Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3170295
Blattgelenke  Blattwelle 
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daslelbe überragt, z. B. die Variolite (l. Diabas) oder gewille Mandellteine, in 
welchen gleichmäßige, etwa erbfen- bis nußgroße Hohlräume durch fremde Sub- 
ltanzen (Grünerde, Serpentin ulw.) ausgefüllt lind. Bräuhäufer 
Blattgelenke erfetzen Drehzapfen für Schwingungen mit geringem Auslchlag. 
Sie geltatten die Ablenkung durch elaltifche Biegung des fchwingenden Körpers lelbll, 
vermeiden dabei Schmierung und Abnutzung, bedingen nur eine bieglame Blattform des fett 
angefchlollenen Bauteils. S0 lind z. B. Exzenterftangen aus Holz oder Stahl an Sieben, Drefch- 
malchinenteilen, Schüttelrinnen ufw. mit ihrem Ende felt angelchraubt und neben diefem flach 
geformt. Auch die Schneiden von Wagen laffen {ich durch feltgefpannte dünne Stahlplättchen 
erfetzen. Auf Druck beanfpruchte Blattgelenke müllen im biegfameri Teil lo kurz gehalten fein, 
daß eine Knickung nicht eintreten kann. Limfner 
Blattgolddruck dient zum Aufdrucken ,.goldener" Schrift, z. B. auf Schleifen. 
Auf einen mit konliltent angeriebener und mit venezianilchem Terpentin verletzter Farbe 
(Chromgelb) gemachten Vordruck werden Metallplättchen aufgelegt, mittels Haarpinlels ange- 
drückt und durch Blinddruck (f. d.) oder zwilchen Satinierwalzen geglättet. Unger 
Blattmetalle, äußerlt dünne Blättchen aus Gold oder Silber (echte Blatt- 
metalle), oder Kupfer. Zinn und deren Legierungen (unechte Blattmetalle), oder 
Aluminium (Blattaluminium), logenanntes echtes und unechtes Blattgold und 
Blattlilber, im Handel in dünnen Heftchen, jedes einzelne Metallblatt zwilchen 
Papier, dienen dazu, Gegenltände jeder Art unter Anwendung eines Bindemittels 
(Eiweiß, Gummi, Leim, Lack, Vergolderfirnis) zu belegen. 
Ausgangsprodukt für die Herftellung der echten Blattmetalle lind echte Gold- und Silber- 
lote, Aluminiumlot, für die unechten die aus dem Zainmetall hervorgegangenen Metallote; 
letztere werden aus Zainmetall in kleine Quadrate gefchnitten und diele in ltarken, aus mehreren 
Taulenden diefer kleinen Blättchen beltehenden Paketen nach guter Verhüllung mit ttarkem 
Mellingblech durch nochmaliges Ausglühen erweicht und zu wiederholten Malen mit Hämmern 
ausgelchlagen. Die echten Gold- und Silber- und die Aluminiumlote werden in kleine vier- 
eckige Stücke, logenannte Quartiere (etwa 25 mm2), gefchnitten, zwllchen Goldfchläger- 
häuichen  aus dem Blinddarm des Rindes hergettellt  gelegt, das Ganze mit einem Perga- 
mentband umwickelt und mit dem Hammer lo lange bearbeitet, bis das Metall die Größe des 
l-läutchens, der Form (etwa 100-130 mmz), erreicht hat. Die Abfälle der Blattmetallherltellung 
werden zu echten Gold-, Silber- und Aluminiumbronzen und zu Schabinbronzen verwendet. 
Literatur: Andes, Blattmetalle, Bronzen und Metallpapiere, Wien 1902. Andre's 
Von echtem Blattgold lind verlchiedene Sorten im Handel, die einen wechlelnden 
Kupfer- und Silbergehalt aufweifen. Das Rotgold belteht z. B. aus 50 Teilen Kupfer und 
950 Teilen Gold, das Orangegold aus 940 Teilen Gold, 30 Teilen Silber und 400 Teilen 
Kupfer, während helles Grüngold kein Silber enthält und aus 400 Teilen Feingold und 600 Teilen 
Kupfer belteht. Das echte Blattgold wird mit fchweren Hämmern lo lange gefchlageri, bis es 
nur noch eine Dicke von 1110000 mm hat. Das unechte Blattgold ilt eine Kupferzink- 
legiernng, die nur bis zu einer Dicke von ungefähr 110000 mm ausgelchlagen wird. Mezger 
Blattlchläger (Blattwerfer), in der Weberei lolche Webltühle, bei denen 
das Blatt im Ladendeckel lo drehbar gemacht ilt, daß es zwar in den beiden 
Endttellungen der Lade gelichert erlcheint, aber in den Zwifchenlagen bei allzu 
großen Widerltänden zurückweichen kann.  E_Mü11er 
Blattverfilberung, Verfahren, auf Kupfer oder dellen Legierungen auf gal- 
vanifchem Wege eine dünne Verlilberung aufzubringen, dann die Oberfläche mit 
Silber zu bedecken und durch vereinte Anwendung der Hitze und einer Stahl- 
bürlte die Vereinigung des Silbers mit der Unterlage zu erzielen. Amlüs 
Blattwelle (Kymation, Kyma), ilützendes Bauglied (f. d.) der grie- 
chifchen Kunlt. 
ln Reihen nebeneinandergeftellte Blätter fcheinen eine Lalt zu tragen und fchlagen mit 
ihren Spitzen mehr oder weniger über. Man unterlcheidet: 
  ig. 1.  Fig.2. Fig. 4, 
l. Das dorifche Kymation. Die Spitzen der Blätter neigen {ich zur Hälfte 
herab und lind unterlchnitten. Die Blätter lind aufgemalt (Fig. 1). lm dorilchen Stile  
hauptlächlich an den Antenkapitälen verwendet.  
2. Das Echinuskymation. Die Blätter fallen volllländig über und lind ur-  
lprünglich beim Wullt (Echinus) des dorilchen Kapitals nur aufgemalt. Sie treten  
lpäter aus der Fläche und bilden den fogenannten Eierltab (Fig. 2), bei dem breite  
eiförmige Blätter mit fchmalen, lanzen- oder pfeillpitzenarligen abweclileln.  3,
        

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