Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
A bis Bohren
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3163279
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3164520
Alaunrot 
Albert-Galvanos 
Alaunrot, rote Körperfarbe in verfchiedenen Tönen für Oel und Waffer, 
aus heißem Alaunfchlamm gewonnen. l-lauptbeftandteil Eifenoxyd. 
Alaunfchiefer (auch Vitriolfchiefer), Tonfchiefer oder Schiefertone mit 
einem nennenswerten Gehalt an Schwefelkies. Bei ihrer Verwitterung werden 
zur Herltellung von Alaun, auch Vitriol, geeignete Tonerdefulfate gebildet. 
Sie {ind meitt durch ftarke Beimengungen von Kohlenteilchen fchwarz gefärbt, meift auch 
bituminös, geben einen fchwarzen, etwas glänzenden Strich und kommen in der Regel in den 
älteren Schieferfyftemen des Kambrium, Silur, Devon, Karbon ufw., insbefondere in der Nähe 
von Kohlenflözen vor. Nur {elten enthält der Alaunfchiefer {o viel Kali (in Form von Kalifeld- 
fpat), daß er unmittelbar zur Alaungewinnung benutzt werden kann. Ein bemerkenswerter 
Gehalt an Kalkfpat wird bei der technifchen Verwendung nicht gern gefehen, weil {ich alsdann 
beim Rölten und Verwittern Gips bildet. Die Alaunfchiefer verwittern unter {tarker Wärme- 
entwicklung an der Luft im feuchten Zuftand dadurch, daß der Schwefelkies {ich zu fchwef- 
liger und Schwefelfäure oxydiert, und diefe verbinden {ich mit dem Eifenoxydul und 
der Tonerde des Tones zu Ei{en- und Tonerdefulfat. Die Oxydation des Schwefelkiefes wird 
durch Röiten befchleunigt. Nach vollendeter Verwitterung werden die neugebildeten Sulfate 
durch Waffer ausgelaugt und aus der Löfung durch Eindampfen gewonnen. Der Alaunfchiefer 
findet {ich bei Lautenthal am Harz, Saalfeld, Reichenbach, Limbach, Erlenbach im Vogtland, 
Pilfen und Zwikowetz, Bornholm uiw. Bei Garnsdorf (Saalfeld) enthält er: 523005 Kiefel- 
läure, 2l,670j0 Tonerde, 5,83010 Eifenoxyd, lofo Kalkerde,  Magnefia, 5,0805 Waffer, 
O,8"[0 Kohle und l0,l7"f0 Schwefelkies.  Alaunerde nennt man die jüngeren, dem Alaun- 
fchiefer {tofflich entfprechenden, {chwefelkiesreichen Tone der tertiären Braunkohlenbildungen 
befonders im norddeutfchen Flachland bei Düben (Kreis Bitferfeld), Bornitadt (Kreis Sauger- 
haufen) ufw. Sie ilt {tets reich an kohligen Teilchen und führt auch vielfach freien Schwefel, 
i{'t dunkelgrau bis fchwarz, zerreiblich, und verwittert durchfchnittlich rafcher als der Alaun- 
fchlefer. Die Verwendung ilt die gleiche wie die der Alaunfchiefer. Bräuhäufer 
Alaunltein (Alunit, Alaunfpat). 
Alaunmineral von der Formel  (ll,37"[0 Kali, 36,98"j., Ton- 
erde, 38,62of0 Schwefelfäure und l3,O3"jO Waffer), kriftalliliert hexagonal als kleine, farblofe, 
mitunter ins Rötliche und Gelbe fpielende, glasglänzende Rhomboeder oder bildet dichte und 
erdige Maffen. Bruch mufchelig und fplitterig. Härte 315-4, fpez. Gew. 2,6-2,8. In Kalilauge 
und heißer Schwefelfäure löslich. 
Er entfteht durch Einwirkung von Schwefelfäure und Wafferdampf der Solfataren auf den 
Feldfpat der trachytifchen Gefteine, bildet Gange und Trümenbefonders in der Tolfa bei Civita 
vecchia, bei Zabrze in Oberfchlefien ufw.  Nach dem Zerkleinern wird er in Oefen gebrannt, 
dann mit Waffer 2-3 Monate verfetzt, wobei er zerfällt und der Alaun in Löfung geht. Durch 
Eindampfen der letzteren wird der Alaun (f. d.) gewonnen.  Als Alaunfels wird ein mit 
Silikaien und Quarz ftark vermengter und deswegen zur Alaunherftellung unbrauchbarer Alaun- 
ftein bezeichnet. Eräuhäwler 
Albanitweiß, weiße Körperfarbe für Oel und Waffer, iit ein Gemenge aus 
Schwefelzinkweiß und natürlichem oder künitlichem fchwefelfauren Baryt. 
Albargin ift eine zu Einfpritzungen empfohlene Verbindung der Gelatofe 
mit Silbernitrat. 
Albazide lind Eiweißftoffe, die Chlor-, Brom- oder Jod intramolekular ge- 
bunden enthalten. 
Albert-Galvanos (Albert-Fifcher-Galvanos), nach dem Verfahren 
von E. Albert in München und Fifcher in Berlin hergeftellte galvanifche 
Kopien von Originalhochdruckiormen (vgl. Elektrotypie). 
Die zu vervielfältigenden Originalformen werden nicht in Wachs- oder Guttaperchatafeln, 
fondern unmittelbar in leitendes Weichmetall abgeiormt. Dies ermöglicht größte Genauigkeit 
der Abformung, Erfparung des fonft notwendigen Leitendmachens durch langes, mit großer. 
Schmutzentwicklung verbundenes Aufbüriten von Graphit und die Verwendung heißer Elektro- 
lyte und {tarker Spannung. Während aber die außerordentlich formbare Harz- oder Wachsplatte 
beim Einprägen zuerlt die großen Vertiefungen in der Form ausfüllt und zuletzt erft die kleiniten, 
zeigt die Bleiplatte (trotz der bedeutenden Streck- und Hämmerbarkeit) das Beftreben, nach 
dem Ausfüllen der leichten ,Bunzen' (Vertiefungen) feitlich auszuweichen, {tatt in die großen 
Ausbuchtungen des abzuformenden Objekts einzugehen. Man erzwingt nun das notwendige 
Durchbiegen der Bleiplatte über den großen Bunzen entweder durch l-linterkleidung der Weich- 
metallplatte mit einem elaftifchen Körper (Albert benutzt eine Papierlage, die, genügend 
elaftifch, {ich zufammenpreffen läßt, aber auch durch ihre Eigenfpannung eine Durchbiegung 
der Platte herbeifiihrt) oder durch Verwendung von Platten. die auf der Rückfeite mit {yltema- 
tifchen Einkerbun en, die dann vom verdrängten Metall mehr oder weniger ausgefüllt werden. 
verfehen {ind (Rigfelblei, von Fifcher angewendet; durch den gefchilderten Vorgang wird 
bei den Riffelplatten das feitliche Strecken und dadurch ein Abfcheren der feinen Formdetails 
vermieden). Um den zur unmittelbaren Abformung im Weichmetall immerhin notwendigen 
{tarken Druck leichter zu erreichen, verfah Albert die hydraulifchen Preflen an Stelle der 
fonft die ganze Form deckenden Preßplatte mit einem Preßbalken, der viele, je um 1110 mm 
zunehmende Abltufungen befitzt. Diefer Balken ermöglicht es, die Form in rafch hintereinander 
erfolgenden Etappen {treifenweife abzuprägen, wobei durch den ,Nebendruck" der terraffen-
        

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