Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163762
Abortanlagen an Bord von Sdzzffen 
die Wafierleitung abitellbar und die Rohrleitung entleerbar zu machen, damit an befonders 
kalten Tagen abgeltellt werden kann. Bei fehlender Schwemmkanaliiation werden übergangs- 
weife die an Wafferklofetts angefchloffenen Abortgruben mit KIär- und Desinfektionsein- 
richtungen verleben, um einen unfchädlichen Ueberlauf der wäfferigen Flüfligkeit zu ermög- 
lichen. Die Aborfgruben iind dann mit wafferdichten Mauern ufw.  [4] und [5] fo ein- 
zurichten, daß die feften von den flüftigen Beitandteilen nach der Desinfizieriing getrennt 
werden. Die desinfizierten und dadurch möglichtt unfchädlich gemachten Fliiftigkeiten können 
durch den Straßen- oder Privatkanal den Wafferläufen zugeführt werden, während die fetten, 
desinfizierten Stoffe in der Grube zurückbleiben und von dort auf gewöhnliche Weife von 
Zeit zu Zeit zu entfernen find. (Vgl. a. Bedürfnisanftalten.) Ueber Abortanlagen mit 
Torfmullftreuvorrichtung vgl. den Katalog von O. Poppe, Kirchberg i. S.; vgl. a. Desinfektion. 
Die Lüftung [3] der Aborte bezweckt die Abhaltung des Eindringens der Gafe in den Abort- 
raum oder des Abfaugens der Abortluft durch die Brille. Wird eine mit einfachem Wafferab- 
fchluß veriehene Abortfchüffel nur felten benutzt, fo abforbiert das lange im Siphon ttehende 
Waffer die im Fallrohr auftteigenden Gafe und läßt fie durch die Brillenöffnung in den Abort- 
raum gelangen; auch kann ein Abfangen des im Siphon ftehenden Abfchlußwafiers durch den 
im Fallrohr beim Hinabfallen größerer Kotmaffen aus dem oberhalb gelegenen Abort entftehen- 
den luttverdünnten Raum erfolgen. Diefe Mißftände laifen {ich nur durch Anbringung eines be- 
fonderen Ventilationsrohres oberhalb des Siphons vermeiden, das über der obertien Abort- 
fchüffel in das über Dach, als gemeinfchaftliches Ventilationsrohr, verlängerte Abfallrohr ein- 
geführt werden kann. Damit ferner unter dem Sitz gar keine auftteigende Bewegung der Gafe 
in den Abortraum itattfinden kann, erfcheint es zweckmäßig, die Abortfchüffel felbtt durch eine 
Rohrverbindung nach dem gemeinfchaftlichen Fallrohr oder nach einem befonderen Duntirohr 
zu entlüften. Eine iolche Lüftungseinrichtung zeigt die vorttehende Figur; fie itt von 
Boyle 8: Sons  S. 352, in Glasgow vorgefchlagen worden. Der Hauptwafferverfchluß am 
Fuße des Fallrohres bleibt beffer weg. Durch Verlegung der Röhren ins Innere des Gebäudes, 
womöglich neben den Küchenfchornttein, ferner durch Heizung des Dunttrohres utw. kann 
eine richtige Abführung der Gafe herbeigeführt werden. Die Luftbewegung in den Röhren wird 
durch Saug- und Blasköpfe w und IP in der durch die eingezeichneten Pfeile angegebenen 
Weife geregelt. Eine umfaffende und zugleich ausführliche Abhandlung über Aborte findet {ich 
in  Vgl. a.Abfuhr, Bedürfnisanftalten, Klotett. 
Literatur: [1] Handb. d. Arch., 2. Aufl., Darmttadt 1892, Ill. Teil, Bd. 5, Kap. 7-12 und 
Kap. 15-26.  [2] Petermann, Die Anlage wafferdichter Dungttätten und Abtrittgruben, Stutt- 
gart 1871; Vorfchläge zur Verbefferung der Abortgruben, Baugewerks-Ztg. 1882, S. 366 u. 383; 
Hittenkofer, „Abortanlagen", Haarmanns Zeitfchr. f. Bauhandw. 1873, S. 22 u. 33; Lorenz, A., 
Abort- u. Senkgrubenanlagen, Reichenberg 1878; Wolpert, Ueber geruchlofe Abtritte, Zeitfchr. 
des bayer. Arch.- u. Ing.-Ver. 1873, S. 96; Brown, G., Water-Clofets ufw., New York 1884; Spül- 
abortgruben und neuere Klärverfahren, Zentra1b1.der Baiiverw.1901, S. 431.  [3] W. Wagner, 
Ventilationsvorrichtungen f. Aborte u. Senkgruben, Deutfche Bauztg. 1884, S. 331; Ueber Lüftung 
d. Aborte, Deutfche Bauztg. 1885, S. 479 u. 548; Zeitfchr. f. Transportw. u. Straßenb. 1898, S. 342; 
Südd. Bauztg. 1899, S. 214.  [4] Altes und Neues über Aborte, Baugewerks-Ztg. 1897, S. 1437; 
Anlage der l-lausaborte, Zeitfchr. f. Arch.- u. lng-Wefen, Wochenausg. 1898, S. 615.  [5] Verun- 
reinigung der Brunnen durch Aborte, Gefundheitsingenieur 1900, S. 336; 1901, S. 334.  
[6] Selbtltätige Entleuchungsvorrichtungen in Aborträumen, Deutfche Bauztg. 1901, S. 538; 
Zeitfchr. f. Transportw. u. Straßenb. 1902, S. 304.  [7] Spülkatten verfchiedener Anordnungen, 
Journal f. Gasbeleucht. u. Wafferverf. 1899, S. 459; 1901, S. 121.  [8] Techn. Gemeindebl. 1901, 
5. Juni; Zentralbl. d. Bauverw. 1902, S. 145 u. 488.  Außerdem viele Artikel in verfchiedenen 
Jahrgängen der Zeitfchriften „Gefundheit', „Gefundheitsingenieur'. 343'111- 
Abortanlagen an Bord von Schiffen weichen infofern von den ent- 
fprechenden Anlagen auf dem feilen Lande ab, als die Wirkungen des See- 
fchlags fowie die Bewegungen des Schiffes zu berückfichtigen find; auch itt es 
für die Anordnung der Klofetteinrichtung von wefentlicher Bedeutung, ob diefelbe 
im Schiff über oder unter der Wafferlinie Verwendung findet. 
Für die Nlannfchaftsklofetts lind die fogenannten 
Qummqmanstheü, l Trogklofetts mit einem Trog für mehrere Sitze vorzugs- 
 ja" wei e aufFrachtdampfern in Gebrauch; auf den modernen 
 l1!13i' T Paffagierdampfern fowie auf allen Kriegsfchiffen werden 
f  V7 1 nur Trichterklofetts mit Einzelfitzen verwendet. Die Ein- 
Kupfer- ,   l zelbecken mit offenem Wafferrand beftehen aus Porzellan 
4mm  u m  r und lind in einen Kupfermantel mit Kitt eingefetzt, der 
iäl.   3 unten konifch ausläuft und in einem Metallflanfch endet, 
um]!   f" an den {ich die Abfalleitung anfchließt (Fig.1). Die 
[i] i]  _  r Abfalleitungen münden in ein gemeinfames, mit Fall ver- 
v!  Bleigewirlit I fehenes Kupferrohr von 100-130 mm lichtem Durch- 
i]  l meffer, das an der Bordwand an einen Ausgußttutzen mit 
.1  Rückfchlagklappe angefchloffen ilt, die bei Seefchlag 
' felblttätig fchließt. Für die Spülung der Mannfchafts- 
  klofetts itt fowohl eine gleichzeitige Spülung aller Klofetts 
15111]  als auch die Einzelfpülung jedes Beckens vorgefehen. 
11' Für Paffagier- und Offizierklofetts kommen nur Einzel- 
Fig.l. klofetts mit getrennter Spülung zur Anwendung, die
        

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