Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ursprung des Zunftwesens und die älteren Handwerkerverbände des Mittelalters
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3029058
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3031244
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Zweiter Abschnitt. 
waltungszweig ist vertreten, von der bischöflichen Landwirtschaft, 
der selbst die Magister der Müller und der Schenkwirte ihren Beitrag 
leisten, bis zu den verschiedenen Abteilungen des eigentlichen Hof- 
halts. Immer steht hinter diesen einzelnen Diensten die g e s c h l o s  
s e n e E i n h e i t des Hofrechts, die das Dienstverhältnis des Hand- 
werkers begründet und ihn vom öffentlichen Recht abschneidet. 
Schließlich bleibt noch die Stellung der Handwerker zu betrachten. 
Bei einzelnen Ämtern sind die Verpflichtungen derart, daß sie über- 
haupt nur ausgeführt werden können unter der Voraussetzung, daß 
den Handwerkern eine Dienststelle mit Grundbesitz oder mit Amts- 
bezügen zugeteilt war. Es ist dies der Fall bei den zwölf Kürschnern, 
die für den Bischof arbeiten. Ferner bei den für die verschiedensten 
Wirtschaftsabteilungen verpflichteten Böttchern. Die gesamte Be- 
reitung und Verarbeitung des Leders, die acht Schustern und vier 
Handschuhmachern aufgetragen ist, ist von solchem Umfang, daß 
sie ein Diensteinkommen für die damit beschäftigten Handwerker 
erfordert. Bei den Becherern werden gleichfalls eigene Handwerker 
des Bischofs genannt. Bei den Zimmerleuten ist die ursprüngliche 
Dienststellung in der Hofwirtschaft genau festgehalten. Bei allen 
Ämtern, die Schenkwirte ausgenommen, sind die Dienste der Hand- 
werker unbestimmt oder angemessen, und die Ansprüche auf die 
Arbeit des Handwerkers bewegen sich innerhalb eines Bereichs, wie 
ihn nur die privatrechtliche Ordnung des Hofrechts kennt. 
Das Gesamtergebnis unserer Besprechung kann hier in folgender 
Weise zusammengefaßt werden. Das Straßburger Stadtrecht steht 
in wirtschaftsgeschichtlicher Hinsicht auf der Stufe des Übergangs 
von der Landwirtschaft zum Gewerbebetrieb und von der Hof- 
verfassung zum freien Verkehr. Für den Großgrundbesitz des Bischofs 
und der Stifter wie auch für die gesamte städtische Bevölkerung ist 
der landwirtschaftliche Betrieb noch von allgemein hervortretender 
Bedeutung. Die ausgedehnte Hofverwaltung der geistlichen Grund- 
bezirke verfügt über Dienstpflichtige, die in genau festgehaltener 
Terminologie des Stadtrechts und der gleichaltrigen Urkunden als 
ministri und servientes bezeichnet werden. Diese Hofhaltsarbeiter 
sind zum Teil in dem landwirtschaftlichen Betrieb des Großgrund- 
besitzes gegen Arbeitslohn und Beköstigung tätig. Ein Teil der Be-
        

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