Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171933
Bohr- 
und Sprengarbeit 
fogenanntes Pikralpulver verwendet. Die Pikrinfäurefprenglioffe lind zweckmäßig zu Sprengungen 
in dauernder Kälte, da fie, bis etwa -700 abgekühlt, ihre Sprengwirkung nicht verlieren. 
5. Sicherheitsfprengftofie werden in fchlagwetter- oder kohlenllaubgefährlichen 
Bergbauten verwendet. Das Dynamit kann nicht als fchlagwetterficher angefehen werden. 
Hauptfächlich werden die Ammonfalpelerfprenglioife, wie z. B. Allralit, Donarit, Wellphalit u. a., 
auch die Karbonite als Sicherheitsfprengftoffe verwendet, wenn auch diefe unbedingte Sicher- 
heit nicht gewähren. 
2. Zündmittel. 
Die Zündung der Sprengftoffladungen erfolgt entweder unmittelbar durch brennende oder 
glühende Körper oder mittelbar durch Explolion leicht entzündlicher Sprengiloffe (Detonati0ns- 
zündung); lie itt zur Erreichung wirkungsvoller Explolion bei einer größeren Zahl von Spreng- 
ftoffen, wie bei den aus den Nitroverbindungen der Kohlenwafferfloffe fowie bei den aus Nitro- 
glyzerin hergeitellten erforderlich. Zur Detonationszündung werden meift Zündkapfeln, das 
lind mit einem Gemenge von Knallqueckfilber und Mehlpulver oder Schwefel, auch Salpeter, 
Kaliumchlorat oder Trinitrotoluol gefüllte Kupferhiitchen von 0,2-l,5 g Zündfatz, gebraucht. 
Einige tchwer explofible Sprengftoffe (Rackarock, Sprenggelatine, Kampfergelatine 
 l" ufw.) erfordern außerdem noch Zündpatronen aus leichter exploliblen Sprengltoffen. 
Die Zündung der Zündkapfel erfolgt durch Schnurzündung oder 
Z elektrifche Zündung. 
 Zur Schnurzündung werden 4-5 mm ttarke röhrenförmige, auch wohl 
 'sj' mit Alaun oder Bleizucker getränkte (Vermeidung der Verbrennung) Hanf- 
  a  fchnüre mit etwa 2,5 mm Itarker Füllung von Mehlpulver verwendet, die 
  K durch Teer, Wachs, Afphalt, Kolophonium oder Guttapercha (leicht brüchig, 
K "   nicht bewährt) gegen Durchnaffen gefchütztwerden und mitetwa 50-80 cmlmin 
  Eeffläwtiäidigäeg lärennen; dzie Zündfchnüre Zdiilggö) wercäenkitn die Zünd- 
;  ä ape ' un iee in die ünd atrone N der a un ge ec  
 d N Zur elektrifchen Zündung gverden zwei Kupferdrähte verwendet, deren 
H 26 Fi 25 Enden in die Zündkapfel oder ZündmalIe eingeführt werden. 
g'  g"  Bei der Funkenzün du ng bilden die Enden der Drähte einen Spalt, 
der das Ueberfpringen eines die Zündmaffe zündenden Funkens eirnöglicht, wie Fig.2d zeigt, 
lIl der K die Zündkapfel, b eine befondere Zundmaffe (meitt Kaliumchlorat und Schwefel- 
antimon), d die Zündmafie der Kapfel und a die Ifoliermaffe (Kolophonium, Afphaltmaffe) be- 
zeichnen.  Die Funkenzündung erfolgt meift durch Reibungsapparate (Bernhardt, 
läbnher, Kromer), die den Reigungselektriüärmafchinerg ähnlich gebaut Iind, oder feltener 
urc dynamoele tri che ( iemens, ür in, mlth) und ma netelektrifche 
Mafchinen (Magnetinduktoren Breguet, MarkusgScola) mit Wicklung fgür hohe Spannung. 
Den Reibungsapparat Bornhardt zeigt Fig. 27, worin B die Glasfcheiben, R die Reibungs- 
ü kiffen, F die Leidenerflafchen, A die Auffang- 
f". _ i? in fpitzen, Kden Drücker zur Entladung, k den Ent- 
 p  ladungshebel, a und b die Anfchlüffe der Leitungs- 
   e:    drähte undfdie Kurbel bezeichnen. Der Apparat 
 3     befindet tich in einem bei O mit einer Gummi- 
        platte gefchloffenen Zinkblechkaften und diefer 
ä    '   wieder in einem Holzkalten P; er itt 54 cm lang, 
Q     27 cm breit, 40 cm hoch. 
   B  "g S Den dynamolelektgigchgn ZuAndappjrat tvor: 
 Ar?   w y- iemens zeigt "ig.  er nker ro ier 
 l    zwifchen den Polen P der Elektroma  
ißalrlllz)  44-5" z);  gnete E? 
 N M"  D die durch den Kommutator xy gleichgerichtet 
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F. 27 f i  4617i  i. vi 3 m  
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austretenden Ströme durchziehen in der Rich-    C 
tung ask b die Drahiwindurigen der _Elektro-  
magnete  und erhoben die _Induklion des  
Ankers. Dieier kurze Schluß wird fo lange er- M 
halten, bis Stromüärke und Spannung in J Fiiz-Qß- 
zur Zündung ausreichen, was nach mehreren    
Kurbelumdrehungen der Fall ifl. Bei Unterbrechung des kurzen Schliifies bei S entfteht in P 
und E ein gleichgerichteler Oeifnungsextraßrom, der nach Hai-Heilung des Schlufies a dMpk h b 
die Zündung der eingefchalteten Minen in M herbeiführt. Die Unterbrechung bei  und die Her- 
iiellung der Berührung bei Q wird durch Eirifallen des Zahnes des Hebels D in eine Lücke
        

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