Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der neue Standpunkt
Person:
Däubler, Theodor
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3033395
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3034794
sprenkelnd, zersetzt, zergewittert. Sie selbst, das 
Weib, wie es in die Komposition eingesetzt ist, 
könnte beinah übersehn werden. 
Amerika bei Tiepolo in Würzburg: keine wilden 
Tänze am Potomac, keine Affenumzüge mit Pa- 
pageifederfächern in den Antillen, sondern Eu- 
ropäer, rostrot im Halbschatten, tragen braunrote 
Ballen Ware, Karawanen von Tunkenrot her- 
über ins einstige Land der Rothäute. Sie zünden 
sich selbst hier, überm großen Wasser, ein rotes 
Herdfeuer an. Dem Farbenaufmarsch in Rot 
setzt sich ein vorwegkomponiertes Formenland 
entgegen. Es wird aber vom Rot erobert. 
Afrika bleibt noch lange die Welt der Schatten 
und ihrer wunderbaren lila Blauheiten. Das 
bei 
Schattenland 
Prachtsonne ! 
voller 
Ernst Barlach machte mich darauf aufmerksam, 
daß Schmetterlinge die Bringer einer Farben- 
fuge sind. Die bunte Besprenkelung dieser Tiere 
unterstützt keineswegs immer die Zeichnung 
ihrer Flügel. Sie bebunten sich oft aus bloßer 
Farbentollheit. Dadurch werden aber die Schmet- 
terlinge unsichtbarer; ihre Zeichnung fällt im 
Kunterbunt der Natur weniger auf. Die Farbe 
schützt ihren Hervorzauberer. Sie wird absolut 
in der Natur; vielleicht auch bei Vögeln, zumal 
bei den brasilianischen mit Sonnenfleckenkehlen. 
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