Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gebäude für besondere Zwecke: Silos, landwirtschaftliche Bauten
Person:
Dörr, Heinrich Mund, Otto Emperger, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3152042
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3155073
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und Anlagen zur Aufbewahrung und Haltbarmachung der Feldfrüchte. 
Gebäude 
halber Wasserdruck, als Bodenbelastung ein Einheitsgewicht der Silage von 1 tjms 
angenommen. Der Eisenbetonmantel blieb außen schalungsrauh, im Innern erhielt 
er einen wasserdichten, gebügelten Zementverputz. 
Zur Entleerung ist eine durchgehende Tür von 70 cm Lichtweite vorgesehen. In 
70 cm Abstand gehen jedoch Zugeisen durch die Tür durch, gleichzeitig eine Leiter 
zum Besteigen des Silos bildend. Diese Zugeisensprossen sind mit zwei den Leibungen 
der Tür folgenden E-Eisen NP 10 verbunden, an denen anderseits die wagerechte Be- 
wehrung des Eisenbetonmantels befestigt ist. 
Auf dem Eisenbetonfußring sitzt außen mit 10 cm Luftzwischenraum ein 1,5 m 
hoher gemauerter Sockel, der als Unterlage für die äußere im 16-Eck aufgeführte 
Holzverschalung dient. An jeder Ecke des Vielecks stehen Rundholzsäulen, die mit 
dem Eisenbetonzylinder verankert sind. Der Zwischenraum zwischen Holzverschalung 
und Eisenbeton ist mit Torfmull ausgefüllt. Die Füllung des Turmes erfolgt mit Ge- 
bläse durch eine in dem hölzernen Dach angebrachte Mansardenfensteröünung. Die 
durchgehende Tür ist durch einen besonderen Anbau geschützt, um auch bei teilweise 
ausgebauter Tür die Silage vor Frostschaden zu bewahren. 
Ausführung: Wayss 8c Freytag,  Niederlassung Königsberg (1913). 
4. Die Siißfuttersilos für warme Vergärung. 
a) Dle wirtschaftlichen Vorteile der warmen Vergärung. 
Von besonderer Bedeutung für die Weiterentwicklung unserer deutschen Landwirt- 
schaft ist, wie bereits erwähnt, die warme Vergärung. Die hierbei gewonnene Silage 
wird wegen ihres guten Geschmacks und ihres geringen Säuregehalts als "Süßfutter" 
bezeichnet. Der Säuregehalt beträgt bei guter Beschaffenheit selten mehr als 1 vH.; 
Analysen mit nur V2 vH. Säure und darunter sind keine Seltenheit. Von den Tieren 
nach übereinstimmenden Berichten geradezu gierig aufgenommen, bewirkt das Süßfutter 
eine Steigerung des Milchertrages bei Milchvieh um mindestens 114 l, zuweilen bis zu 
2 ljTag. 1) Der Fettgehalt der Milch steigt ebenfalls. Auch die Masterfolge sind bei 
Süßfutter sehr gute. Es sind z. B. bei Kühen Gewichtszimahmen bis zu 1,4 kglTag 
beobachtet worden. Da der Stärkewertgehalt einer mittleren Tagesration von etwa 
12 kg Heu mit 3,6 kg Stärkewert mindestens gleich dem Stärkewertgehalt der zum 
Ersatz verfütterten 24 bis 30 kg Süßfutter mit 2,9 bis 3,6 kg ist, kann die beobachtete 
Mastwirkung nur durch die größere Verdaulichkeit infolge der weitgehenden Auf- 
schließung der Silagezellen erklärt werden. Von günstigem Eintluß ist auch der 
hohe Wassergehalt des Süßfutters. Das Vieh nimmt" mit diesem Futter die zehnfache 
Wassermenge auf als wie im Heu, und zwar als Vegetationswasser in weitaus zuträg- 
licherer Form als beim Saufen. 
Das für eine Futterperiode von 200 Tagen und 1 Haupt Großvieh erforderliche 
Süßfutter im Gewicht von etwa 6000 kg benötigt eine Anbaufläche von etwa V3 ha 
und einen Lagerraum von etwa 8 m3 4- 25 vH. 210 m3. Die für die gleiche Futter- 
periode nötigen 2400 kg Heu gebrauchen eine Anbaufläche von 0,48 ha und 32 m3 
Lagerraum. Es kann also bei gleicher Anbaufläche der Viehbestand um etwa 45 vH. 
gesteigert oder die Anbaufläche des Grünfutters zugunsten anderer Feldfriichte einge- 
schränkt werden. Der Gewinn an Stärkewerten ergibt sich dabei zu etwa 700 kglha?) 
Bei Einführung des Süßfutterverfahrens nur für die Hälfte der gesamten Grünfutterernte 
könnten also in Deutschland mit seinen fast 6000 000 ha Wiesen über 2000000 t 
1) v. Wenckstern, 
1') v. Wenckstern, 
a. a. O. S. 22 u. 23. 
Das schweizeriche Süßpreßtutterverfahren in Silos,
        

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