Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3170479
Bleiarfenglanz  Bleidzen 
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Bleiarlenglanz (Skleroklas, Arfenom elan), Mineral, Schwefelarlen- 
blei PbAS2S4 (42601, Blei, 30,9 "f, Arien, 26,4 "f, Schwefel); rhombilche nadel- 
förmigeb undT itengeligg Cllaleigrauei Kriltalle. Härte 3, lpez. Gew. 5,39. Leicht 
fchmelz ar. echnic e eutungs os. Bräuhäizfer 
Bleiarlenit,  itt ein weißes, beim Trocknen grau bis fchwärzlich 
werdendes, in Waller wenig lösliches Pulver. 
 Bleiazetate, l. Neutrales Bleiazetat, Bleizucker,  kriltalli- 
{iert ärilewgligeirzlliläläen Prismen. Die Kriltalle lchmecken zuckerartig, metallilch, und lind giftig 
wie  
Hergeftällt wird der tBleifzuckerßentwedteäigurch Pöuflölen von Bleiglätte in Elligläure oder 
durch Behan e n von me a ichem ei mi ig in egenwart von Luft. Die Bleiglätte loll 
99 ßjo PbO enthalten.  Verwendung findet das neutrale Bleiazetat in der Färberei zur Her- 
(tellung elliglaurer Beizen, in der Medizin äußerlich als entzündungswidriges Mittel. 
2. Balilches Bleiazetat" entiteht durch Auflölen von Bleioxyd in Bleizuckerlölung 
(f, oben). Es kriltalliliert in lchonen Krillallen; eine Lolung von balilchem Bleiazetat llt der 
Blei ellig, eine klare, farblole, alkalifch reagierende Flülligkeit vom lpezifilchen Gewicht 1,24. 
Er wird hergeltellt durch Erhitzen von Bleiglätte mit Bleiazetat und Waller und dient in der 
Medizin mit Waller verdünnt zu Walchungen und Umlchlägen bei Verbrennungen und Quet- 
fchilngen, ltark verdünnt auch als Augenwaller. Das Goulardlche Augenwaller beliebt 
aus 90_Teilen Waller, 8 Teilen verdünntem Weingeilt und 2 Teilen Bleielfig. 
Literatur: Ullmann, Enzyklopadie der techn. Chemie, Berlin 1914 ff. Mezger 
Bleiazid, Pbv(N3)2, bildet farblofe, glanzende Nadeln, die beim gelinden 
Erwärmen explodieren. Die Verbindung dient als Initialzünder. 
Bleiborat, Pb(BO2)„ H20; wird in der Crlasfabrikation und zur l-leritellung 
von Oelfarben (gegen Meerwaller widerltandsfahig) verwendet. 
Bleibraun (Flohbrau n, Bleiluperoxyd), durch Behandeln von Blei- 
mennige mit Salpeterfaure, wodurch eine gewille Menge Bleioxyd aufgelölt 
wird, Auswalchen des Ruckltandes und Trocknen erhalten, dient in der Zünd- 
hOIZfElDIIKHIÄOItIJ a1? lZufatz äur älilldllläffe; beim Erwärmen gibt es leicht Sauer- 
ltoff ab un e c eunig ie ntzun ung. Andäs 
Bleichen. Entfernen (durch Zerltören) der farbigen Verunreinigungen der 
Textilfalern zur Erreichung _eines_ möglichlt hohen Grades von Weiße. Das 
Bleichen der Textilfalern ilt einzuleiten in Bleichen der pflanzlichen und tierilchen 
Fafern; die Behandlung betteht in einem Entfetten der Faler und der eigent- 
lichen Bleiche. Das Entfetten (bei der Wolle auch Entfchweißen, beider Seide 
Enthalten, Abkochen, Entlchälen oder Abziehen genannt) ilt äußerit wichtig und 
das erhaltene "Weiß" zum größten Teil von dem Entfetten abhängig.  
Baumwolle. Das Entfetten (LBauchen) gelchieht durch Behandeln des Materials in 
kochenden alkalilchen Elülligkeiten._Die Operation hat den Zweck, die der Baumwolle an- 
haftenden Fettezu verleiten, anderleils den Naturfarbltoff der Rohbaumwolle gewillermaßen zu 
lockern und feine Entfernung durch die darauffolgende Bleiche zu begünltigen. Die Fettlub- 
ganzen, die der Baumwolle anhalten, lei es, daß dlelelben von Anfang an vorhanden oder 
durch die Operationen des Verlpinnens in dielelbe hineingekommen lind, verhindern, daß die 
ßleichmittel den Farblloif der Paler angreifen. --_Durch__Verluche hat Albert Scheurer [1] 
ggzeigl, daß die Naturfarbe derBaumwolle unter einem kunltlich auf dielelbe gebrachten Fett- 
neck verharrt, während die Bleiche an den nicht eingeleiteten Stellen glatt vor lich geht. Ein 
gut mit Aetzkalk ausgekochter Baumwollltoff, der abgelauert und mit Soda behandelt wurde, 
iit nicht weiß; wird er aber gleichzeitig mit einem Rohbaumwollltoff den Sonnenltrahlen aus- 
geletzt, lo enttarnt er {ich vollkommen, während das andere Material lich nicht verandert. Bei 
der alten Ralenbleiche (Naturbleiche, Sonnenbleiche), die heute noch für die Leinenbleicherei 
ausgedehnte Verwendung findet, wird der Farbltoff der Pflanzenfaler durch die Wirkung von 
Licht, Lutt und Waller zerltort; bei der chemilchen Bleiche wird der Farbltoff der Baumwolle 
durch die Wirkung chemilcher Agenzien, in erlter Linie der unterchloriglauren Salze, zerfetzt. 
Das gebäuchte oder entfettete Baumwollmaterial wird, je nachdem es lich um lole Baumwolle, 
Straiigware oder Stücke handelt, in klaren Chlorkalklolungen von verlchiedener Konzentration 
(ijarlljßo Be) während 1--8 Stunden behandelt. Es iit nötig, befonders bei Anwendung ltarker 
Chlorkalkbaoer, daß die Ware mit der Luft nicht in Berührung komme, da fich fonlt an jenen 
Stellen leicht Oxyzellulole bilden kann, die ein Morfchwerden der Baumwolle bedingt. Zum 
Lölen des Chlorkalks bedient man lich vorteilhafterweile eines viereckigen gußeifernen Liefaßes, 
in dem lich eine_drehbare Trommel aus Schmiedeeilen _befindet;_beide lind Iinit Blei ausge- 
kleidet. Kommt die Ware aus dem Chlorkalkbade, lo wird fie mit Schwefellaure abgelauert. 
Diele Operation des Ablauerns (Camille Köchlin  hat noch den Zweck, zu verhindern, 
daß die Baumwolle mit der Zeit_wieder einen gelben Stich annimmt, infolge der harzigen 
ßeftalldlellß der Baumwollfafer, die durch die Wirkung des Chlors nur momentan enttarbt 
werden, bald aber an der Luft ihre uriprlingllche _Farbe wieder annehmen. Diele harzigen 
Storte, die in Alkalien unloslich lind, lolen (ich hingegen in warmer Schwefellaure.  Nach 
dem Abläuem iblgt gründliches Auswalchen, eventuell noch Seifen oder eine Behandlung mit
        

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