Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3034838
und Blumenstickereien vor Tropenhorizonten. 
Diese Pflanzen erschöpfen den Sumpf: fruchtbar 
gewordne Dschungelfurchtbarkeit Wuchtet vor 
uns in die Tigergegend mit Aufklärern. Welche 
Feuchtigkeit in Stamm, Rohrgebilde und Blatt. 
Beinahe chinesische Mystik! 
Rousseau ist ein guter, ein häuslicher Mensch, 
und er katzbuckelt sehr bedrohlich, wenn man 
das Bürgerliche, das Philiströse an ihm abge- 
schmackt findet. Er haßt ebenfalls das Bürger- 
liche, um den Bürger in Schutz zu nehmen. 
Oder auch: er haßt den Bürger, um das Bürger- 
liche zu verteidigen. Irgend etwas ist ihm peinlich 
am Bürgertum, aber er liebt es doch. 
Rousseau ist ganz unliterarisch: schon aus diesem 
Grund kein Futurist. Er bedeutet als Sonder- 
erscheinung sehr viel: in der eigentlichen mo- 
dernen Strömung könnte man ihn vorläufig 
überspringen. Wir sind aber überzeugt, daß er 
unmerklich bereits viel gewirkt hat: in einer 
ruhigem künftigen Periode muß er sehr be- 
stimmten Einfluß gewinnen. 
Etwas hat er gebracht, was die Futuristen an- 
strebten, ohne auf ihrem Wege vorläufig dazu 
gelangt zu sein: den Mythos des LuftschiiTes. 
Wir meinen eine kleine Landschaft „An der 
Marne", und darüber einen beinahe noch un- 
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