Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Afrikanische Plastik
Person:
Einstein, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3135774
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3136173
Afrikanische Plastik. 
Verwandten, wenn seine Leiche nicht das richtige Begräbnis erhalten hat. So ver- 
stehen wir ein kurzes Gebet: "Meine Väter, meine Mütter, laßt ab von dem Kinde, 
daß es ihm wohlergehe". 
Die Kleinarbeiten auf Blatt 32 sind außer der kleinen Frauenstatuette Bein- 
schnitzereien der Warega, einem Stamm, der in der Nähe des Tanganjika wohnt. 
Außer kleinen Elienbeingesichtsmasken fertigen sie noch größere ähnliche in Holz an. 
Die Frauenstatuetten auf Tafel 47 gehören der Kleinkunst der östlichen Baluba an. 
Unschwer erkennt man ihre Zugehörigkeit zu den bereits abgebildeten Holzstatuen 
aus dem Mamyemagebiet. Es verlohnte sich, einmal die reiche wundervolle Klein- 
kunst, die im südöstlichen Kongogebiet bis zum Tanganjikagebiet angefertigt wurde, 
gesondert zu publizieren. 
Auf T a f e l 44, 45 u n d 46 bilden wir Tanzmasken ab. Die Maske ist ein altes 
afrikanisches Bildthema; bereits 1352 sah der arabische Reisende lbn Batuta 
Masken und Maskentänze im südlichen Sudan. Dies Thema wurde von den 
afrikanischen Bildhauern unermüdlich variiert. 46 ist eine Maske aus dem Kasai- 
gebiet. Üft wird an Stelle einer Statuette über der Maske das Totemtier angebracht. 
Zu Blatt 46 gebe ich erläuternd zwei Legenden vom sankuru über die Entstehung 
der Masken: 
"Einige Zeit, nachdem Samba Mikepe sich mit Kashashi vermählt hatte, bekam 
diese ein Kind. Eines Tages, da sie das Dorf verließ, um Wasser zu suchen, lief das 
Kind ihr nach. Sie sagte ihm: ,Gehe ins Dorf und bleibe bei deinem Vater während 
ich Wasser sucheÜ Aber das Kind wollte nicht gehorchen, trotz der Strafen bestand 
es darauf, ihr zu folgen. Da Kashashi das Kind überwachen mußte, vergoß sie den 
größten Teil des Wassers auf dem Wege, und war gezwungen zum Fluß zurück- 
zukehren, und noch einmal bestand das Kind darauf sie zu begleiten. Drohungen, 
Strafen, selbst vom Vater, halfen nichts. Das Kind schrie, heulte unaufhörlich, bis 
man ihm erlaubte, mit der Mutter zugehen. Kashashi war eine geschickte F rau 
und während der ganzen Nacht überlegte sie, wie sie das Kind verhindern könne, 
sie bei der Arbeit zu stören. Schließlich fand sie ein Mittel. ln die Schale ihre Cele- 
basse zeichnete sie ein Antlitz mit Farbe und häßlich. Da das Kind ihr nachlief, 
hielt sie die Calabasse vor ihr Gesicht und drehte sich plötzlich um. Das Kind war 
erschreckt. ,Das ist nicht meine Mutter, das ist ein schreckliches Cespenst" schrie es 
und kehrte eiligst ins Dorf zurück. Das war Kashashi, Erfinderin der Masken." 
 „Einst lebte in den Wassern ein Geist mit Namen Mashamboy, der das Volk 
mit einer Krankheit Goji heimsuchte. Die, welche von dieser Krankheit betroffen 
wurden, verloren das Augenlicht, fielen nieder als wären sie trunken und starben. 
Da B0 Kona Häuptling war, ging ein Mann mit Namen Bokoboko in den Wald 
und sah plötzlich diesen Geist. Voller Furcht rannte er ins Dorf zurück und erzählte 
dem Häuptling, was er gesehen habe. B0 Kona forderte ihn auf, den Geist zu be- 
schreiben. Aber Bokoboko sagte: ,Er ist so schrecklich, daß ich ihn nicht mit Worten 
beschreiben kann. Aber gib mir Zeit und Mittel, ich will ihn dir darstellen-P. B0 Kona 
willigte ein, Bokoboko baute eine Hütte fern vom Dorf und begab sich an die Arbeit. 
Er forderte Baststoff, Vogelfedern und das Fell einer großen Fledermaus. B0 Kona 
gab ihm die beiden ersten Dinge, befahl den Leuten des Dorfes eine Fledermaus zu 
suchen und schickte sie ihm, sobald sie gefunden war. So meißelte Bokoboko eine 
Maske, die Mashamboy vorstellete, er bediente sich dabei zwei verschiedener 
Bäume, gewann zwei Farben, die eine gelb und die andere schwarz, mit diesen Farben
        

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