Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3028610
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Stellung, damit der abtropfende Lack von selber in den Tauchbottich 
zurücklaufen kann. Ueber dem Ablaufblech befindet sich eine Hänge- 
.v0rrichtung aus eisernen Stäben. An diesen sind verschiebbare Haken 
angebracht, an welchen die getauchten Gegenstände zum Abtropfen 
aufgehängt werden. Größere Gegenstände werden zum Ablaufen auf das 
Ablaufblech gestellt. 
Zur Lackierung von naturfarbigen Gegenständen dient ein farbloser 
Tauchlack von heller Farbe. Die Gegenstände werden in den Lack ge- 
taucht und dann zum Ablaufen aufgehängt. Ist die Ablaufvorrichtung 
vollgefüllt, so müssen die zuerst getauchten Gegenstände soweit abgetropft 
sein, daß sie heruntergenomlnen werden können. Beim Aufhängen der 
getauchten Gegenstände muß beachtet werden, daß diese so hängen, 
daß sie die zum Ablaufen des Lackes nötige Stellung haben. Beim erst- 
maligen Tauchen muß der Lack so gut abgelaufen sein, daß ein Nach-- 
streichen an den unteren Stellen, wo der Lack abtropft, nicht erforderlich 
ist. Nach acht bis zehn Stunden muß die Lackierung trocken sein. Am 
folgenden Tage wird das Tauchen mit demselben Lack wiederholt, der 
Taucher muß die Routine besitzen, die einzelnen Gegenstände so zu hängen 
oder zu stellen, daß die Flächen die zum Ablaufen des Lackes erforder- 
liche Neigung nach unten bekommen, was sich bei allen Gegenständen 
ermöglicht. Größere Gegenstände, wie Tische, Pulte, Leiterwagen usw., 
werden auf das Ablaufblech gestellt. Selbstverständlich ist an den Stellen, 
welche keine Neigung nach unten haben, das vollständige Ablaufen des 
Lackes nicht möglich. An diesen Stellen muß beim zweiten Tauchen 
der Lack mit dem Pinsel abgenommen werden, was aber für einen geübten 
Arbeiter eine leichte Arbeit ist, dieser kennt genau die Stellen, wo etwas 
nachgeholfen werden muß. Die Nachhilfe muß sich aber nur auf das aller- 
notwendigste erstrecken. im übrigen muß der Lack allein ablaufen. 
Für Lackierungen in Holzimitationen, wie Nußbaum, Mahagoni 
und Phantasiefarben finden die schon vorher erwähnten Oeltauchbeizen 
Sinngemäße Anwendung. "Die Gegenstände werden in die Tauchbeize 
getaucht und zum Ablaufen aufgehängt. Bei guten Tauchbeizen ist ein 
Nachstreichen absolut nicht nötig. Die Färbung des Holzes muß voll- 
ständig gleichmäßig erfolgen. Die Tauchbeize muß schnell trocknen. 
Beim späteren Tauchen in farblosen Tauchlack darf dieselbe sich nicht 
wieder auflösen. 
Für die Herstellung von deckenden, farbigen Lackierungen kommen 
die farbigen Tauchemaillen in Frage. Die Tauchemaillen werden in der 
gleichen Weise wie die farblosen Tauchlacke verarbeitet. Die Gegenstände 
werden ohne jede vorhergehende Grundierung in die Tauchemaille zweimal 
getaucht. Durch zweimaliges Tauchen muß eine gut deckende, glänzende 
Lackierung erreicht werden. Es kommen die verschiedensten Farbtöne 
in Frage wie: Hellblau, Grau, Drap, Rohrgelb, Grün, Rot usw. Die 
Trockenkraft und Haltbarkeit der Tauchemaillen muß die gleiche wie die 
der farblosen Tauchlacke sein. Bei der Auswahl der Farben für die Her- 
stellung der Tauchemaillen ist die größte Sorgfalt anzuwenden. Trotz
        

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