Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3035106
Arbeiterin, wo bloß die notwendigsten Muskeln 
vorhanden, beinah herausgemartert sind, kenn- 
zeichnet aber gerade in diesem Werk den rassigen 
Spanier. Die Symphonisierung von Wäsche und 
Dampf in Weiß und Wolkigkeit wirkt hingegen 
unselbständig und literarisch erzwungen. 
Die nächsten Arbeiten Picassos zeigen besonders 
stark die Neigung zur Vereinfachung. Die Ab- 
hängigkeit von Puvis de Chavannes wird immer 
auffallender! Ein kranker Bettler in dekorativem 
F reskenstil trägt in einem Korb Blumen herbei, 
die noch im Sinne Odilon Redons gemalt sind. 
Das Bild ist, wie immer bei Picasso, eklektisch; 
von drei Meistern entlehnt, und dennoch per- 
sönlich, gerade in seiner Abhängigkeit sogar auf- 
richtig. Picasso arbeitet in dieser Art weiter: 
Odilon Redon muß auch für die Schläfen eines 
dahinsiechenden Jünglings Rosenkränze weiter- 
liefern. Und sogar Picassos primitive Zeichnungen 
hat er lange beeinflußt. 
Bleiben wir noch bei den blassen Farben des 
Puvis de Chavannes, nehmen wir dazu Gauguin- 
sche Konturierung und plötzliche heftige Far- 
beneinfälle, so sind wir äußerlich mit Picasso 
einen Schritt weitergegangen! Es handelt sich 
dabei natürlicherweise um ein Erlebnis des leiden- 
schaftlichen 
Jüngnngs, 
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