Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3028421
schlägt und je nach der Stärke des abgesetzten schwefelsaureir Bleies 
die verschiedensten Lüsterfarben hervorruft. Aehnliche Lüsterfarben 
werden erhalten, wenn man 60 g Weinsteinpulver in 1 Liter Wasser und 
30 g Chlorzinn in 1,4l. Liter Wasser löst, beide Lösungen mischt, erhitzt 
und die klare Lösung zu einer solchen von 180 g unterschwefligsaurem 
Natrium in 1x; Liter Wasser gießt. Dieses Gemisch wird ebenfalls auf 
800 C erhitzt und die sauber vorbehandelten Messinggegenstände in oben 
beschriebener Weise getaucht. 
Nach L. V a n i n 0 und E. S ei t t e r („Die Patina") wird eine 
lichte, in den Tiefen d u n k e I g r ü n e P a t i n a auf Bronze in folgen- 
der Weise erzielt. Die Gegenstände werden wiederholt mlt einer ver- 
dünnten Lösung von Hirschhornsalz (Ammoniumkarbonat) überpinselt, 
wodurch sich stark blau-grüne Ueberzüge bilden; dann wird mit Pinsel 
eine Kupferölsäuremischung aufgetragen oder mit Watte eingerieben. 
Später stellt man die Gegenstände in einen mäßig warmen Raum, bis die 
Oberfläche trocken und glatt ist; je nach dem Ueberwiegen von Ammonium- 
karbonat oder Oelsäure erhält man verschiedene Färbungen. lst erst- 
genanntes im Ueberschuß vorhanden, so ist die Färbung eine malachit- 
artige, im anderen Falle ist sie mehr dunkelgrün. 
Florentinische Patina wird auf Bronze nach Georg 
B u c h n e r auf folgende Weise erhalten. Man wäscht die Gegenstände 
mit Ammoniakwasser, trocknet, erwärmt sie mit Dampf und überzieht 
sie endlich mit Fett; das hierbei gebildete fettsaure Kupferoxyd soll 
sich mit der Zeit in kohlensaures Kupfer verwandeln. 
Auf Bronze wird eine d u n k e l g r ü n e P a t i n a nach folgendem 
Verfahren erzielt. Man überstreicht oder überspritztdie Stücke mit einer 
Lösung von 10 g essigsaurem Kupfer, 5 g Oxalsäure und 5 g Ammonium- 
karbonat in l Liter Essig und wiederholt dieses Verfahren einige Male, 
spült ab und läßt in der Wärme trocknen. Durch geeignete Nachbehand- 
lung, Wachsbürsten u. dgl., erhalten die Gegenstände sehr schöne 
Tönungen. 
Um Bronzewaren, wie Medaillen. Statuetten, Büsten, Schnallen, 
Rahmen u. dgl. mit einem b r a u n e n, e c h t e n Ucberzug zu 
versehen, werden eine große Anzahl Verfahren und Rezepte vorge- 
schlagen, von denen hier nur das in der M ü n z e z u P a r i s übliche 
angeführt werden soll. 32 g Grünspan und 30 g Chlorammonium (Pulver) 
werden mit Essig zu einem Brei angerührt, den man so lange stehen läßt, 
bis er zu einer festen Masse erhärtet ist; davon werden etwa 50 g in zwei 
Liter Wasser gekocht. Die Lösung wird durch Absitzenlassen oder Fil- 
trieren geklärt und in einen kupfernen Kessel gegossen, in dem auf Unter- 
Lagen von, Holz die Medaillen so ausgebreitet liegen, daß sie sich weder 
untereinander, noch die Wandungen des Kessels berühren können. Dann 
kocht man behutsam eine Viertelstunde lang, nimmt die Medaillen her- 
aus, spült sie ab und trocknet in Spänen. (Zimmer, „Chemische 
Metallfärbungen", "Helios", „Fachzeitschrift für Elektrotechnik" 1919, 
Band XXV, Seite 284). 
        

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