Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Malereien der Buschmänner in Südafrika
Person:
Moszeik, Otto
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3137073
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3137937
Fig. 70 zeigt ein außerordentlich merkwürdiges Gebilde in der Mitte. 
Das Original ist über 2 Fuß groß und weiß gezeichnet, während alle Einzel- 
heiten rot markiert sind. Das ganze ist einem Haifische nicht unähnlich; 
daß es ein lebendes Wesen vorstellen soll, wird aus der Umgebung wahr- 
scheinlich. 
B) zllelzsclzen. 
Ziehen wir ein Fazit aus dem im vorigen Abschnitt Gesagten, so 
müssen wir anerkennen, daß der Buschmann trotz des trockenen Realismus, 
dem er in seinen Malereien huldigte, in der Nachbildung der ihn umgebenden 
Tierwelt Vortreffliches leistete. Nicht auf gleicher Höhe stehen diejenigen 
seiner Produkte, welche uns den Menschen vorführen, und eingehendes 
Studium zwingt uns zu der Annahme, daß die Periode, in welcher der 
Mensch vorzugsweise zum Vorwurf genommen wurde, eine spätere dekadente 
war. Bei den ältesten Korinthern und Etruskern') lag die Sache anders; 
auch bei ihnen tauchten Darstellungen des Menschen erst lange nach solchen 
aus der Tierwelt auf, aber dieser Umstand kennzeichnete bei ihnen keines- 
wegs einen Verfall der Kunst, während er bei den Buschmännern mit einer 
solchen verbunden war. 
Dieser letzteren Behauptung ist von Dr. Levinstein widersprochen wor- 
den, ich glaube aber zu Unrecht, und hoffe, daß der Leser nach einem Vergleiche 
der Einzelheiten in der Behandlung tierischer und menschlicher Motive durch 
den Buschmann nicht wird umhin können, sich meiner Meinung anzuschließen. 
Zuerst mögen hier einige allgemeine Gesichtspunkte hervorgehoben werden. 
Zu der Ansicht, daß der Mensch erst später ein Sujet für die Malereien 
des Buschmanns bildete,  eine Ansicht, die, wie oben bemerkt, auch 
Blent teilt  führt die Beobachtung, daß die Abbildungen vom Menschen 
und solche vom Tiere an den einzelnen Fundstätten in eigentümlicher Weise 
verteilt sind.- Es ist zwar richtig, daß wir an vielen, ja an den meisten 
Stellen, wo wir heute Fresken antreffen, sowohl Tier als Mensch vertreten 
Enden, allein fast ausnahmslos ist der eine oder der andere Typ bei weitem 
vorherrschend, und dort, wo wir es offenbar mit ganz alten Gemälden zu 
tun haben, zumal, wo mehrere Schichten von Bildresten übereinander vor- 
handen sind, ist es selten möglich, den Menschen unter den Abbildungen 
ältesten Datums nachzuweisen, ja Stow versichert, in den ältesten Höhlen 
sei der Mensch überhaupt nicht vorhanden?) Andrerseits sind Tiere spär- 
 Über die Zulässigkeit eines solchen Vergleichs s. S. 43. 
T) Passarge (l. c.) fand in den Tschorilobergen ebenfalls nur Tiere, die alle rot 
gemalt waren. Die Tiere ältesten Datums hatten nur 2 Beine, die späteren 4. Die 
Ausführung der vom Autor reproduzierten Zeichnungen ist sehr mangelhaft, so daß sie 
teilweise vwie Zerrbilder aussehenß (Fritsch), 2 Skizzen, die P. für Pferde erklärt, sind 
gewiß keine solchen, sondern irgend welche andern Geschöpfe, was wegen der Alters- 
bestimmung von großer Bedeutung ist. 
59
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.