Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Buddhistische Plastik in Japan bis in den Beginn des 8. Jahrhunderts n. Chr.
Person:
With, Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3057623
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3058629
undFüßene sich stützend, "knechtische, groteske Fabelwesen; mit menschlichen Armen 
und. Beinen, eineminsektenartigen Leib, der vom Gewand wie mit einem schuppigen 
Panzerbedeckt ist, und mit unheimlich verzerrten grausamen Köpfen; der eine mit 
einem "Horn (Tafel. 50), einem Stiermaul und glotzenden Augen; die drei anderen 
(Tafel 45, 49, 51) mit breiten zähnefletschenden Tiergrimassen, in denen die alte 
Tierornamentik der chinesischen Bronzegefalße nachzuleben scheint. Der Schnitt der 
Linien ist tief und grob. Diese Tiere sind nach allen vier Seiten hin plastisch durch- 
gebildetn Die Vorderansicht wird durch die fratzenhaften Gesichter und die Arme gee 
bildet, die die Ecken hart abschließen; jedoch steigt der erhöhte Rumpf nach der Mitte 
gleichseitig an und die Falten legen sich in der Rundung etwas schräg. Die Hände sind 
zu hohlen Fäusten geballt, die wahrscheinlich Attribute trugen. Die Seitenansichten zeigen 
die zusammengekrümmten Beine und die kräftigen Füße, deren Zehen auffallend hart 
und roh geschnitten sind (Tafel 46, 52). Die Rumpfmasse und die Falten werden rückß 
wärts zusammengeschlossen, so daß die Rückansicht symmetrisch endet (Tafel 48). So 
entstehtiein Block, der vorn rechtwinklig ist, nach hinten aber sich voll abrundet. Auf 
der" erhöhten Mitte stehen dann die Gestalten. Sie sind reich bekleidet mit einem 
ritterhaften Kostüm; um die Schultern liegt ein Kragen, der vorn zusammengebunden 
ist. Eine weite Krause umschließt den Hals; dervLeib ist gegürtet mit einem wulsv 
artig gedrehten Strick, dessen wagerechte Linien der in kleinen Falten endende Rock 
wiederholt. "Darunter folgt ein Kleid, das über den Beinen, die mit weiten Hosen be- 
kleidet sind, sich stufenförmig entfaltet; in der Mitte hängt ein faltenreich vere 
schlungenes Band. Die Füße, mit Schuhen bekleidet, stehen frei. Die Seitenansichten- 
sind dekorativ reich ausgestattet (Tafel 46, 52a). An der Schulter ist daskörperliche 
Rundtbetont; ein Armband faßt das weite Obergewand in enge und flache Falten zua 
sammen," die dem Arm folgend automatisch kleiner werden, während sich die langen; 
Ärmel inweich-e, bauschige Falten legen; das Gehänge, das unten weit ausladet und 
wie bei der Kokuzo (Tafel- 38) nach vorn biegt, "ist am Gürtel befestigt. Die Rücke 
ansicht (Tafel 48, 52b) setzt alle Gewandmotive fort, jedoch bleiben die verbindenden. 
Seiten des Körpers jvon Falten frei; wie die Schulterpartie, so ist auch die Beinß 
partietin breiter Rundung zusammenmodelliert (Tafel 46, 52). Die einzelnen Gewand, 
teile" Ysind plastisch"übereinandergelegt; ihre senkrechten Falten treppen das" volle 
Rund des Leibes nach unten" allmählich ab; durch die zentrale Fältelung an den Beinen- 
wird" zugleich die Uberleitung nach den Seiten- ausgeführt. Vom Gürtel aufwärts aber 
herrschen" die rundenLinien, die die Masse des Oberkörpers, die nach dem Hals zu. 
sich" abflacht, in. die "mächtigen "Schultern überführen und- die in der im- Nacken, 
hochgezogenen Halskrause; sich zusammenschließen. Das ganze Gewand ist reich vere; 
ziert: wdie breiten Schleifen, die" Armbänder, die" Schuppen des Obergewandes, die". 
Rüschen an den Hosen; dazu kommt die Bemalung, die besonders in, der Rückansicht 
(Tafel 48) noch deutlich zum Ausdruck kommt. Trotz des stofflichen Realismus, der. 
sich in" derireichen Kostümierung auslebt, verbleibt dem ganzen Faltengefüge der rein 
ornamentale Charakter. In den Gestalten konnte, dem Sinn der Darstellung folgend, 
das körperlich weniger streng gebundene Gefühl und das Verständnis für den Zuw: 
sammenhang im Rund, das in der Kokuzo vorherrschte, noch reichhaltiger und kräfv 
tiger" sich entfalten. Aber auch hier bleibt die Gestalt selbst vollkommen ruhig und 
unbewegt, und das Rund wird aufgeteilt in vier Grundansichten, wobei die Vorderseite 
sich "-gleichförmig"entwickelt undalle "zeichnerischen" Einheiten an "den Rändern ab, 
schließt. DierBeziehung "zur Kokuzo bestätigen weiterhin die Gesichter (Tafel 47, 53); 
die "Kopfform ist" dieselbe; desgleichen die spitzen Lippen undegdiß SChmalen Augen; 
jedoch stehen die Gesichter der Shitenno "unter" dem  individuelleren Ausdrucks. 
Die Augen sind schräg zurNase gestellt und geschweift, die Augenbrauen sindnicht in,
        

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