Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gebäude für besondere Zwecke: Silos, landwirtschaftliche Bauten
Person:
Dörr, Heinrich Mund, Otto Emperger, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3152042
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3155017
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Gebäude und 
Anlagen 
zur Aufbewahrung und Haltbarmachung 
Feldfrüchte. 
IV. Darren. 
Die Haltbarkeit der in Mieten oder Kellern aufbewahrten Hackfrüchte, wie Rüben 
und Kartoffeln, sowie des Obstes ist bekanntlich beschränkt. Es besteht aber die 
Möglichkeit, diese Früchte in wirkliche Dauerware zu verwandeln, indem man ihnen 
den Wassergehalt durch künstliche Trocknung entzieht. Die Trocknung erfolgt in den 
sogenannten Darren durch heiße Trockenluft mit Temperaturen zwischen 80 bis 1200 C, 
so daß alle schädlichen Bakterien usw. bei der Behandlung abgetötet werden. Die 
Verluste an Nahrwerten sind bei diesem Verfahren denkbar gering; dem steht jedoch 
ein ziemlich hoher Kohlenverbrauch gegenüber, der die Darren nur da wirtschaftlich 
erscheinen laßt, wo andere Methoden, wie die Heuwerbung oder die Süßgrünfutter- 
bereitung, nicht durchführbar sind. Sie kommen also, wie gesagt, in erster Linie für 
Rüben, Kartoffeln und Obst in Frage.  
Die in Deutschland wohl am weitesten verbreitete Ausführung ist die „Expreß- 
darre" der Firma Dr. Otto Zimmermann u. Heinrich Weyel in Ludwigshafen a. Rh. 
Es handelt sich dabei um eine Horden- 
    darre, unter" deren Boden sich ein System 
 fr;  von mit Dampf beheizten Rippenrohren 
' 4-7  ' befindet. Die durch ein Gebläse unten 
  ziel! 5a lral-b..jigi eingeführte Druckluft erwarmt sich an 
 s aäi? Ü Sie lief? J.    diesen Rohren und durchstreicht dann 
    den Darrboden und das in etwa 20 cm 
   (4„  a, starken Schichten aufgebrachte Naßgut. 
    i   Die einzelnen Darrfelder sind Blechkasten 
 ; von 2 X 4 m Grundfläche, in denen auf 
  halber Höhe der Darrboden eingebaut ist. 
r   Der Darr-Raum muß wegen der starken 
Abb. so. Dörrhalle der Schleswig-Holsteinischen Dunstblldung Q1116 gute Entmftung er" 
Trocknungs- und Mahlwerke G. m. b. H. zu Wilster halten: falls mcht der Dunst aus den 
in Holstein. (Ausführung: Gesellschaft für Beton- Darren durch besondere Vorrichtungen 
und Eisenbetonbau m. b. H., Gießen.) nach unten abggzggen wird Diese Da"- 
 kasten können auf und unter Eisenbeton- 
decken Aufstellung finden, die sich von den üblichen Gebäudezwischendecken nicht 
unterscheiden (Abb. 80).  
"Bei den Darren älterer Konstruktion liegen mehrere Drahthorden geschoßweise 
übereinander oberhalb der im Erdgeschoß untergebrachten Heizanlage. Die zu trock- 
nenden Früchte werden von einem im Dachgeschoß liegenden Schüttboden aus auf die 
oberste Horde abgekippt und dann fortschreitend nach unten abgezogen, wobei sie einer 
entsprechend der immer größeren Nähe der Heizanlage wachsenden Temperatur aus- 
gesetzt sind. Diese Schüttböden sollten wegen der Feuersgefahr unbedingt in Eisen- 
beton erstellt werden. 
Die Abb. 81 bis'83 zeigen den Schüttboden der Rübendarre auf dem Stiftsgut 
Ziltendorf bei Guben, erbaut im Auftrage des preußischen Hochbauamts in Guben. 
Dreimal hintereinander War hier der hölzerne Schüttboden durch Brand zerstört worden, 
worauf man sich für eine Eisenbetonkonstruktion entschied. 
Unterhalb des Bodens sind 32 Silozellen von je 5,9 m3 Fassungsraum untergebracht. 
Die Längswände dieser Zellen sind bis zu den Außenwänden durchgeführt und als 
Hauptträger ausgebildet. Dazwischen sind in vier Reihen je drei Lüftungsschlote aus 
Monierkonstruktion angeordnet, die bis über die ebenfalls in Eisenbeton ausgeführte Dach-
        

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