Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033734
VVechselbalg auf Erden. Hatte man aber einmal 
Altnürnberg verballhornt, an allen Ecken des 
deutschen Landes emporgiebeln, mit Kinkerlitzen 
die schönen Städte verunstalten gesehn, so konnte 
man ja auch zum italienischen Palazzo greifen; das 
war aber das allerunanständigste, landschaftfeind- 
lichste: kurz, Deutschland sollte verdorben wer- 
den. Fünfzig Jahre erbärmlicher Häßlichkeit: 
romanische Erinnerungskirchen, alexandrinische 
Parlamentsgebäude, Mietkasernen in der Manier 
von Versailles, Königsschlösser im Hochstapler- 
geschmack wucherten, krampften sich aus dem 
schlichtesten, gottergebensten Boden empor. Ein 
Jammer ohne Ende, ein nie zu tilgendes Ver- 
brechen gegen die erleuchten Vorfahren. Und 
heute? Sind die Gründerjahre, die vorgründer- 
jährige historisierende Gerümpelbauerei über- 
standen? Überwunden bestimmt, aber überstan- 
den noch lange nicht! 
Die Wiederbelebungsversuche der Gotik zur Zeit 
der Romantiker waren zuerst recht geschickt 
angepackt oder ziemlich harmlos; erst die Be- 
wegung für den Aufbau alter Münster, die sie 
in die Wege leiteten, wurde schwer bedenklich. 
Schließlich setzte man die Vollendung des Kölner 
Doms durch: welches Verhängnis! So geht es 
aber immer,l_ wenn Dichter sich mit bildender
        

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