Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3167517
Bakterien 
Balanzier 
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der Seewarten, an denen charakterittitch geftaltete Körper aufgezogen werden. Zu den Baken 
gehören ferner die Dalben (f. Dückdalben) und in gewiffem Sinne auch die Spierentonnen 
und Bakentonnen (f. Bojen). 
Literatur: [1] Die Schiffahrtszeichen an der deutfchen Küite, herausgeg. vom Reichskanzler- 
amt, Berlin 1878.  [2] Herbig, Otto, Einheit]. Betonnungsfylteme, unter Benutz. amtl. Materials, 
Berlin 1888; Nachrichten für Seefahrer.  [3] Lotfen-Kalender, Wilhelmshaven. von Nießen 
Bakterien lind einzellige, mikrofkopifch kleine Organismen, die zu den 
Spaltptlzen (Schizomyzeten) zählen und nach ihren Formen unterfchieden werden. 
Kugelbakterien (Kokken), bei ihnen {pricht man, wenn immer nur zwei Zellen 
zutammenhängen, von Diplokokken. Wenn {ie {ich ausfchließlich in einer Richtung ver- 
mehren, {o entliehen perlfchnurartige Gebilde, die Streptokokken. Wenn die Teilung regel- 
mäßig nach drei Richtungen des Raumes erfolgt, {o ergeben {ich Zellformen, die einem kreuz- 
weife verfchniirten Paket ähnlich fehen. Man {pricht dann von der Sarzinaform. Bei un- 
regelmäßiger Entwicklung entftehen ungeordnete Häufchen (Staphylokokken). Die Stäb- 
chenbakterien (Bazillen) können dünn oder dick, lang oder kurz fein; {ind {ie fpiralförmig 
gekrümmt, {o nennt man iie Sp i rillen. Die nur wenig gebogenen Stäbchen nennt man 
Kommabazillen. Gewiiie Bakterien vermögen {ich mit Hilfe von Geißeln {ehr {chnell 
fortzubewegen. Diele Geißeln {ind äußertt zarte Fäden, die nur bei Dunkelfeldbeleuchtung oder 
mit Hilfe gewiffer Färbemethoden unter dem Mikrofkop lichtbar gemacht werden können.  
Die Vermehrung der Bakterien erfolgt durch Teilung oder Spaltung. Es bildet {ich 
dabei innerhalb der Zelle eine Scheidewand. Eine weitere Art der Vermehrung iit die durch 
Dauerzellen (Sporen). Diefe {ind insbefondere gegen Hitze und Kälte {ehr wideritandsfähig. 
 Zur Unterfcheidung der verfchiedenen Bakterien dienen nicht nur die Zellform, fondern auch 
ihr Wachstum bei verfchiedenen Temperaturen, ferner ihre chemifchen Wirkungen, z. B. ihr 
Gärungsvermögen. Im Rahmen diefes Artikels kann nur auf die technifch wichtigen 
Bakterien eingegangen werden. Man kann {ie einteilen in folgende größere Gruppen: Milch- 
fäurebakterien, Effigfäurebakterien, Butterfäure-, Butylalkohob, {äure- 
verzehrende Bakterien und Schleimfubftanzen. 
Die M i l c h fä u re b a kt e r i e n verhalten {ich verfchieden gegen die verfchiedenen Kohle- 
hydrate. Manche vergären Milchzucker, manche nur Rohrzucker, die meitten Glykofe. Einige 
Arten greifen auch Pentofen, manche auch Mannit an. Nach dem Vorkommen unterfcheidet 
man: Milch-, Maifche-, Würze-, Melaffe-, PreBhefe-, Bier-, Sauerkohl-, 
{aure Gurken- und Sauerteigmilchlaute-Bakterien. 
Die Effigfäureb akteri en oxydieren niedere und höhere Alkohole, verfchiedene Fett- 
{äuren und Zuckerarten zu Effigfäure, wobei als Zwifchenprodukt Aldehyde entftehen. Man 
untericheidet: Mai{che- oder Würze-, Bier-, Wein- und Schnelleffig-Bakterien. 
Die Butterfäurebakterien zeigen verfchiedenes Verhalten gegen Kohlehydrate. 
Die Butylalkoholbakterien lind von den Butterfäurebakterien wenig verfchieden. 
Zu den {äureverzehrenden Bakterien gehören manche Effigfäurebakterien. 
Die wichtigtlen Arten finden {ich bei der Weingärung und führen Apfelfäure in Milchfäure über. 
Zu den S chl eim f u b f tan z en zählen Bakterien, welche Gafe, Ge{chmacks- und Geruchs- 
{toffe bilden, hierher zählen die H eubazillen und die Sarzin en, die bei der Bierbereitung 
als Schädlinge in Betracht kommen. 
Zur Abtötung der Bakterien bedient man {ich in der Regel der Sterilifation, wobei 
zu berücktichtigen i , daß die Dauerformen (Sporen) meift fehr hohe Temperaturen aushalten, 
weshalb häufig wiederholte Sterilifation notwendig ift, um die inzwifchen wieder ausgekeimten 
Dauerfporen ebenfalls abzutöten. Als Nährftoffe bietet man bei der Züchtung den Mikro- 
organismen in der Regel Gallerten aus Gelatine, Agar-Agar, ferner feuchtes Brot, Kartoffeln, 
Früchte, Malzauszüge ufw. Gewiffe Bakterien brauchen reichlich Sauerftoft zu ihrer 
Entwicklung, man nennt {ie daher Aerobier, andere, die Anaerobier, vertragen ihn nicht. 
Bei manchen muß der Nährboden fauer reagieren, bei manchen alkalifch, bei wieder anderen 
neutral.  S. a. Hefe, Schimmelpilze. 
Literatur: Weigmann, Die Pilzkunde der Milch, 2. Aufl, 1924.  Ullmann, Enzyklop. der 
techn. Chemie, Bd. 8, Berlin 1924. Mezger 
Baktoform, Formaldehydpräparat, als Desinfiziens und Antifeptikum ver- 
wendet, flüflig und gallertig, in konzentriertem Zuitande {chwach gelblich gefärbt, 
mit {techendem Geruch, zur Wundenbehandlung und zum Desinfizieren der Hände 
dienend, beiteht aus neutraler Natronfeife qm 
und Kohlenwafierltoffen. Andäs  "T131 
Balanzier, als Mafchinenteil, eine   x _ 
{iarke Schwinge.     I   
Die alten Balanziermafchinen (f. d.) k G ' 
find nach dietem fchweren Bauteil benannt, der 
langtamen Gang bedingt. Die Figur zeigt eine  
leicht gebaute Schwinge zum Antrieb der Luft-   5'- 
pumpe mit verkiirztem Hub an einer ttehenden    
Dampfmafchine. An Lokomotiven  liegen  üilflßa-fi izjl 
Schwingen von {tarl-rem Blech als „Körper gleicher   : 
Feitigkeit" im Rahmen zwifchen 2 Tragfederenden i   
zu zweckmäßiger Gewichtsverteilung. Lindner  m"
        

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