Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3169041
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Benäoefäure 
Berafrlng 
Benzoefäure, C0H5  COZH, kommt im Benzoeharz vor. Künttlich hergettellt 
wird tie in großer Menge aus Toluol. Diefes wird zunächft in Benzotrichlorid 
übergeführt, das dann verfeift oder direkt zur Säure oxydiert wird. 
Die Benzoefäure bildet glänzende Nadeln oder Blättchen von weißer Farbe und einem 
Schmelzpunkt von 121,4", fie ift in Alkohol, Aether, Chloroform und Schwefelkohlenltoff leicht 
löslich, in Waffer dagegen nur fehr fchwer, fie ift mit Wafferdampf flüchtig und fublimiert fchon 
bei 100". Ihr chemifcher Nachweis erfolgt durch Herftellung des Methyletters, der eine ange- 
nehm riechende Flültigkeit vortlellt und durch Erwärmen von Methylalkohol mit Benzoetäure 
in Gegenwart von konzentrierter Schwefelfäure hergettellt wird. Der Methyletter hat einen 
Siedepunkt von 199", fein charakteriftifcher Geruch tritt beim Aufgießen auf Filtrierpapier und 
Verdunftenlaffen am betten in Erfcheinung. Die Hauptverwendung findet Benzoefäure als Kon- 
fervierungsmittel für Obflpulpen, die dadurch für eine fpätere Verarbeitung haltbar gemacht 
werden. Für gleiche Zwecke findet vielfach auch das Natriumfalz der Benzoefäure Anwendung, 
insbefondere auch zur Herltellung von fogenannten Konfervfalzen für die Fleifchverarbeitung. 
Das Natriumfalz itt wafferlöslich. Mezger 
Benzogrün, Azofarbttoff für Baumwolle. 
Benzol, C0H0, itl ein Kohlenwafferftoff der aromatifchen Reihe CH 
mit der nebenitehenden Konftitution. Benzol itt eine farblofe dünne CH,   CH 
Flüfligkeit von charakterittifchem Geruch und brennendem Ge-  
fchmack. Sein fpez. Gewicht ilt bei 15" 0,884, fein Siedepunkt CH CH 
80,5", es brennt mit ltark rußender Flamme und bildet mit Luft  
exploüble Gemenge. Verwendung findet es daher zum Betrieb von CH 
Motoren, ferner als Löfungsmittel für Fette, Harze ufw. Es kommt 86m0, 
im Leuchtgas und im Steinkohlenteer vor. 
Von wichtigen Benzolabkömmlingen lind zu erwähnen das Chlorbenzol, C0HSCI, 
eine farblofe Flüffigkeit von angenehmem Geruch und einem Siedepunkt von 132", das in 
der Farbftoffinduttrie als Zwifchenprodukt eine Rolle fpielt, ferner das Dichlorbenzol und 
das Brombenzol fowie das Nitrobenzol (f.  die Chlornitrobenzole, die Benzolfulfo- 
fäuren und das Hexahydrobenzol oder Zyklohexan. Das Benzol wird vorzugsweife aus dem 
Steinkohlenteer und bei der Leuchtgasfabrikation gewonnen. In befonderen Benzolwäfchern, 
die aus fchmiedeeifernen Zylindern beftehen und mit kreuzweife gefchichteten Holzgeftellen 
gefüllt lind, wird das Benzol in einem Teeröl von bettimmten Eigenfchaften, das in dünnem 
trahl über die Holzgettelle herabriefelt, aus dem Gafe aufgefangen. Diefes Abforptionsmittel 
tiedet bei 200-300" und foll möglichft wenig Naphtalin und Phenole enthalten. Auf diefe 
Weite kann man 90"10 des im Gas enthaltenen Benzols gewinnen. Dem Wafchöl wird das 
Benzol in befonderen Kolonnenapparaten durch Dampf entzogen, fo daß das Wafchöl immer 
wieder gewonnen werden kann. Das auf diefe Weile aus dem Wafchöl abgetriebene Rohbenzol 
ftellt ein Gemifch von Benzol, Toluol, Xylol und höheren Homologen vor und wird durch 
fraktionierte Deftillation weiter gereinigt. In der Technik verfteht man unter Benzol nicht nur 
die Verbindung C0H0 in reinem oder annähernd reinem Zuttande. Diefer Name hat üch viel- 
mehr auf Gemifche aller flüftigen Teerkohlenwafferftoffe übertragen, die unter 200" fieden. 
Han d el storten: Unter 80-81er Benzol verliebt man Reinbenzol (bei 80-81 " tiedend), unter 
90er Benzol ein folches Produkt, von dem 90 "10 bei einer Temperatur bis 100" übergehen und 
das ungefähr 81-84 "10 C0H0 enthält. Unter 50er Benzol verfteht man ein Produkt, das zu 50 "10 
bei einer Temperatur bis 100" übergeht und etwa 43-45 "10 C0H0 neben etwa 40"10 Toluol und 
12"10 Xylol enthält. Unter 0"10igem Benzol verlteht man ein Produkt, von dem bis 100" {ich 
nichts abdeftillieren läßt, und das nur 13-15 "10 C0H0 enthält, während fein Hauptbettandteil 
etwa 73"10 Toluol neben etwa 11"10 Xylol ift. Unter Leichtbenzol verfteht man ein Pro- 
dukt, von dem 90"10 zwifchen 80 und 140" übergehen, unter Schwerbenzol ein folches, 
von dem 90"10 zwifchen 120 und 19O"übergehen. Löfungsbenzol oderSolventnaphtal 
itt ein Produkt, von dem mindeltens 90 "10 bei einer Temperatur bis 160" übergehen, Solvent- 
naphta ll ein folches, von dem mindeftens 90"10 bis 175" übergehen. ln den Teerdeftillationen 
führt man außerdem noch die Bezeichnungen Rohbenzol I-IV und Handelsbenzol 1-Vl. 
Literatur: Ullmann, Enzyklopädie d. techn. Chemie, Berlin 1914 ff. Mezgef 
Benzoylfuperoxyd rlt ein Derivat des Wafferltofffuperoxyds und gehörtm 
die Gruppe der Azylperoxyde. Es findet als Bleichmrttel Anwendung und wird 
zum I-laltbarmachen und zur Erhöhung der Backtähigkeit von Mehl empfohlen. 
Literatur: D.R.P. Nr. 325 031.  Chemikerztg. 1925, Nr. 39, S. 285. M838" 
Beratung, die Bedeckung der Bodenoberfläche mit Raten, um möglichtt 
rafch (z. B. zum Schutz gegen Wafferangriff bei den Böfchungen von Fluß- 
korrektionen, Kanal- und Dammanlagen, Waffergräben ufw.) auf den bedeckten 
Flächen einen gefchloffenen Graswuchs zu erzeugen, was durch Anfaat nur lang- 
famer und weniger licher erreicht wird. 
Bei Wiefenkulturen, wo ein vollftändiger Umbau der Oberfläche ttattfindet, wird durch 
das Abfchälen und Wiederandecken der Rafen in kürzetier Zeit die volle Ertragsfähigkeit des 
Grundftücks wieder erlangt fowie die Möglichkeit eines baldigen Wäfferungsbetriebes gefchaffen. 
Jedoch verlohnt {ich die koftfpielige Arbeit des Rafenfchälens in der Regel nur dann, wenn 
ein guter, mit den entfprechenden Futterpflanzen befetzter Raten vorhanden ift; andernfalls 111
        

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