Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3026874
Material, das silbrige Flitterteilchen eingesprengt enthält. Diese er- 
halten durch einen goldgefärbten, transparenten lndustrielack das 
Aussehen von Goldflittern. Durch geschickte Kombination beider Aus- 
führungsarten wird bei einiger Uebung aus dem unscheinbaren Celluloid 
ein Material erhalten, das wie h 0 c h p o l i e r t e s G e s t e i n wirkt, 
in dem Flitter von Schwefel- oder Kupferkies eingesprengt sind. (Lapis- 
lazuli-lmitation). 
Durch mit verschiedenen Zusätzen versehenen Zaponlack werden 
auf Celluloid I r i s w i r k u n g e n hervorgerufen, die in der Knopfloch- 
branche und in der Flitterindustrie besonders beliebt sind. Es 
werden dadurch auf einfache und bequeme Weise P e r I m u t t e r  
i m i t a t i 0 n e n erzielt. Zur Hervorbringung ähnlicher, aber stärkerer 
Effekte werden auch buntgefärbte, transparente Zaponlacke verwendet, 
die mit Silber- oder Goldbronzen angerührt werden. 
Die in neuester Zeit den verschiedenen Zwecken dienenden Kunst- 
stoffe B a k e l it und G a l alith werden vielfach mit farblosen 
oder gefärbten Schutzüberzügen versehen. die diesen Materialien je nach 
 Bedürfnis ein mattes oder glänzendes Aussehen geben. Das Auftragen 
der Lacke geschieht ökonomischer Weise meist durch Spritzmaschinen, 
aber auch mittels Pinsel oder durch einfaches Tauchen der zu behandelnden 
Stücke in das Lackbad. Von den Industrien, die diese Kunststoffe in 
großen Mengen verarbeiten und mit geeigneten Lacken versehen, spielt 
die Knopf- und Bijouteriebranche die Hauptrolle. Kunstmassen werden 
auf ähnliche Weise je nach Verwendungszweck und Charakter der zu 
behandelnden Stücke dekoriert und vor äußeren Einflüssen geschützt. 
Häufig herrscht hier das Bedürfnis vor, den Stücken ein "antikes" 
Gepräge zu geben, wodurch der Gegenstand den Anschein von Metallguß 
hervorrufen soll, der natürlichen Grünspan angesetzt hat. So werden 
Vasen, Köpfe usw. aus Kunstmasse mit einem pompejanischgrünen 
Mattlack deckend überspritzt und in die Tiefen ein lichtgrüner Deck- 
lack "eingesetzt". Durch gleichmäßiges Ueberziehen von Kunstmassen 
mit hellbraunem, gelbstichigen lndustrielack wird auf geschickte, un- 
aufdringliche Weise der Eindruck von H o 1 z b i l d h a u e r a r b e i t 
vorgetäuscht.  
Gewebe verschiedensten Ursprungs werden durch Tauchen in Zapon- 
lacke, die Zusätze von fetten Oelen, auch von Harzen enthalten, fü r 
W a s s e r u n d u r c h l ä s s i g gemacht. Das Aufbringen der Lösungen 
kann auch durch Spritzen oder Aufbürsten geschehen; Bedingung 
zum guten Gelingen ist jedenfalls, daß die zu behandelnden Materialien 
von den Zaponlösungen bis zu einem gewissen Grade durchdrungen 
werden. Es sind eine ganze Reihe dieser in der Praxis gut eingeführten 
Verfahren patentamtlich geschützt. Auch Kunststoffe, die in neuerer 
Zeit zur Herstellung von Tapeten verwendet werden, erhalten durch 
Ueberziehen mit derartigen Lösungen die für Kranken- und Hotel- 
zimmer usw. sehr schätzhare Eigenschaft, a b w a s c h b a r gemacht 
zu werden. 
        

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