Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ursprung des Zunftwesens und die älteren Handwerkerverbände des Mittelalters
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3029058
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3030123
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Erster Abschnitt. 
Der Weg der zunftgeschichtlichen Forschung. 
Handwerker auf dem platten 
gelingt. es ihnen, eine freiere 
besserte Stellung zu erlangen. 
Lande mehr vereinzelt 
und gegenüber anderen 
vorkommen, 
Klassen ge- 
Mittelalter, Leipzig 1886 Bd. I S. 54 
Verwaltungsorganisnlus des Großgrund- 
Vgl. Deutsches Wirtschaftsleben im 
und 1166; s. auch die Schilderung des 
besitzes, a. a. O. S. 719 f. und 776 f. 
Die rechtsgeschichtliche Wissenschaft hatte in langer Arbeit die 
Systematik der verschiedenen Kreise des Deutschen Rechts unter- 
sucht und dabei die juristischen Grundlagen des für die Stellung des 
Handwerks besonders wichtigen H 0 f r e c h t s dargestellt. Die 
Rechtssätze, ihr juristischer Inhalt und ihre Entwicklung waren in 
Einzeluntersuchungen behandelt worden. A n d r e a s H e u s l e r , 
dessen hohe Begabung in der Klarlegung geschichtlicher Triebkräfte 
wir bereits kennen lernten, unternahm es jetzt, die Bedeutung der 
hofrechtlichen Einrichtungen nach der rein geschichtlichen Seite zu- 
sammenzufassen und der Einwirkung des Hofrechts auf die staat- 
liche und soziale Entwicklung eine bündige Formulierung zu geben. 
Äußerlich ist die Darlegung  es entspricht dies der Sache, nicht 
minder aber vielleicht dem Temperament des Verfassers  ein- 
gekleidet in die Form eines Angriffs. H eu sler geht aus von der 
Lobrede, mit der Rudolf J hering die Freiheit des römischen 
Eigentums rühmt, während die "reichere Entwicklung des Eigentums- 
begriffs im deutschen Rechte" mit offenbarem Spott bedacht wird. 
Indes, in unmittelbarem Anschluß an diese Auffassung, bezeichnet 
J h e r i n g selber die schadhafte Gestaltung des Systems der römischen 
Güterverteilung als den Todeskeim, an dem Rom zugrunde gegangen 
ist, indem infolge des Drucks der Kriege der freie Bauernstand ver- 
drängt wurde und die Latifundienbildung zur Herrschaft gelangte. 
Das ist ja, erwidert Heusler, wie von der Zeit Karls des 
Großen geschrieben; aber warum ist für Deutschland damit nicht 
der Todeskeim gelegt worden, warum hat es diese soziale Frage, die 
Rom nicht zu lösen vermocht hat, so über Erwarten gut gelöst? 
Nur vermittelst dieser sogenannten reicheren Entwicklung des 
Eigentumsbegriffs. Alle die kleinen Leute, die sich, zumal in der 
Hofverfassung, eine neue rechtliche Existenz erwarben, wären von 
öffentlicher Gewalt und vom Volksrechte wohl oder übel in der 
Hauptsache doch schutzlos gelassen, dem' starren Eigentum der
        

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