Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3035341
letzte Unterlage schuf, begleitete seine eklek- 
tischen Streifzüge vor der Staffelei allzu leicht 
ein Schwung ins Dekorative; das war seine 
Schwäche. Futuristische Umgebung gebar in 
ihm eine künstlerische Leidenschaft: das Peri- 
pherische. Seine Farbe hat nämlich den impres- 
sionistisch enFleck aufgesogen; beziehungslos zum 
Divisionismus behauptet er das Farbenperi- 
pherische: niemals versteigt er sich ins Absolute! 
Dazu ist Soffici zu skeptisch: ein bester Rest von 
Impressionismus hält ihn ab, aus dem natürlich 
Gegebnen und hergebracht Plastischen insFarben- 
metaphisische hinüberzusetzen. Er sattelt über- 
haupt nicht um; mit seinem heftigen Tempera- 
ment, das leicht zum Dilettantismus verleiten 
könnte, wittert sich Soffici auf Grenzwegen 
zwischen einen innersten Frühern und seinen 
vorweggenommenen Futuristischen zurecht. Ge- 
schmack hilft ihm dabei, und Geschmack wird 
seine Gefahr werden! 
Soffici sammelt Eindrücke, stimmt sie langmütig 
ab, wiegt sie bei geschlossenen Augen aus und 
setzt sie dann, wenn sie den Grenzbereich des 
Tatsächlichen zu verlieren drohn, wie farbige 
Entscheidungen, letztpersönliche Richtersprüche 
hin. Er benutzt die Farbe gewissermaßen im 
äußersten Augenblick ihrer Dienstbarkeit; noch 
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