Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3035025
teidigen muß. Der Wolf hingegen hat seine 
Wesensart noch nicht erhascht und züngelt ihr 
noch immer nach. Blutsternig funkelt sie, seine 
unerhaschbare Zukunft, unabwendlich vor ihm 
herum. Es gibt Kühe in allen Farben, aber die 
Kuh bei Marc ist einmal gelb. Sie trägt einen 
Tropfen Sonne in der Seele. Die Gemütsart der 
Kuh ist gut. Oft etwas wetterwendisch. Der Stier 
scheint für sie da zu sein. Er erscheint ihr schwarz, 
denn er soll sie als ihre Nacht ergänzen: wir 
meinen die gelbe Kuh. Wie beschaulich die Kuh- 
seele dahingelbt zwischen Wiesen und Bächen, 
die jedesmal blau werden, wenn sie, die Kuh, 
gelb ist. Da Tiere bunt sind, so dürften sie die 
Umgebung in verschiedenen Farben, je nach 
dem wie sie selber sind, unterscheiden. Die gelbe 
Kuh sieht die Welt blau. Blaue Wiesen, bläu- 
liche Menschen! Bei Marc sind Tiere ein Vor- 
wand zum Buntmalen. Vielleicht erkannte er 
dabei, daß Tierseelen Farbenbewußtheiten sind. 
Wir können durch Marc sagen: wenn auf der 
Stirn eines Stieres ein Stern emporflannnen kann, 
so muß das Tier etwas von einem innern Er- 
sternen wittern. Vielleicht wissen wir davon, weil 
in uns keine Sternungen auf dem Körper sicht- 
bar werden. Dem Menschen geht der Stern im 
Geist auf. 
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