Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Ursprung des Zunftwesens und die älteren Handwerkerverbände des Mittelalters
Person:
Eberstadt, Rudolph
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3029058
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3031072
Ämter. 
175 
genommen wurden, so hat man hieraus geschlossen, das Stadt- 
recht sei ungenau abgefaßtl. Diese Annahme ist indes irrtümlich. 
Die Straßburger Münzer besitzen das Recht der Amtsbürtigkeit, das 
regelmäßig innerhalb des alten deutschen Reichs wie Frankreichs 
die Grundlage der gemeinen Verfassung der Münzer bildet. Das 
Recht der Amtsbürtigkeit geht dahin, daß nur Söhne und Enkel 
(filius filii vel filius filiae) der Amtsangehörigen zum Eintritt in das 
betreffende Amt berechtigt, Fremdbürtige dagegen ausgeschlossen 
sind. Da dieser feste Abschluß den Amtsherrn eines jeden Einflusses 
auf die Zusammensetzung des Amtes beraubt haben würde, so ist 
die Amtsbürtigkeit stets von dem sogenannten Gnadenrecht begleitet, 
vermöge dessen der Amtsherr durch (ursprünglich einmalige) Gnaden- 
handlung bei seinem Regierungsantritt einen Amtsfremden in die 
Genossenschaft aufnehmen darf. Die Aufnahme von Amtsfremden 
Widerspricht also keineswegs dem Abschluß des Amtes. 
Nullus facere denarios debet nisi qui sit de familia hujus ecclesie. Str.  
 471. Ich sehe davon ab, daß die von Gothein angezogenen Urkunden erst 
einer viel späteren Zeit angehören; denn es steht dem nichts entgegen, daß auch 
schon zur Zeit des Stadtrechts Amtsfremde in das Münzeramt aufgenommen 
wurden. Vgl. die Vorschriften oben S. 120. 
Einteilung 
und Gerichtsbarkeit 
burger Gewerbe. 
der 
Straß 
Recht und Stellung der Straßburger Handwerker werden uns 
hauptsächlich in den beiden Abschnitten des Stadtrechts beschrieben, 
die von dem Burggraf und von dem Bischof handeln. Unter dem 
Titel des Burggrafen werden Gericht und Organisation, unter dem 
Titel des Bischofs werden die Verpflichtungen der- Handwerker ver- 
zeichnet. 
Die Handwerker sind, soweit sie eine Organisation besitzen, in 
Ämter abgeteilt; jedem Amte ist ein eigener Magister vorgesetzt. 
Der Burggraf hat die Gerichtsbarkeit in Gewerbesachen über die 
meisten, jedoch nicht über alle Handwerksämter der Stadt; sein 
Gericht hält er in der Bischofspfalz. Die Ämter, die dem Burggraf 
unterstellt sind, sind die folgenden elf: Kürschner, Schmiede, Schuster, 
Handschuhmacher, Sattler, Schwertfeger, Becherer, Böttcher, Wirte, 
Gothein, 
Wirtsch-Gesch. 
Schwarzw. 
311.
        

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