Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der Lackier- und Dekorier-Technik für Metallindustrie, Kunstgewerbe und Handwerk
Person:
Zimmer, Fritz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3025828
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3027739
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zu verzinken, vor allem von Stücken, diedauernd mit feuchter Luft in 
Berührung sind, wie Automobilarmaturen, Baubeschläge der Außen- 
dekoration, Klinken usw. Gußeisen ist besonders empfindlich; das etwas 
teure Verfahren wiegt dadurch die Mehrkosten sicher auf, daß man 
die Gewißheit hat, rostsichere Ueberzüge zu erhalten. 
Da wo Stromanschluß und die nötige Apparatur nicht vorhanden 
ist, greift man zur S u d v e r s i l b e r u n g , die hauchdünne Ueber- 
züge liefert und deshalb sehr spa.sam arbeitet, da die Bildung des Nieder- 
schlages sofort aufhört, sobald das Stück gleichmäßig mit einer dünnen 
Silberschicht bedeckt ist Die Stücke werden durch Kochen in Soda- oder 
Natronlauge von Oxyd und Fett befreit, mit Wasser gewaschen und mit 
etwa öprozentiger Schwefelsäure gebeizt. Nach abermaligem Waschen 
mit Wasser werden die Stücke in einer mit Schwefelsäure angesäuerten 
Lösung von Kupfervitriol in Wasser (5 : 1000) schwach aber deckend 
verkupfert. Der Niederschlag soll ganz dünn und festhaftend sein, nicht 
porös und lose aufsitzen. Ersteres wird dadurch erreicht, daß die Stücke 
n u r k u rz e Zeit in der Lösung bleiben; sie werden nach erneuter 
Wasserspülung mit Silbersud behandelt. Als Versilberungsflüssigkeit 
dient entweder eine kochende Lösung von 10 g salpetersaurem Silber 
und 35 g Zyankalium (98prozentig) in l Liter Wasser oder eine eben- 
falls siedende Lösung von 4 g salpetersaurem Silber, 8 g Zyankalium 
(98pr0zentig), 34 g Aetzkali und 20 g Pottasche in 1 Liter Wasser. Nach 
dem Versilbern werden die Stücke gut mit Wasser gespült, in heißes 
Wasser getaucht und nach gehörigem Abtropfen in Sägespänen ge- 
trocknet. 
Dem Eisen werden Ueberzüge von Kupfer und Messing in der Regel 
auf galvanischem Wege gegeben; diese sollen dicht (nicht porös) 
und möglichst kräftig sein, damit die so behandelten Stücke den Ein- 
druck von massiv messingnen oder kupfernen Gegenständen machen; 
nur auf solchen ist es möglich, haltbare Lack- bzw. Beizschichten zu 
erzielen (vgl. dort). 
Für Eisen kommen in erster Linie Decklacke in Betracht, die zum 
Schutz und zur Verzierung dienen, aber den Metallcharakter der Stücke 
nicht beeinflussen sollen. Von Industrien, die eiserne Stücke in be- 
deutenden Mengen verarbeiten, seien erwähnt: die optische, die fein- 
mechanische und die  Beleuchtungs-Industrie, Kunsthandwerk und 
Kunstgewerbe, die Kunstschmiedearbeiten, Möbel- und Baubeschläge 
u. dgl. herstellen, ferner die Bijouteriebranche, die billigere Artikel wie 
Vereinsabzeichen, Schilder u. dgl. fabrizieren u. a. m. 
ln der optischen Industrie werden häufig Stücke mit einem gut 
deckenden schwarzen Zaponlack überzogen, der nach Wunsch einen 
ganz matten oder auch glänzenden Ueberzug geben muß. Für nachträg- 
liches Ziselieren, Gravieren usw. wird häufig eine besondere Elastizität 
der Lackschicht verlangt, die bei Einwirkung des Stichels nicht splittern 
oder abplatzen darf. Das Auftragen geschieht mit weichem breiten 
Haarpinsel. Der Lack soll so "eingestellt sein, daß er von selbst ganz
        

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