Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3166820
Ausrtlakerz 
Ausrüdzer 
Die nächfte Viertelsumdrehung der Scheiben gibt dann den Haken eine entgegengefetzte Be- 
wegung, öffnet den ausgewundenen und zufammengedrehten Strähn wieder und legt ihn auf 
einen fchrägen Tifch hinter der Mafchine ab. Bei der Wring-, häufiger Quetfchmafchine 
genannt, die in den Baumwollftückbleichen auch unter dem NamenSqueezer bekannt 
ilt, geht die Ware, fiückweife zufammengenäht, kontinuierlich und im Strang zwifclien den zwei 
fchnialen Quetfchwalzen hindurch, wird von ihnen ausgepreßt und hinter der Mafcliine auf 
den Haufen gelegt, worauf man Iie breit macht und über die heiße Zylindertrockenmafchine 
gehen läißt.  Ein Squeezer _mit Walzen von wefentlich geringerem Umfang, abeil von der 
Lange einer ganzen Stuckbreite, findet Verwendung, um breitgelegte Stücke z_u entnaffen. Man 
begegnet derBreitquetfche zwar als felbltandiger Mafchine, noch ofter aber findet man ein 
derartiges, mit Hebeln befchwertes Quetfchwalzenpaar an Jiggern und Rollenkufen angebracht, 
um die breitlaufenden Baumwollftücke während des Durchzugs oder beim Verlaffen des Appa- 
rats kräftig auszudrücken. Der Wafferkalander dient dazu, die riaffen Baumwollftücke über 
ihre ganze Breite gleichmäßig zu entnäffen, bevor fie feucht geftärkt werden.  Entfchieden 
das gründlichfte und gleichmäßigfte Entwäffern naffer Wolle, Garne oder Stücke (in der Bleiche 
und Färberei) beforgt die Schleuder- oder Schwingmafchine (f. Zentrifuge); nur unterbricht 
Iie in der Fabrikation der Stückwaren das kontinuierliche Arbeiten und wird deshalb in großen 
Betrieben am zweckmäßigiten verwendet, wenn die zum Trocknen fchließlich fertigen Stücke 
einzeln vorgetrocknet werden. Die Schleudermafchine mit liebender Drehachfe hat immer mehr 
Anerkennung und Verbreitung in der ganzen Textilinduftrie fowohl als auch in der chemifchen 
Induttrie gefunden. In den erften Zeiten wurde fie mit einer Handkurbel getrieben, was heute 
noch bei den Zentrifugen kleinerer Färbereien und Wafchanltalten zu fehen itt. Dann folgten 
die Schleudermafchinen mit mechanifchem Antrieb oberhalb der für die Aufnahme der Ware 
beftimmten fenkrechten Trommel, deren zylindrifche Seitenwand aus vielfach durchlochiem 
Kupferblech, wohl auch aus Itarkem Kupferdraht befteht. Die neueren Konitruktionen der verti- 
kalen Schleudermafchinen haben den unmittelbaren Riemenantrieb unterhalb der Warentrommel 
angenommen und durch diefen Unterbetrieb einen weit ruhigeren Gang der uon einem Harken 
gußeifernen Schutzmantel umgebenen und ca. 3000 tlmdrehungen in der Minute machenden 
Trommel erreicht, neben dem weiteren großen Vorteil, daß die in der Trommel liegende Ware 
nicht wie beim Oberbetrieb der fortwährenden Gefahr ausgefetzt ift, von oben her durch Schmier- 
öltropfen verunreinigt zu werden. Von Wichtigkeit ift der Regler von Fesca zur Ausgleichung 
der drehenden Maffen bei nicht vollftändig gleichmäßiger Befchickung der Schleudermafchine. 
Grothe [l] hat gefunden, daß, wenn durch Ausringen 45"l„ und durch Auspreffen 6901„ des 
Waffergehalts aus einer naffen Ware entfernt werden, die Schleudermafchine mit fenkrechter 
Drehachfe bei vierielftündiger Umdrehung bis zii  davon ausfchleudert. 
Literatur: [1] Cirothe, H, Appretur der Gewebe, Berlin 1882, S.1l6. Fernere Quellen: 
Meißner, G., Die Mafchinen der Appretur, Färberei und Bleicherei, Berlin 1872; Herzfeld, J., 
Das Färben und Bleichen, 2. Teil, Berlin 1890; Zipier, J., Apparate der Wäfcherei, Bleicherei, 
Färberei und Druckerei, Leipzig und Wien 1894. tR-Mählflw) Bvvhvrer 
Ausrücken, das Löfen des Loskorbes (f. d.) der Fördermafchine von der 
I-Iauptwelle. 
Ausrücken (Abftellen) bezeichnet das Außerbetriebfetzen einer Mafchine 
oder eines Mafchinenteils. 
Bei Arbeitsmafchinen kann es entweder durch Stillfetzen der Antriebsmafchine oder durch 
eine Ausrückkupplung (f. Ausrück er), oder durch Riemenverfchiebung (f. Riemenaus- 
rücker), oderzdurch Aufheben der Riemenfpannung, oder durch Außereingriffbringen von 
Zahnrädern bei ahnräderübertragungen (f. Ku ppl u n gen) oder bei VW  
Umlauf etrieben (f. d.) durch Freigeben des ttillitehenderi ß   
Rades, beigSchraubenfpindel und Mutter durch Außereingriffbringen  mit    
der Mutter (f. Mutterfchloß) erfolgen.  Das Ausrücken kann      
von Hand oder felbfttätig gefchehen. Widmfzier    
Ausrücker für Kupplungen (f. d.) vermitteln  1  g 
die Verfchiebung und Feftftellung der verfchiebbaren U,  WM     
Muffen ausrückbarer Kupplungen. S. a. Riemenaus- Ezmillllllllliflp!  i, 
rücker.  iägwäli m-"jiißgfoüüffft  
t Je nach [Alrt und Größg delrlKgigiplugglterfolgti diet äerfältläng 'W  
en wedervon and mit gro em e ever ä nis un mi ec i en v! w, M;     
für die Endftellungen (Fig. 1) oder durch Schraubenfpindel (.Fig. 2,    
5.385). Der Ausrückhebel wird aus Flacheifen fo zufammenge-   
fetzt, daß er die Muffe umfaßt. Er fchwingt um einen fetten G; 
Punkt, der in Fig.1 über, in Flg._2 neben der Welle liegt, und   
trägt an zwei Zapfen einen Ring, der in der Nut der Kupplungs-   
muffe ruht. Der Ring itt zweiteilig eingelegt und zufammenge-   
fchraubt; er hat in radialer Richtung Spielraum für den Ausfchlag   
des Ausrückhebels. Wenn der Ring einteilig gemacht, aber fo yjfTtitg-ßf, 
weit ausgefpart wird, daß er {ich von der Seite her in die Nut   
einfchieben läßt, liegt er nur mit hufeifenförmigen Flächen beider-  I 53T-    
feits an und hält die Schmiere nicht fo gut wie der volle Ring.    
Bei geringen Kräften genügen kurze Gleitklötze an den Zapfen,  
oder fogar die Zapfen felbft, auch die balligen Enden einer offenen fxgsxjücküfü, Kupplunggn 
Gabel, deren Feftpunkt vor der Welle liegt. Linolner (EifenwerkWültelvor Hannover).
        

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