Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3173565
Chloanthit 
Chloramin 
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Chloanthit, Weißnickelkies, Arfennickelkies AszNi (28,1 "f, Ni, 71,905 As, 
ltets mit Beimifchung von C0 und Fe), kriftallifiert regulär, meift derb, feinkörnig 
bis dicht, mitunter ftenelig; fpröd; zinnweiß, leicht grau und fchwarz anlaufend 
oder im verwitterten Zuitand einen grünen Befchlag von Nickelblüte zeigend. 
       
Gibt im Kolben Arien unter Rotfärbung ab; fchmilzt leicht auf Kohle vor dem Lötrohr 
unter Abgabe von Arfenrauch. Löslich in Salpeterfäure mit grüner Farbe. Wird zur Gewinnung 
von Arien und Nickel benutzt. Häufig zufammen mit Speiskobalt (CoAsi. ßrauriaufer 
Chlor, Cl, Atomgew. 35,5, fpez. Gew. (Luftzl) 2,45, iit ein bei gewöhn- 
lichem Druck und gewöhnlicher Temperatur gasförmiger Stoff von gelbgrüner 
Farbe, erltickendem Geruch und äußerft giftigen Eigenfchaften. 
Von WalTer wird es am reichlichften bei 9-10" gelöft. Gefattigtes Chlorwaffer fcheidet 
bei OOChIorhydrat aus. Bei entfprechender Kühlung und erhöhtem Druck kann Chlor zu einer 
dunkelgrünlichgelben Flüffigkeit verdichtet werden, die bei -33,60 fiedet. Mit Wafferltoff 
verbindet {ich das Chlor im Sonnenlicht unter Explolion zu Chlorwafferftoff (Salzfäure). 
In den Laboratorien ftellt man Chlor durch Erwärmen von Salzfäure und Braunltein her, wobei 
{ich Chlorgas nach der Gleichung  Cl, bildet, oder man er- 
wärmt ein Gemenge von Koclifalz und Braunliein mit Schwefelfäure, wobei {ich neben Natrium- 
fulfat und Manganfulfat ebenfalls Chlor bildet nach der Formel  
 An weiteren Laboratoriumsmelhoden zur Herttellung von 
Chlor lind zu erwähnen die Behandlung von Chloraten mit Salzfäure, die Verwendung von 
Kaliumpermanganat und Salzfäure und die Einwirkung von Salzfäure auf Chlorkalk. 
Was die technifche Darilellung anbelangt, fo wird heute das meilte Chlor auf elektrolyti- 
fchem Wege durch Zerfetzung der Alkalichloride gewonnen, während früher das meiite Chlor 
nach dem Weldon- und Deacon-Verfahren erzeugt wurde. 
Beim Weldon-Verfahren läßt man auf Braunltein Salzfäure einwirken und trachtet 
danach, das eritftehende Manganchlorid zu regenerieren, indem man den fauren Schlamm mit 
kohlenfaurem Kalk neutralifiert und ablitzen läßt. Die klare Fliiffigkeit zieht man ab, zerfetzt 
üe mit einem Ueberfchuß an Kalkmilch und bläft Luft durch. Dabei wird das Mangan als 
Manganhydroxyd gefallt und durch den Luftfaueritoff in Mangandioxyd übergeführt, das in 
Verbindung mit Aetzkalk als Kalziummanganit in Form eines fchwarzbraunen Schlammes ge- 
wonnen wird. Diefer wird nun wieder in die Chlorentwicklungsgefäße zurückgebracht- Nach 
dem Verfahren von Deacon wird Kupferchlorid auf Tonkugeln gebracht; diefe erhitzt man 
und leitet ein Gemifch von Salzfäuredampf und Luft darüber. Es bildet fich dabei Chlorgas, 
und das Kupferchlorür wird immer wieder regeneriert. 
Auf dem Wege der Elektro lyfe wird Chlor entweder aus Salzfäure oder aus wäfferigen 
Löfungen der Chloride bzw. gefchmolzenen Alkalien gewonnen, wobei gleichzeitig auch Alka- 
lien erzeugt werden. Von den letztgenannten Verfahren lind zu erwähnen das Diaphragma- 
verfahren, das Queckfilberverfahren, das Glockenverfahreri und das Schmelzflußverfahren. Beim 
Diaghragmaverfahren werden Löfungen von Chloralkalien (meill; Kochfalz) elektrolyfiert, 
die hlorionen gehen zur Anode und werden entbunden. Die Natriumionen zerfetzen an der 
Kathode das Waffer und ltreben bei einer Anhäufung als Hydroxylionen zur Anode zurück. 
Diefe Rückwanderung wird durch das Diaphragma erfchwert. Letzteres betteht aus einer Ton- 
zelle.  Beim Queckfilberverfahren dient Queckfilber als Kathode, nimmt das Natrium 
als Amalgam auf und gibt es dann an WafTer als Alkalihydrat ab. Auf diefe Weile kann 
ein fehr reines Aetzalkali gewonnen werden.  Beim Glockenverfahren werden die 
ftörenden Nebenreaktionen bei der Rückwanderung der Hydroxylionen an der Anode durch 
eine horizontale Lagerung der letzteren vermieden.  Das Schmelzflußverfahren wird 
nur da angewendet, wo die Elektrizität fehr billig ift. 
Das erzeugte Chlor wird entweder komprimiert, in Stahlflafchen in den Handel gebracht 
oder unmittelbar in den Betrieben zu Bleichzwecken verwendet oder aber über Aetzkalk ge- 
leitet und fo Chlorkalk dargeftellt. Das verflüffigte Chlor wird in befonderen von der Bamag- 
fowie von der Chlorator-Gefellfchaft in Berlin konftruierten Apparaten zum Sterililieren 
von Trink-, Bade- und AbwalIer neuerdings in ausgedehntem Maße verwendet. 
Literatur: Ullmann, Enzyklopädie d. techn. Chemie, Berlin l9l4ff. Illenger 
Chloralformamid entfteht durch Einwirkung von Chloral auf Formamid 
und bildet farblofe Kriftalle von bitterem Gefchmack mit einem Schmelzpunkt 
von 117". Es wird wie das Chloralhydrat als Schlafmittel verwendet. Mezger 
Chloralhydrat iit ein in monoklinen Tafeln kriftalliiierender Körper von der 
Zufammenfetzung CCZ,  CH  (0111)„ der {ich aus dem Chloral (Trichlorazetaldehyd), 
welches ein farblofes Oel vorftellt, bei Einwirkung von Waffer unter liarker 
Wärmeentbindung bildet. 
Das Chloralhydrat fchmilzt bei 53", belitzt einen fcharfen, kratzenden Gefchmack und 
findet als Schlafmittel Anwendung. Das Chloral entfteht durch Einwirkung von Chlor auf 
abfoluten Alkohol, dabei bildet fich zunächlt Chloralalkoholat, welches beim Behandeln mit 
Schwefelfäure in der Wärme in Chloral übergeht. Das im Rohchloral-Alkoholat noch vorhanden 
gewefene Aethylchlorid entweicht dabei, ebenfo gasförmige Salzfäure. Mczger 
Chloramin iit das Para-Toluolfulfochloramidnatrium, das von der chemifchen Fabrik 
Heyden fowie von der chemifchen Fabrik Fahlberg unter der Bezeichnung Mianin her-
        

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