Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3174746
Dampfmajdzinenberedznung 
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Die mittlere Spannung pi, d. i. die mittlere Ordinatenhöhe des Diagramms (Fig. 1), be- 
ftimrnt man entweder durch ein Planimeter(f. d), oder indem man (ich die Diagrammfläche 
etwa in zehn gleichbreite fenkrechte Streifen zerlegt denkt, die mittlere Höhe diefer Streifen in mm 
beftimmt, alle zehn Werte addiert und durch 10 dividiert. Das Ergebnis iti pi in mm; um p,- in 
kgjcmzzu erhalten, hatman den gefundenen Wert ,  S, 
noch durch den Kräftemaßltab der beim Indi-  
zieren benutzten Indikatorfeder (z. B. 1 kglcm"  __a     
z 10mm) zu dividieren. Die Beftimmung der f 1b  
effektiven Leiftung kann durch Bremfung oder    
durch Transmiflionsdynamometer (LDyn amo-   IP, 2 
meter) gefchehen; erllere ift jedoch nur bei lP  
kleinen Mafchinen leicht und auf längere Dauer  F,   
ausführbar. Das Bremfen großer Mafchinen-    
leiftungen wird wegen der damit verbundenen   
Umltändlichkeiten, Schwierigkeiten und Ge-    
fahren nur felten vorgenommen. Um ein Urteil  Pci, c 
über die inneren Reibungswiderltände der   A  m d 
Dampfmafchine zu gewinnen, und um die effek-   {Fr I, , 
tiveMafchinenleiftung angenähert befiimmen   
zu können, begnügt man {ich in der Regel A  v    
mit der Ermittlung der indizierten Leerlauf-  äif  fdl 
leiftung Nz durch den Indikator; es ift dann an- F5 3- T55-       f;    v": 
genähert Ne : Ni  N1. ln Wirklichkeit müßten 6 J 
noch die durch die fogenannte zufätzliche        _s_        
Reibung (f. unten) veranlaßten Verlulte abge- Fig. 2. Theoretifches lndikatordiagramm. 
zogen werden, über deren Größe jedoch all- 
gemeingültige Werte nicht angegeben werden können. Für eine in Creuzot eingehend unterfuchte 
150 pferdige Einzylindermafchine ergab iich beifpielsweife 
Ne:0,902 Ni- 16 bei Betrieb mit Kondenfation, 
Ne:0,945Ni- 12 „ „ ohne „ 
2. Es follen für eine gegebene Leiftung die Abmeffungen und Arbeits- 
verhältniffe der Mafchine ermittelt werden. 
Außer der Leiftung Ne bzw. N1 wird gewöhnlich noch der größte Keffelüberdruck p); 
in kgfcmg bekannt fein. Man beginnt mit der Aufzeichnung des theoretifchen Indikatordia- 
gramms (Fig. 2). Hierzu muß zunächlt die Höhe der abfoluten Einlaßfpannung p be- 
ltimmt werden; p folgt aus pk unter Berücklichtigung der beim normalen Keffelbetriebe auf- 
tretenden Schwankungen der Keffelfpannung fowie des Druckverlultes bei der Fortleitung des 
Dampfes vom Keffel bis zur Mafchine (f. Dampfleitungen). Stehen nähere Angaben über 
die Länge, den Durchmeffer und die fonfiigen Verhältniffe der Dampfleitung und des Keliel- 
betriebes nicht zur Verfügung, fo kann die abfolute Eintrittsfpannung p für normale Verhältniffe 
(mäßige Länge der Leitung, mäßige Dampfgefchwindigkeit ufw.) annähernd aus der Gleichung 
     
In dem Diagramm (Fig. 2) find nun folgende Dampfperioden zu unterfcheiden: 
I. Kolbenhub von a, nach d,         sl: Füllung; s, : Expanfion; .93: Vorauslaß. 
II. Kolbenhub VOIl dl nach (11         8421511151313; S5 : Kompreffion; gozvoreinlaß, 
Die Diagrammlänge s wird gleich einer durch 100 leicht teilbaren Zahl gewählt, weil die 
Kolbenwege 81,82 ufw. in Prozenten von s ausgedrückt werden. Für die Diagrammhöhe iff 
ein beitimmter Kräftemaßttab, z. B. 1 kgfcmiü: 10 mm, anzuwenden. 
Während der Füllung iinkt die Spannung von p auf p, hDie Größe p-pl diefes 
Spannungsabfalles  Drof f elun g genannt  ilt nach der in Ausficht genommenen Steue- 
rungsart fchätzungsweife zu bemeffen. Die Droffelung fällt um I0 größer aus, je enger die 
Dampfkanäle iind und je langfamer das Steuerorgan den Kanal abfchließt. Eine annähernde 
Beltimmung des Droffelungsabfalles zeigt Fig. 3. 
Mit befonderer Sorgfalt itt die Wahl der Füllung slzs zu treffen, da hiervon die 
wirtfchaftlichen Eigenfchaften der Mafchine abhängen. Die Füllung muß mindeftens fo groß 
fein, daB am Ende der Expanfion der Dampfüberdruck  (i. Fig. 2) noch ausreicht, um 
die Reibung in der Mafchine überwinden zu können. Gewöhnlich kürzt man die Expantion 
noch mehr ab, d. h. man wählt pe-p0)als den Reibungswiderttand, da bei einer Abkürzung 
der Expanfion die Mafchine kleiner und billiger wird. Wie weit mit der Abkürzung der 
Expanfion bzw. mit der Vergrößerung der relativen Füllung slzs zu gehen ift, richtet {ich 
nach den Dampf- oder Brennftoifkoften, nach der täglichen Betriebszeit der Mafchine, nach dem 
Umfiande, 0b eine fpätere Betriebserweiterung zu berücklichtigen ilt oder nicht, und nach 
fonftigen wirtfchaftlichen Gefichtspunkten (f. a. die Bemerkungen über den Einfluß der Ein- 
trittskondenfation S. 274 d.  Die Größe der Füllung slzs ilt außerdem bei gleichem End- 
überdruck der Expantion pg-po noch abhängig von der Einlaßfpannungp (bzw. von p1),d61' 
Auslaßfpannung p, (Auspuff oder Kondenfation) und dem Verlauf der Expanfionslinie bc(Fig. 2). 
Man expandiert den Dampf gewöhnlich bei Einzylinderauspuffmafchinen bis auf pe:  
bei Verbundauspuffmafchinen bis auf  bei Einzylinderkondenfationsmafehingn 
auf  bei Verbundkondenfationsmafchinen auf  kgfcmz. 
Als Anhalt für die Wahl der wirtfchaftlich günttigften Füllung s,:s können die Werte der 
folgenden Tabelle gelten.
        

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