Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3173307
Brm tkzzpfererz 
Bzmtpapierfabrikation 
Buntkupfererz, Bornit, Buntkupferkies, Erubeszit, Schwefelver- 
bindung von Kupfer und Eifen CugFeSa (55,6 Cu, 16,4 Fe, 28,0 S), kriitalliiiert 
(Würfel) oder auch derb; bricht mufchelig bis uneben; wenig ipröd. Härte 3, 
fpez. Gew. 4,9-5,l; undurchlichtig, metallglänzend, tombakbraun, läuft bunt 
(blau und rot) an; Strich fchwarz. Schmilzt vor dem Lötrohr zu grauer, ma- 
gnetifcher Kugel. In Salz- und Salpeterfäure unter Abfcheidung von Schwefel 
löslich. Wird zur Gewinnung von Kupfer benutzt. Bräuhäufer 
Buntpapierfabrikation. Unter Buntpapier im weiteften Sinne vertteht man 
alle Papiere, die eine befondere, durch Auftrag von Farben oder anderer Mittel 
auf fonft fertiges Papier hervorgerufene Flächenaniicht zeigen. Die Buntpapiere 
werden eingeteilt: l. in fchlichte, über die ganze Fläche gleichförmiges Aus- 
fehen bietende, und 2. in gemufterte, deffinierte, figurierte Papiere. 
A. Vorarbeiten. Zur Buntpapierfabrikation foll nur geleimtes. ungefärbtes, fettes, nicht 
zu glattes Velinpapier verwendet werden (f. Papierfabrikation), das nicht zu viel Füllftoff 
enthält; Papier aus Natronzellitoff itt zweckmäßig. Entfprechend feuchtes Papier fördert die 
Aufnahme und gleichmäßige Verteilung der Farbe. Ift das Papier nicht mehr genügend 
mafchinenfeucht, io wird es befonders gefeuchtet: in Bogen, die früher in Stößen übereinander, 
mit beforiders feuchten Bogen dazwilchen, gelegt wurden. oder nun ebrnfo wie für endloie 
Bahnen durch Feuchtmafchinen, die fein verteilt Waffer oder Dampf in regelbaren Mengen an 
das Papier bringen-Die wichtigiten auf die Oberfläche des Papiers zu übertragenden Roh- 
ftoffe lind die Farben. In der Buntpapierfabrikation kommen hauptfächlich in Betracht: l. die 
Körper- oder Deckfarben, im Waffer unlösliche, farbige Pulver; 2. die Lafurfarben, 
im Waffer lösliche Farben; 3. die Lackfarben, im Waffer lösliche Farben, die jedoch durch 
Miichung und Bindung mit gewiffen Zufätzen in unlösliche Farben verwandelt werden; zu 
letzterem Zwecke werden namentlich Erden (Tonerde, lnfuforienerde, Kalk ufw.), Metalloxyde 
(Eifen-, Kupfer-, Zinn-, Zinkoxyde ufw.) und auch indifferente Körper (Stärke) verwendet; 
4. die Kriftallfarben, auch Brokatfarben, die durch Mifchung von Farblötungen mit 
zerkleinertem Glimmer  daher auch Glimmerbrokat  entftehen und perlmutterglänzend 
lind. Diefe Farben müffen vor ihrer Verwendung in gehöriger Dicke durch entfprechenden 
Wallerzufatz oder durch Mifchen mit Bindemitteln vorbereitet werden. Gemifcht wird durch 
Zufammenreiben der angefeuchteten Farbepulver mit Bindemitteln auf dem Reibftein, in Farb- 
mühlen und in Mifchmafchinen; fchließlich müffen die Farben durch Siebe hindurchgedrückt 
werden, wozu Farbtiebmafchinen dienen. Andere den Farben gleichgeitellte Rohftoffe lind die 
Metalle. namentlich Gold, Silber, Kupfer, Meffing, Aluminium ufw., die entweder in Form 
dünner Blätter (Blattgold, Blatttilber ufw.) oder in Form feiner Pulver, fogenannter Metall- 
bronzen oder Bronzen, gebraucht werden. Auch Wollftaub (Scherwolle genannt), der 
als Abfall beim Scheren der Tuche auf den Schermafchinen (f. Tuchfabrikation) oder 
auch unmittelbar aus der Wolle zu erhalten iit, wird fortiert, gewafchen, getrocknet, gemahlen 
und fchließlich gefärbt aufgeftäubt. Als Bindemittel dient vor allem der tierifche Leim. 
Dieter muß vollkommen frei von Fett fowie mineralrfchen Begleitern und tunlichit farblos fein. 
Um das Zerfetzen der Leimlöfung hintanzuhalten, wird ihr ein Teil Alaun auf 5 Teile Leim 
zugefetzt, und um ihn dünnflüfiiger und gleichmäßiger zu bekommen, werden 4 Teile Glyzerin 
auf 100 Teile Leimlöfung beigemifchtw- Gummiarabikum wird namentlich für Saftfarben 
verwendet und durch fchwefelfaure Tonerde verdickt.  Stärke wird in Form von Kleiiier 
benützt und durch einen Zuiatz von Alaun gegen Zerfetzung gefchiitzt.  Galle wird mittels 
Preffen durch einen Flanellbeutel und Filtrieren von Gewebeteilen befreit und durch einen 
Zufatz von Alkohol oder Karbolfäure in unzerfetztem Zuttande erhalten.  Leinölfirnis 
und Haufenblafe dienen als Verdickungsmittel.  Dextrin darf nicht mit Säuren ver- 
wendet werden, da fonlt die Farben fließen.  Kasein (Käfeftoff), auch Laktarin genannt, 
hat als Soda-, Borax- oder Ammoniakverbindung große Bedeutung gewonnen, ebenfo Blut- 
und Eier-Albumin. Wachsfeife, der Farbe zugeietzt, erhöht deren Glattfähigkeit. 
B. Hauptarbeiten find das Aufbringen und Befettigen der Farben und fonitiger Stoffe, 
und zwar auf einer oder beiden Seiten des Rohpapieres. 
1. Einfeitig gefärbte Papiere. 
I. Die Herftellung der fchlichten Buntpapiere durch Färben wird fo ausge- 
führt, daß man die entfprecheude Farbe auf die Oberfläche des Papieres überträgt und dort 
gleichmäßig verteilt. Diefes Färben wird heute felten durch Handarbeit (Handfärberei), fondern 
durch Matchinen (Mafchinenfärberei) bewirkt. Die Werkzeuge hierfür find Bürften, Pinfel und 
Schwämme. Letztere werden für die Arbeit in Kluppen gefpannt, fo daß der Schwamm nur 
als mäßig ftarker Wulft aus der Kluppe heraustritt. Bei der Handarbeit überfährt der Arbeiter 
das auf dem Streiclitifch wagreclit ausgebreitete Papier mit dem lauwarme Farbe ent- 
haltenden Werkzeug und verteilt die Farbe dann möglichlt gleichförmig mit einer V erfc hl i c ht- 
bürfte. Gettrichene Bogen werden dann mit der farbigen Seite nach oben durch das foge- 
nannte Hängekreuz auf gefpannte Schnüre, endlofe Bahnen auf wagrecht gelegte Runditäbe 
zum Trocknen aufgehängt. Die Farbe muß dünn aufgetragen und das Streichen ofters wieder- 
liolt werden, um gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Man nennt die ganze Arbeit das 
Färben im Blatt, auch dann, wenn fie durch Mafchinen beforgt wird. 
Die zur Herftellung des fchlichten gefärbten Papieres verwendeten Mafchinen werden 
Grundier-, Foncier-, auch Streichmafchinen genannt und lind in den fünfziger
        

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