Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3164969
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Angreifende Kräfte  Angriffspunkt einer Kraft 
gezähnelt, teils etwas gebuchtet. Geringere Sorten ohne natürliche Enden {ind bedeutend dicker 
(40-7111), belitzen aber einen fehr kräftigen Seidenglanz, indem die Faferfchicht felir grob 
gellreift erfcheint, während die Epidermisfchuppen {o ftark zurücktreten, daß fie nur bei hoher 
Einftellung des Tubus gefehen werden können; die Faferfpalten {ind breit, der Querfchnitt ill 
etwas plattgedrückt. Den meilten derfelben fehlt das Mark völlig.  Außer diefer echten 
Angorawolle kommen gegenwärtig noch andre Wollen unter der gleichen Bezeichnung in 
unferm Handel vor, die zweifellos auch von Ziegen (perfifche Ziege) ftammen, aber von der 
befchriebenen Angorawolle {ich durch den reichlichen Gehalt bis 150 [I dicker, mark- 
haltiger Haare unterfcheiden. Letztere führen entweder einen zufammenhängenden Mark- 
zylinder oder Markinfeln; die Epidermisfchuppen haben einen rhomboidalen Umriß und um- 
faffen zu 3-5 die Faferfchichte. Die markfreien Haare diefer Sorten lind zarter als die der 
echten Angorawolle und meffen 28-40 g: im Querfchnitt; ihre Schuppen ünd grob gezähnelt. 
Aehnlich diefen Sorten ilt die von v. Höhnel [3] befchriebene Kap angorawolle, bei der 
aber markführende Haare nur vereinzelt vorkommen. Die Verwendung der Angorawolle ift 
{ehr umfangreich; fchwachgedrehte Garne dienen zur Darltellung lockerer Gewebe (Mohair- 
tücher). Die Angorawolle ift ferner ein wichtiger Rohitoff für glatte Zeuge und halbfeidene 
Stoffe, auch in Mifchung mit Ramie, obwohl die hohe Ausbildung der Kammgarnfpinnerei 
die Verwendung der Angorawolle wefentlich eingefchränkt hat; aus langhaarigen Sorten werden 
vorzügliche Nachahmungen des Menfchenhaares verfertigt. Die Felle gefchlachteter Tiere ünd 
ein beliebtes Material für Fußdecken und Kiffen; bei uns kommen als Angoradecken viel 
häufiger die Felle des englifchen langhaarigen Southdownfchafes in den Handel. 
Literatur: [1] Brehms Tierleben, 2. Aufl., Leipzig 1893, Bd. 3, 5.325.  [2] Bifchof- 
Weigert ufw., Das Manufakturwarengefchäft, Fabrikation und Betrieb, Leipzig 1869, Bd. 1, S. 112. 
 [3] Höhnel, Fr. v., Die Mikrofkopie der technifch verwendeten Faferltoffe, Wien 1887.  
[4] Hanaufek, T. F., in ,Realenzyklopädie der gef. Pharmf, Bd. V, S. 541.  [5] Derf., Jahres- 
berichte der Wiener Handelsakademie, Wien 1888.  [6] Derf., Lehrb. d. techn. Mikrofkopie, 
Stuttgart 1901, S. 123. (i T-  Hunlwfek) Füffliüvk 
Angrelfende Kräfte eines Trägers (f. d.) oder fonitigen materiellen 
Syftems (f. d.) im allgemeiniten Sinne können alle Kräfte heißen, die an 
Punkten des Syitems angreifen. 
Gewöhnlich vertteht man jedoch unter den angreifenden Kräften eines Tragwerks nur die 
äußeren Kräfte (f.  im Gegenfatze zu den inneren Kräften. In noch engerem Sinne 
werden die äußeren Aktivkräfte (f.  wie Laften, Winddruck, Erddruck ufw., als angreifende 
Kräfte bezeichnet, in welchem Falle alfo z. B. die Stützenwiderftände nicht zu denfelben ge- 
rechnet werden. Diele angreifenden Kräfte pflegen bei der Berechnung eines Tragwerks ge- 
geben zu fein, vielfach beftehen darüber amtliche Vorfcliriften. S. a. Eigengewicht, Ver- 
kehrslaft. 
Literatur: Beltimmungen über die bei Hochbauten anzunehmenden Belailungen ufw. Amt- 
liche Ausgabe vom 24. Dez. 1919, Berlin.  Vorfchrift. der Deutfch. Reichsbahn für Eifenbau- 
werke, Grundlagen für das Entw. und Berechnen eif. Eifenbahnbriicken, Berlin 1923. [llörfch 
Angriffsmoment in einem beliebigen Querfchnitt x eines Stabes heißt das 
refultierende Moment Mx der äußeren Kräfte auf einer Seite von x in bezug 
auf den der Stabachfe angehörigen Punkt diefes Querfchnitts. 
So hat man z. B. im Fall der Fig.l x 
 
Das Angriffsmoment ift zugleicli auch das Moment der refultierenden Kraft Rx, womit der 
Stabteil auf der einen Seite des Schnitts x auf den andern Stabteil wirkt, in Hinlicht auf den 
Achspunkt des Querfchnitts. 
P ['32 Da das Moment Mx eine Bie- j 
1 gung des Stabes zur Folge hat 
 ivg (f. Biegung). fo wird Mx auch g w" 
   "i Biegungsmoment genannt.  
 c aßigr ex 1 Die refultierende Schnittkraft  
A] Fis. 1. Rx läßt {ich ftets zerlegen in ß i 
eine Komponente Nx normal N x X 
dem Querfchnitt und eine Komponente Qx längs desfelben (Fig. 2), Qx 
welche die Normalkraft und Querkraft des Schnitts heißen. 
Denkt man {ich im Achspunktc des letzteren zwei Kräfte parallel 3x 
und gleich Nx, aber von entgegengefetzten Richtungen hinzuge- 
bracht, wodurch am Gleichgewicht nichts geändert wird, fo erkennt Fig 1 
man, daß Rx erfetzt werden kann durch eine in der Achfe wirkende 
Kraft Nx (Axialkraft), die in der Querfchnittsebene wirkende Kraft Qx und ein Kräftepaar 
VOIII MOIHCM Mx: e  Nx. Das Angriffsmoment ift alfo auch das Moment der Normalkraft Nx in 
bezug auf den Achspunkt des Querfchnitts.  lllärfch 
Angriffspunkt der Kraft nennt man in der Biegungslehre den Punkt, wo 
die Mittelkraft der außerhalb eines Balkenquerfchnitts angreifenden Kräfte den 
Querfchnitt fchneidet. Mörfoh 
Angriffspunkt einer Kraft iit der Punkt, auf den diefelbe unmittelbar 
wirkt. Gehört diefer einem Punktfyltem an, fo wirkt die Kraft unmittelbar auf
        

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