Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Im Palast des Minos
Person:
Sir Galahad
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3042170
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3043054
DIE VIELFALT DER EROTIK 
leichtesten in Nebeneinander der Figuren aufgelöst. 
Die eine wirft der anderen die nächste Geste zu. 
Der Reigen als antiker Vasenkranz. 
Anders auf minoischen Gemmenl 
Das Fragment einer Bewegung fängt das Leben ein. 
Wie auf diesen winzigen Siegeln in wenigen ver: 
einfachten Linien des Daseins Essenz: Liebe  
Kampf  Tanz  Tod sich erfüllt, hat seinesgleichen 
nicht. Geschwätzig scheinen an diesem Maß die 
Gebärden des Parthenonfrieses. Das Gestaltete kann 
so stark durchlebt, sein Rhythmus derart intensiv 
werden, daß es kaum mehr ertragbar scheint -   
so mächtig wird die Erfassungskraft des Schauenden 
gespannt. Etwas Vitales, schlimm Aufreizendes 
haben diese pretiösen Figürchen, ohne je Obszönes 
nur zu streifen. Der Rhythmus allein suggeriert 
jegliches Erlieben  -  von narzißhafter Verichung 
bis zur Panerotik alles Lebendigen. 
Die phallischen Geschöpfe  Königstiere  
Menschengötter vieler Siegel muten wie die Sinnen: 
erlebnisse dieser Krinolinendamen an. Es ist ein 
unirdisches geistiges Fluidum, das in all diesen 
GemmenWCSen Wie in kommunizierenden Gefäßen 
ebbt und anschwillt zu besinntem Leben, das bes 
schränkten Herzen fremd bleibt. 
So konnten die Minoer sich zentrieren - auf 
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