Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3164926
144 
Anemoklinograph 
Arzemometer 
fetzung der Mafchine durch Dampfdruck auf den Kolben zu ermöglichen; ferner 
Einrichtungen an Verbrennungskraftmafchinen, um die zum Anlaufen notwendige 
Kolbenbewegung zu erzeugen. 
Bei kleinen Kolbendampfmafchinen kann das Andrehen am Schwungrad unmittelbar von 
Hand erfolgen, bei größeren werden Schaltwerke, Zahn- oder Reibungsgetriebe angewendet. 
Für die Schaltwirkung werden Zahn- oder Klemmgefperre benutzt; bei ertteren greift am ver- 
zahnten Schwungradkranz eine Klinke ein und treibt ihn ruckweife vorwärts; beim Klemm- 
gefperre bleibt der Kranz glatt und die Druckwirkung wird durch eine Klammer, einen Klemm- 
backen oder eine Klemmrolle ausgeübt. Das Andrehen durch Zahn- oder Reibungsgetriebe 
erfolgt durch ein in das verzahnte chwungrad eingreifendes kleines Zahnrad oder durch gegen 
den glatten Radkranz {ich preffende Reibrollen. Die Schaltwerke werden gewöhnlich durch 
einen Handhebel bewegt, die Zahn- oder Reibungsantriebe durch Handkurbel oder bei großen 
Mafchinen meitt durch einen kleinen Elektromotor. Alle Andrehvorrichtungen miiffen zur Ver- 
meidung der Rückwirkung des anlaufenden Schwungrades auf {ie fo gebaut fein, daß fie leicht 
und {chnell außer Eingriff gebracht werden können oder felbittätig ausgefchaltet werden, fobald 
die Dampfmafchine anläuft. Zur Vermeidung von Unfällen ift die Abftellvorrichtung der Dampf- 
mafchine während des Andrehens gefchloffen zu halten. Vgl. Unfallve rhüt ung. 
Das Andrehen von Verbrennungskraftmafchinen durch Anfaffen am Schwungrad ift nur 
bei kleinen Mafchinen erlaubt; größere müffen eine Andreh- oder Anlaßvorrichtung haben, 
die {ich beim Anlaufen des Motors ausfchaltet und gegen Riicktloß getichert ift. Am häufigften 
werden Anlaßkurbeln verwendet, durch die unmittelbar oder unter Einfclialtung eines Vor- 
geleges die Schwungradwelle gedreht wird. Diefe Kurbeln müffen fo gebaut fein, daß {ie beim 
Anlaufen des Motors oder wenn er durch Fehlzündung {ich rückwärts bewegt, {ich felblttätig 
ausfchalten. Solche Sicherheitsandrehkurbeln werden in zahlreichen Bauarten ausgeführt, nament- 
lich für das lngangfetzen von Verbrennungsmotoren für Kraftwagen und Flugzeuge. Neuer- 
dings werden vielfach Andrehvorrichtungen mit Antrieb durch einen kleinen Elektromotor und 
felbtftätiger Ausfchaltung nach Erreichung der Anlaufgefchwindigkeit verwendet, ebenfo An- 
werfvorrichtungcn, die durch Federkraft oder Druckluft wirken und gleichfalls gegen Rückftoß 
gefichert find. Ueber das Anlaffen mit Zündvorrichtung f. Motoren für Luttiahrzeuge, 
Motorwagen, Verbrenriungskraftmafchinen.  Ilartmann 
Anemoklinograph, felbftfchreibendes Gerät zur Aufzeichnung der Neigung 
der Luftbewegung gegen die Horizontale; bei gegebener Horizontalkomponente 
läßt {ich die Größe der Vertikalbewegung aus den Angaben des Anemoklino- 
graphen berechnen. 
Mechanifch: Durch Anwendung einer ausbalancierten Windfahne mit horizontaler Dreh- 
achfe (Neigungswinkel); oder durch fenkrecht gettellte Stau- und Sogdüfen (Vertikalkomponente 
des Winddruckes), von denen die horizontale Windkomponente abgeblendet ift; elektrifch: durch 
die Aenderungen des Widerftandes, den elektrifch erhitzte Drähte bieten, die vor horizontalem 
Wind gefchtitzt {ind (vertikale Windbewegung). 
Literatur: Cierdien, H., Verhandl. der Deutfchen Phyfik. Gefellfchaft 1914, S. 961.  Holm, 
Ragnar, Phyfik. Zeitfchr. 1919, S. 27.  Meteorol. Zeitfchrift, Phytik. Zeitfchrift, Zeitfchrift für 
lnttrumentenkunde feit 1900. lügßver 
Anemometer, tnftrument zur Windmeffung, dient aber auch zur Meffung 
der Gasgefchwindrgkeiten in Rohrleitungen. 
Der Wind ift ein Vektor. Statt feine zyz Koordinaten geographifch orientiert zu_ meffen, 
ift es üblich, die horizontale Windgefchwindigkeit oder {tatt ihrer den horizontalen Winddruck 
(Windttärke), die horizontale Richtung und die Vertikalkomponente oder Neigung zumeffen. 
Ueber letztere t'. Anemo kl inograph. Für die meitten praktifchen Zwecke wird nur die Wind- 
gefchwindigkeit oder der Winddruck gebraucht.   
1. Meffun g des Wi n dw eges. a) Durch Umdrehungszahl oder Unidrehungsgefchwindig- 
keit eines Wi ndrades nach Art einer Windmühle oder eines Propellers (auch Woltmarifcher 
oder Cafellafcher Flügel genannt). Sie liefern nur richtige Ergebniffe für Luftftröme,_die {ich 
in der Richtung der Achte bewegen. b) Durch Umdrehungszahl oder Umlaufgefchwindigkeit 
eines Robinfon-Schalenkreuzes von 4 lialbkugelförmigen Schalen. Die Schalen drehen {ich in 
einer Ebene, die parallel dem Wind ift, um eine Achfe, die fenkrecht dazu liegt; {ie zeigen 
daher die Luftgefchwindigkeit für jede in der Ebene des Schalenkreuzes {ich bewegende Luft- 
ftrömung beliebiger Richtung an. Dem Winde wird von Jeder Schale abwechfelnd die konvexe 
und konkave Seite dargeboten. Die Drehung beruht auf dem Unterfchied der Winddrucke auf 
der konvexen und konkaven Seite. Beide Syfteme zeigen Windweg (m) oder Windgefchwindig- 
keit (mlsek) unabhängig von der Luftdichte an. c) Durch den horizontalen Weg eines freifliegenden 
Gummiballons (Höhenwindmeffung, auf Flugplätzen allgemein üblich). Der Ballon befitzt un- 
veränderlichen Auftrieb, und folglich unveränderliche Aufftiegsgefchwindigkeit. Diefe ift bekannt 
für verfchiederie Ballone und verfchieden {tarke Füllung. Anvilierung mit Theodolit (Aziiriut, 
Höhe) ift ausreichend, Ablefung von Minute zu Minute._Regiitrierung von _Azimut und Hohe 
mit Zeitabfziffe hat {ich nicht bewährt. Berechnung der Windrichtung und Windgefchwindigkeit 
(mlmin) erfolgtmit Hilfe einfacher Cotg-Tabellen, meitt graphifch, durch befonderes Lierat (Ludolph) 
vereinfacht. Der Ballon liefert auch rohe Werte der Vertikalkomponente der Luftbewegung. Diefe 
ift an der Erde {elbtt : 0, weil fich hier die Luft nur parallel der Erde bewegen kann, und 
wächft ltark mit der Höhe mit wachfenden Vorzeichenfchwankungen. d) Durch Widerttands- 
meffung eines von elektrifchem Strom durchfloffenen (erwärmten), dem Wind ausgefetzten
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.