Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3168812
Beerit 
Beerntung der Wiefen 
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tätig. Neuerdings lind Anordnungen getroffen, wodurch die felblttätige Spülung dann eintritt, 
wenn der Wafferltand im Sammelrohr eine beftimrnte Höhe erreicht hat; das Abfperrventil des 
zum oberen Spülbehälter führenden Wafferzuflußrohres öffnet und fchließt {ich hierbei gleich- 
falls felbfttätig.  In bezug auf Froftlicherheit ltellt die in Fig. 17 dargeltellte Maffenklofettanlage 
(Syftem Re itz 8z Co., Dresden) einen weiteren Fortfchritt dar. Neben einer wafferfparenden auto- 
matifchen Bedarfsfpülung wird hier eine vollftändige Entleerung des oberen Spülbehälters, des 
Spiilrohres und der Wafferzuflußleitung vom Automat zum Spülbehälter bewirkt, fo daß auch 
bei itrenger Kälte kein Einfrieren zu befürchten ift. Solche Anlagen find namentlich bei frei- 
liegenden Maffenaborträumen ein Bedürfnis. 
Bedürfnisanftalten mit Verbrennung der Exkremente. Man hat auch die Aufgabe ge- 
löit, die Exkremente unmittelbar nach ihrer Entftehung in der Bedürfnisanftalt felbft durch 
rauch- und geruchlofe Verbrennung unfchädlich zu machen und aus ihnen eine düngerhaltige 
Afche zu gewinnen. Hierzu dient das Patentfeuerklofett mit Löhnholdtfcher Patentfturz- 
flaminenfeuerung  Auch Arnheim-Berlin hat eine Feuerklofettanlage erdacht und in 
Nedlitz erfolgreich zur Ausführung gebracht. Obwohl die Feuerklofetts befonders für Kranken- 
häufer große Bedeutung hätten erlangen können, weil durch fie alle Infektionskeime am iicherften 
zeritört werden, fo haben fie doch keine größere Verwendung finden können, weil ihr Betrieb 
umftändlich, teuer und auch nicht ausreichend geruchlos ift. 
Literatur: [1] Emmerich, Ueber Wafferklofettanlagen, Sonderabdruck aus Bayer. Induitrie- 
und Gewerbeblatt, München 1892.  [2] Behring, Bekämpfung der Infektionskrankheiten, 
Hygieriifcher Teil, von Brix, Pfuhl und Nocht, Leipzig 1894.  [3] Handb. d. Architektur, Darm- 
ifadt 1883.  [4] Katalogabteilung I, von W. und R. Göbel, Leipzig 1892.  [5] Illuftr. Preisver- 
zeichnis, David Grove, Berlin.  [6] Preislilie Nr. 119 der Aktiengefellfchaft Schäfer 8: Walker, 
Berlin.  [7] Zentralbl. d. Bauverwaltung, Berlin 1890.  [8] Baumeiiter, Stadt. Straßenwefen 
u. Städtereinigung, im Handb. d. Baukunde, III, 3, Berlin 1890.  [9] Tafchenkatalog von Rud. 
Boecking 8: Co., Halberger Hütte bei Saarbrücken.  [10] Eulenberg 81 Bach, Schulgefundheits- 
lehre, Berlin 1891.  [11] Mothes, Baulexikon, Leipzig und Berlin 1892.  [12] Zentralbl. der 
Bauverwaltung, Berlin 1892.  [13] Verwaltungsber. d. Stadt Leipzig, 1888.  [14] Gefundh.-Ing., 
München 1894.  [15] Weyl, Studien d. Straßenhygiene, Jena 1893.- Außer diefer im Text 
erwähnten Literatur wird noch verwiefen auf: Brofchüre Das Eifenhütten- u. Emaillierwerk, Neu- 
falz a. 0., Abortanlagen, erfte Ausgabe; Katalog Nr. 6 von Heinrich Pichler, Frankfurt; Brofchüre 
von C. Maquet über Sanitätsgerätfchaften, Heidelberg und Berlin; Katalog Nr. 4 der Tangerhütte; 
Zirkular von E. v. Köppen 8: Co., Köln-Ehrenfeld, Ueber Latrinenanlagen; desgl. von Schmahl, 
Mainz-Mombach; Otto Poppe, Kirchberg i. S., Ueber Torfmüllabortanlagen; Katalog der Tori- 
müllklofettfabrik Karl Fifcher, Bremen; Zirkulare der Aktiengefellfchaft für Eifen- u. Wellblech- 
konftruktionen, vorm. Breeit 8: Co., Berlin; Zirkulare und Preisliften von Kullmann 8: Lina, 
Frankfurt a. M.; Zirkulare Wilh. Tilmanns, Remfcheid; Brofchüren von Gebrüder Schmidt, Weimar, 
Fabrik für Abortanlagen; desgl. von D. Aktiengef. Hemelingen bei Bremen, Fabrik für Torfmüll- 
ftreuklofettanlagen; Dietrich, Ueber öffentl. Urinieranftalten, Nr. 81 d. Wochenbl. für Baukunde, 
8. Jahrg., 1886; Frühling, A., Die Entwäfferung der Städte, Handb. d. Ing.-Wiifenfch., 3. Teil, 
4. Bd., Leipzig 1903, S. 277; Esmarch, E. v., Hygienifches Tafchenb., Berlin 1902, S. 175-477. 
Außerdem Vogel 8c Schmidt, Entwäfferung und Reinigung der Gebäude mit Anfcliluß der Spül-, 
Wafch- und Badeeinrichtungen, der Aborte und Piffoire, Handb. d. Arch., 3. Teil, Bd. 5, 2. H., 
3. Aufl., Leipzig 1908. .1. Brix 
Beerit, von Bildhauer Beer erfundenes Material für Herltellung von Ab- 
güffen; Konturen und Zeichnungen erhalten größere Schärfe als bei Gips. 
Die Oberfläche der Abgüffe, polierbar, ift klar weiß, zeigt beinahe Glanz und Lichtreflex 
des Marmors; befonders bei Abgüffen von Statuen enttteht eine dem Marmor nahekommende 
Weichheit und Lebendigkeit. Der Abguß ift fchon nach 3 Stunden vollkommen erhärtet und 
bedarf nur felten einer Nacharbeitung. Beerit foll aus 100 Teilen Marmormehl, 10-25 Teilen 
Glasmehl, 5-10 Teilen gepulvertem Kalk, mit Wafferglas angemacht, beftehen. Andäs 
Beerntung der Wiefen foll bei beginnender Blüte der Mehrzahl der auf 
den Wiefen vertretenen Gräfer ifattfinden, weil in diefer Zeit das Futter einen 
höheren Nährwert befitzt als nach der Blüte. Wird gar erft nach erfolgter Samen- 
bildung gemäht, fo geht durch das Ausfallen vieler Samen ein großer Teil des 
Nährwertes des Heues verloren, oder die Nährftoffe werden infolge der itärkeren 
Verholzung der Pflanzen fchwer verdaulich. 
Das bei Landwirten häufig auftretende Bettreben, die Heuernte hinauszuziehen, weil durch 
das noch weiter erfolgende Wachstum der Gräfer mehr Maffe gewonnen werde,ii1 deshalb 
fehlerhaft.  Die Beerntung findet jährlich einmal (einfchürige Wiefen) oder zweimal (zwei- 
fchürige Wiefen) itatt; drei oder noch mehr Ernten werden nur unter befonders günftigen Ver- 
hältniffen gewonnen, fo in Oberitalien drei, bei den Winterwiefen (marcite) fogar bis zu lieben 
Schnitten. Bei den zweifchürigen Wiefen heißt das Ergebnis des erften Schnittes Heu, des 
zweiten Oehmd oder Grummet.  Das Mähen gefchieht mit der Senie oder auf größeren 
Flächen vorteilhafter mit der Mähmafchine (f.  Das gefchnittene Gras wird zum Zweck 
der Aufbewahrung getrocknet (Dürrheu) oder daraus Braunheu oder Süßpreßfutter 
bereitet. Bei der Grünheubereitung wird das auf der Wiefe ausgebreitete Gras durch Luft und 
Sonnenwärme vollftändig getrocknet (jedoch nicht ausgedörrt), wobei es feine grüne Farbe 
behält, und hierauf unter Dach gebracht. Bei der Braunheubereitung dagegen erfolgt nur teil- 
weites Trocknen durch Luft und Sonne, worauf das auf größere Haufen (Feimen oder Schober) 
gebrachte Gras einer mehrere Monate währenden Gärung unterliegt und unter Verluft eines
        

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