Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3166484
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Aufzüge 
fchließlich des Nebenfchlußmotors, da die Umdrehungszahl der allein in Frage kommenden 
I-iauptitrom- und Verbundmotoren je nach der Belaftung fchwankt, fo daß gleichbleibende Fahr- 
geichwindi keiten nicht ohne weiteres erreichbar iind. Die Motoren haben im allgemeinen 
750-1500 älmdrehungen in der Minute. 
Tragmittel: Bei allen Aufzügen, mit Ausnahme der unmittelbar wirkenden hydraullfchen 
und der Spindelaufzüge, hängt die Laft an Seilen, Gurten oder Ketten, die mit der Windevor- 
richtung verbunden iind. Per onenaufzüge und betretbare Lattenaufzü e miiffen mindeftens zwei 
Tragmittel erhalten, die gleichmäßig an der Belaftung teilnehmen. Die Berechnung der Trag- 
mittel erfolgt üblicherweife unter der Annahme rein ftatifcher Beanfpruchung. Hierzu treten 
jedoch, betonders beim Anfahren und Bremfen, noch erhebliche dynamifche Zufatzkräfte, die 
bei der Berechnung bertickiichtigt werden müffen. Das gefchieht zur Zeit durchliinfetzen 
eines entfprechenden Sicherheitsfaktors. So dürfen (nach der bisherigen preußifchen Verordnung) 
Gurte nicht über V8, Ketten nicht über 1], ihrer Bruchfeftigkeit beanfprucht werden; Seile, 
deren Beanfpruchung iich aus Zug und Biegung zufammenfetzt, iind fo zu berechnen, daß die 
auf jedes Seil entfallende Zug- und Bie ungsfpannung nicht mehr als V6 der Bruchfeltigkeit 
beträgt. Im Aufzugsbetrieb werden meiit grahtfeile aus Tiegelilahldraht mit einer Bruchfeiligkeit 
von etwa 120 bis 180 kgfmmz verwendet. Sie werden wegen der auftretenden itarken Biegungs- 
beanfpruchungen bei uns in der Regel aus vielen möglichft dünnen (0,4 bis 1,4 mm Durch- 
meffer) Drähten hergeftellt, die, zu einzelnen ovalen oder runden Litzen mit Hanffeele vereinigt, 
Seile von rundem Querichnitt bilden. Derartige dünndrähtige Seile haben aber den Nachteil, 
daß iie fchneller verfchleißen als folche aus einer geringen Anzahl dickerer Drähte, wie iie 
beifpielsweife in Amerika und England bevorzugt werden. Die Anwendung dickdrähtiger Seile 
fetzt allerdings entfprechend größere Durchmeffer der Rollen, wie auch der Windentrommeln 
oder Treibfcheiben voraus, i'o daß die im Betriebe auftretende Biegung (möglichit nur nach 
einer Richtung) auf ein Mindeftmaß befchränkt wird. 
Fördergerät: Das zur Aufnahme der Lait dienende Fördergerät ift in feiner einfachften 
Ausführung eine Plattform, die durch ein meiit eifernes Gerippe mit dem Tragmittel verbunden 
ift. Dies Gerippe des Fördergerätes trägt die Führungs- oder Gleitbacken, die an den im Fahr- 
fchacht beteiligten Führungsfchienen gleiten. Die Förderplattform erhält in der Regel fette 
Seitenwände und an den Ladefeiten Verfchlußtüren, um das Herabfallen von Ladegut zu ver- 
hindern. Fördergeräte für Perfonenaufzüge iind als geichloffene Fahrkörbe mit Decke auszu- 
führen und müffen im Lichten mindeitens 1,8 m hoch fein. Beiondere Fahrkorbtüren iind nicht 
erforderlich, wenn die Schachtwände an den Zugangsfeiten in voller Gefchoßhöhe durchgeführt, 
glatt und nicht mehr als 4 cm vom Fahrkorb entfernt iind. Fördergeräte, die durch Seile, Gurte 
oder Ketten getragen werden, müffen mit einer zuverläfiigen Fangvorrichtung oder Ge- 
fchwindigkeitsbremfe (f. Fangvorrichtungen) veriehen fein. Laftenaufzüge bedürfen 
keiner Fangvorrichtung, wenn ihr Förderkorb beim Be- und Entladen ordnungsmäßig nicht betreten 
werden kann, oder wenn iie mit Auffetz-(Stütr) Vorrichtungen an den Ladeitellen verfehen iind. 
Steuerung: Das Steuern, d. i. das Ingangfetzen und Anhalten des Aufzuges, erfolgt bei 
Laflenaufzügen von außen, und zwar entweder von einem Führerttande oder von den einzelnen 
Zugangsitellen zum Fahrfchacht aus. Aufzüge mit Führerbegleitung werden vom Innern des 
Fahrkorbes aus geiteuert. Die fogenannten Selbitfahrer und die Umftellaufzüge iind mit Innen- 
und Außeniteuerung in folcher Ausführung verfehen, daß eine gleichzeitige Benutzung beider 
Steuerungen unmöglich iit.  Bei den elektrifchen Aufzügen laffen iich zwei Hauptgruppen 
von Steuerungen nach ihrer Bauart unterfcheiden: 1. die Steuerung mit mechaniicher 
Uebertragung; 2. die Steuerung mit elektrifcher Uebertragung. 
Die mechanifche Steuerung, die neuerdings von der elektrifchen mehr und mehr 
verdrängt wird, findet hauptfächlich bei langfam laufenden Laitenaufzügen (bis etwa 0,3 mfsek) 
als Außeniteuerung Verwendung. Sie beiteht hier aus einem an den Schachttüren entlangge- 
führten Handfeil (oder aus einem in einen Seilzug übergehenden Geftänge), das unmittelbar 
von Hand bewegt wird und fo die Schalt- und Bremsvorrichtung betätigt. Bei Führeraufzügen 
wird das Steuerfeii durch den Fahrkorb hindurchgeführt und von hier aus betätigt. Handelt 
es iich um Aufzüge mit etwas größeren Gefchwindigkeiten (bis zu etwa 0,5 mjsek), i'o bietet 
diefe Ausführung gewiffe Schwierigkeiten in bezug auf genaues Einfahren in die Halteitellen. 
Daher tritt an Stelle des unmittelbar von Hand gezogenen Seiles ein durch ein Handrad oder 
eine Kurbel betätigter Seilzug. Stockwerkeinftellungen zum felbittätigen Anhalten an 
den Zugangsftelien werden bei der einfachen Geitänge- oder Seiliteuerung meiit in der Weiie 
ausgeführt, daß an einer Seitenwand des Fahrkorbes eine Platte mit je einer Bohrung für jede 
Halteftelle angebracht wird. Das durch den Schacht geführte Steuergeftänge erhält die zu- 
gehörigen Ausrücknocken, die verfchieden lang ausladen. Ein Bolzen (Stecker) wird in die der 
gewünfchten Haltettelle entfprechende Bohrung geiteckt; er nimmt dann das Steuergettänge an 
der betreffenden Halteltelle mit und bringt dadurch den Fahrkorb zum Stillitand. 
Die elektrifche Steuerung wird ausgeführt als: a) nur Außeniteuerung für reine 
Laitenaufzüge, b) nur Inneniteuerung (vom Fahrkorb aus zu bedienen) für Führeraufzüge, 
c) Innen- und Außeniteuerung für Selbftfahrer, d) Innen- und Außeniteuerung für Umttellauf- 
züge. Zu a): Reine Laitenaufzüge erhalten außen an jedem Zugange, von dem aus der Fahrkorb 
gefteuert werden ioll, eine Druckknopftafel. Jeder Haltefteile entfpricht ein Druckknopf, deffen 
Betätigung nach ordnungsmäßigem Schließen der Türen den Fahrkorb in Bewegung fetzt. Das 
Anhalten an der gewünfchten Stelle erfolgt dann felbtltätig.  Zu b): Als lnneniteuerung findet 
die Druckknopf- und auch (befonders bei fchnell laufenden Aufzügen) die Hebellteuerung. Ver- 
Wendung. Bei der Druckknopffteuerung erhält der Fahrkorb für jede Halteftelle einen Kontakt. 
Die Wirkungsweife entfpricht dem vorltehend für die Druckknopf-Außeniteuerung Gefagten. 
Das Anhalten des Fahrkorbes erfolgt in dem Stockwerk, für das das Steuerkommando gegeben
        

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