Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Michelangelo
Person:
Michelangelo <Buonarroti> Knapp, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3062428
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3062941
       
Auferstehung Christi 
Zeichnung im Britischen Museum in London 
zu ahnen. Das Wilde, Sinnlose der Verwirrung bei den übrigen Gestalten, die Gottes 
Worte nicht hören, ist bis zum äußersten getrieben. Michelangelo vergißt, daß es 
zur Komposition eines Gerüstes, zur Stärkung der Wirkung der Kontraste bedarf. 
Bei ihm ist alles wilde Leidenschaft, und das Auge, die Seele sucht vergebens nach 
einem Ruheplatz, nach einem Ausgangspunkt. Die Akzente der Steigerung fehlen. 
S0 kommt es, daß dies Fresko voll innerer Ueberzeugung und gewaltiger Leidenschaft 
zurücktreten muß vor der mit klügerer Berechnung aufgebauten Darstellung Raffaels 
in den Teppichen. Nicht annähernd von gleicher Kraft, ist das Fünkchen Leidenschaft 
so weislich und fein entzündet, daß wir, die wir freilich in der Kunst nur angenehme 
Erregung suchen, uns leichter begeistern als bei der abstoßenden Leidenschaftlichkeit 
Michelangelos. Ueberall ist es allein absolute innere Wahrheit, die diese späten Werke 
in gleicher Weise wie alle andern beherrschend ihnen trotz aller Uebertreibungen den 
gleichen Zug der Größe gibt. 
Das ist der Bildhauer und der Maler Michelangelo. Als ein gleich leidenschaft- 
licher, eigenwilliger Geist, der nur seine innere Stimmung kennt und alle Elemente ihr 
dienstbar macht, tritt Michelangelo der Architekt hinzu. Im eigentümlichen Gegensatz 
XXXIÄ
        

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