Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3165368
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Antimondzloride 
Antimonglanz 
fiilfantimoniit NaaSbSß hin. Bei der Elektrolyfe diefer Löfung erhält man an der Kathode 
Antimon iri Form von fpröden Kruiten, während der Elektrolyt an der Anode in eine Löfung 
von Natriumfulfhydrat, -difulfid und -thiofulfat umgewandelt wird. Letztere, nach dem Vorbilde 
der Methoden zur Verarbeitung des Leblanc-Sodartickftandcs (f. Soda) auf Natriumthiofulfat 
oder Schwefel verarbeitet, liefert auch den Schwefel der Erze in verkäuflicher Form. Als 
Apparate benutzt man für die Laugerei eiferne, mit Dampf zu heizende Keffel, für die Elektrolyfe 
eiferne Behälter mit eingeliängten Eifenblechen als Kathoden und ifoliert dazwifchen ange- 
ordneten Bleiplatten als Anoden. 
Die Elektrolyfe von Antimonchloriden liefert ein leicht entzündliches Metallpulver, 
explofives Antimon; fie wird in der Technik nicht ausgeführt. 
4. Umwandlung des Rohantinions in Verkaufsware. Die unter l. und 2. 
befchriebenen Methoden liefern ein fo unreines Metall, daß dasfelbe ohne nochmaliges reinigendes 
Schmelzen nicht verwendbar fein würde. Die Verunreinigungen können beitehen aus: Schwefel, 
Arfen, Eifen, Kupfer und andern Metallen. Unter möglichfter Vermeidung der Berührung mit 
Eifenteilen fchmilzt man daher das Rohantimon entweder in Tiegeln oder in Flammöfen anfangs 
mit reinem Antimonfulfide (aus Spießglanz ausgefaigertes SbzSß), wobei vorwiegend Eifen und 
Kupfer entfernt werden, dann in einer zweiten Schmelze mit baiifchen Zufchlägen, wie Pottafche, 
Soda (Natriumfulfat und Kohle) unter gleichzeitigem Zufatz von Antimonoxyden oder Antimon- 
fulfiden. Unter Bildung einer aus Antimonfulfofalzen beftehenden Schlacke wird das Metall 
auf diefe Weife entfchwcfelt. 
Das nach 3. erhaltene und durch Abklopten und Abbürften von den Kathoden entfernte 
Antimon braucht nach dem Auswafchen und Trocknen nur unter einer Decke von Antimon- 
oxyfulfuraten oder Sulfantimoniiten mit bafifchen Zufchlägen (wie Soda, Pottafche ufw.) zu- 
fammengefchmolzen zu werden.  Anwendungen wurden fchon unter den Eigenfchaften des 
Antimons erwähnt (Legierungen, Metallüberzüge, Metallfärberei, thermoelektrifche Säulen); in 
der Feuerwerkerei (f. d.) wird das Antimon zur Erzielung weißen Lichtes zu Sätzen für 
bengalifche Feuer, Leuchtkugeln u. dgl. verwendet. Handelsforten iind gewöhnliches Antimon 
(Antimon regulus) und raffiniertes Antimon. Mezger 
Antimonchloride gehören zu denjenigen Salzen des Antimons, in denen 
der baüfche, metallähnliche Charakter des letzteren zum Vorfchein kommt. Sie 
bilden unbeltändige Verbindungen von untergeordneter technifcher Bedeutung. 
Antimontrichlorid (Antimonchloriir) SbCla, MoL-Gew. 226,5, fpez. Gew. 3,1, 
bildet eine weiße kriftallinifche, butterweiche Maffe (Antimonbutter, Spießglanzb utte r), 
die bei etwa 73" fchmilzt und bei 223" fiedet. Es itt löslich in Alkohol und Schwefelkohlenitoff, 
auch in mit Salzfäure angefäuertem Waffer, unlöslich in reinem Waffer, durch das es unter 
Bildung baüfcher Chloride zerlegt wird. Es wird auch vielfach in Form einer ftark fauren, 
wäfferigen Löfung (Liquor stibii chlorati) in den Handel gebracht. 
Antimonoxychlorid (Algarotpulver), ein amorphes bis kriftallinifches, weißes 
Pulver, hat keine konltante Zufammenfetzung; unlöslich in Waffer, leicht in Salzfäure löslich. 
Noch geringere Bedeutung hat das Antimonpentachlorid (Antimonfuper- 
C h l 0 ri d), SbCI5. Mezger 
Antimonfarben, Körperfarben, Verbindungen des Antimon mit Schwefel 
(Antimonzinnober, Antimonoxyfulfurat) oder mit Blei (Antimongelb, ein Gemenge 
von antimonfaurem Blei mit Bleioxyd und Wismutoxyd). 
Das Antimongelb, in feiner Zuiammenfetzun dem Marsgelb ähnlich, ift eine fchöne 
gelbe Malerfarbe, kommt aber immer mehr außer äebrauch.  Antimonfarben, auf 
Meffing, bilden fich, wenn man mefiingene Gegenitände in einer bis zum Kochen erhitzten 
Flüffigkeit, beftehend aus einer Löfung von 10g Brechweinftein, 10g präpariertem Weinitein, 
1], kg Waffer, 30-40 g Salzfaure und 30-40 g gepulvertem Antimon (Regulus) eintaucht, und 
zwar anfänglich eine prachtvolle Goldfarbe, dann fpäter ein fchönes Kupferrot; diefe Färbungen 
gehen bei längerem Verweilen in der Flüffigkeit in Blauviolett und endlich in Blaugrau über. 
Die Farben lind beftändig und verändern {ich an der Luft nicht.  Audis 
Antlmonfluoride, von den theoretifch möglichen Antimonfluoriden und 
den Doppelfalzen derfelben mit Alkalifluoriden und andern Alkalifalzen hat 
eins eine hervorragendere Bedeutung: das Antimonfluoridammoniumfulfat 
SbF3(NH4)2SO4, auch kurz Antimonfalz genannt. 
Es bildet große, wafferhelle, in Waffer fehr leicht lösliche Kriitalle. Befonders auf der 
Oberfläche poröfer Stoffe (Pflanzenfafern wie Baumwolle) und bei Gegenwart von Farbliolz- 
extrakten wird das Salz unter Abgabe von Antimonoxyd zerfetzt. Auf diefe Eigenfchaft ftiitzt 
fich feine Anwendung in der Färberei als Erfatz für den teureren und weniger Antimon ent- 
haltenden Brechweinftein (Tartarus emeticus). M919"  
Antimonglanz (Antimonit, Stibnit, Graufpießglanz), eine Antimon- 
fchwefelverbindung Sbzsa (71,40"l„ Sh, 28,6O"f„ S), kriftallifiert in langen rhom- 
bifchen Prismen, daher meiit fpießig und nadelig, oft gekrümmt faferig, zuweilen 
auch derb und dicht; ftark metallglänzende Spaltflächen; Bruch mufchelig; 
Härte 2, fpez. Gew. 4,6-4,7; Farbe bleigrau und mattfchwarz; Strich bleigrau; 
leicht flüchtig und leicht fchmelzbar; in konzentrierter Salzfäure und in Kalilauge 
löslich; verwittert zu Antimonoxyd und Antimonocker. Meiit arfenhaltig und mit
        

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