Sie unterfcheiden {ich nach der Art der Materialbeanfpruchung in: 
I. Verfuche mit zyklifchem Spannungswechfel, bei denen der Wechfel zwifchen der oberen 
und unteren Spannungsgrenze (60 und 1711) iich in ununterbrochenem Kreislauf, ohne plötzliche 
Aenderung, vollzieht,
        

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