Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3035018
Die "Hasenangst" heißt ein anderes Tiersteno- 
gramm von Marc. 
Seine Wölfe sind schwarze Tragik und roter 
Heißhunger. Eigentlich nur noch Köpfe und 
Zungen. Diese Tiere sehn ihren Hungersclnnerz 
als rote Flecken vor den Sinnen; sie beißen sich, 
wo sie können, fest, damit ein Blutstern hervor- 
sprudle und zerrinne, denn ihr Hungerstern zer- 
leuchtet niemals. Die Wolfsseele ist rot und läßt 
die Zunge hervorlechzen. Wir wissen: die Ab- 
kunft der Zunge geht auf die Flamme zurück! 
Werden wir nochmals teleologisch? 
Das Merkmal des Fuchses ist auch Rot. Ein 
anderes 
R0 t. 
Herbstrot. 
Das 
Tier 
scheint 
der 
Durchbruch 
seines Seelenfeuers zu sein. 
Da der 
ganze Körper brennt, ist das Tier kein Lechzer 
mit der Zunge. Der Fuchs wurde in sich ver- 
krümmt, nicht zungenblitzhaft zugespitzt. Also, 
der Fuchs ist überhaupt eignes Rotsein, nicht 
davonzüngelnder Heißhunger, heißhungriges 
Flammenbeschnuppern wie der Wolf. Der Fuchs 
kann durch sein Rotsein sogar ausruhn. Oder 
besser, er beruht auf ihm. Er krülnmt sich zu- 
sammen: sein Rot liegt dann in sich geschlossen 
da. Es kann sich abrunden. Der Fuchs ist somit 
beruhigte Fieberhitze: er gilt als schlau, weil er 
das Rot, das sich in ihm durchgesetzt hat, ver- 
Tl 4.0
        

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