Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3034250
überschillerten, schwarzen Kleid hat noch ihren 
Traum. Wenn der Herr, der mit ihr spricht, sie 
nur nicht verletzt! 
Die moderne Reizsamkeit, von der Lamprecht 
spricht, ist hier zu ihrer Höchststeigerung ge- 
bracht. Nur eine Frauenhand konnte sie bei 
solcher 
Zartheit 
weiter 
bewahrheiten: 
Berthe 
bMorisot tats. 
Wir verlassen alle spanischen Grau aus Manets 
perlenstreuender Hand; seine Saphire und Sma- 
ragde sammeln wir, um mit Rubinen und 
Türkisen aus des Delacroix Hand eine Brücke 
herrlichster 
Edelsteine 
zu 
baun. 
Sie 
führt vom 
Manzanares zum goldnen Horn. Mit den Kreuz- 
fahrern von Delacroix holen wir orientalische 
Romantik herüber zu uns nach Europa. Byrons 
Visionen färben sich im Dämmerlicht, Vorhänge 
weichen von selbst: Helden ziehn durch Kon- 
stantinopel. Unsre Natur ist so voll von Farben- 
freudigkeit! Das Teppichgewebe des Muselmanns 
belebt sich in den Händen des Franken, jede 
Farbe klagt ein Leid, eine andre aber jauchzt; 
Gelb, das bloß schön war zwischen Hyazintenblau 
und Orange, wird wißbegierig. Rot schwärmt 
von Liebe und Hochzeit bei Sonnenaufgang; 
Blau will über den Mittag hinaus emporglühn 
zu weißer Geistigkeit. Unsre Natur, unser Seelen- 
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