Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3028623
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ihrer Dünnflüssigkeit müssen die Tauchemaillen auch in den helleren 
Nuancen bei zweimaligem Tauchen decken. Von größter Wichtigkeit 
ist aber, daß die Tauchemaillen keinen Bodensatz in den Tauchbottichen 
bilden dürfen, die Farben müssen sich auch nach längerem Stehen ganz 
leicht wieder aufrühren lassen. 
Vergleicht man das vorstehend geschilderte Tauchverfahren mit den 
älteren Lackierverfahren, so wird man finden, daß es diesem gegenüber 
wesentliche Vorteile bietet. Durch das Tauchverfahren werden erhebliche 
Ersparnisse an Arbeitslöhnen erzielt. 
Zum Tauchen sind auch keine großen kostspieligen Einrichtungen 
erforderlich. In hohem Maße hängen die Erfolge von dem verwandten 
Material ab. Die Lacke und Emaillen müssen speziell für diese Zwecke 
hergestellt und ausprobiert sein. Auch hier findet man wieder, wie die 
moderne Lackfabrikation von dem Bestreben geleitet ist, sich mit ihren 
Erzeugnissen den einzelnen lndustriezweigen anzupassen und diese da- 
durch zu unterstützen und konkurrenzfähig zu machen. 
Ein ähnlicher lndustriezweig ist die S p i e lw a r e n i n d u s t r i e. 
Die Lackiermethoden sind hier verschieden, sie richten sich ganz nach 
der Art der Gegenstände. Teilweise streicht man mit dem Pinsel bzw. 
taucht oder spritzt. Die zur Verwendung kommenden Lacke und 
Emaillen müssen in der Regel schnell trocknen. Die Anforderungen be- 
treffs Haltbarkeit sind nieht so besonders groß. Teils kommen Oellacke, 
teils Spirituslacke in Anwendung. Für Blechspielsaehen dienen haupt- 
sächlich Ofenlacke in deckenden weißen und bunten Farben. Auch 
bunte lasierende Lacke werden häufig benutzt. 
Lackieren 
und 
Dekorieren 
VOI1 
verschiedenen 
Untergrund-Arten. 
(Leder, 
gefärbtes 
Celluloid, 
Kunstleder, Wachs- und Ledertuch, 
und bedrucktes Papier, Gewebe, 
Kunststoffe, Glas, Porzellan u. dgl.) 
Für L e d e r oder K u n s t l e d e r eignen sich nur besonders 
elastisch eingestellte Oellacke oder auch. Zaponlacke. Stellt man be- 
sondere Ansprüche in bezug auf Elastizität, so sind Spirituslaeke nicht 
geeignet, selbst bei Verwendung von besonders elastisch gemaehteni 
Schellack-Spirituslack, da auch deren Elastizität begrenzt ist. Spiritus- 
lacke eignen sich schon infolge ihres raschen Trocknens nur für 
kleine Gegenstände, wie Rahmen, Albumdeckel u. dgl, nicht aber 
für große Flächen. Bei Massenfärbungen von Leder findet der Lack-- 
auftrag praktisch nur durch Spritzen statt. Bei mehrfachem Auftrag 
sowie Verwendung von Oellacken ist meist Schleifen von Hand oder 
mit Schleifmaschinen notwendig; als Schleifmittel dienen Roßhaar, 
Bimsstein oder ganz weicher Tripel. Sämtliche verwendeten Laek- oder
        

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